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- Die Gefangenentheatergruppe der JVA Hohenleuben spielt in dieser Saison Hamlet frei nach W. Shakespeare
Ein Höhepunkt bei den 2. Kunst- und Kulturtagen im Thüringer Justizvollzug 2012 war die Theaterproduktion der JVA Hohenleuben.
Unter der Leitung der Freizeitbeamtin und Theaterregisseurin Anke Hartmann brachten die Mitglieder der Schauspielgruppe in dieser Saison das Stück "Hamlet" frei nach William Shakespeare auf die Bühne.
Das Stück wurde jedes Mal unter großem Publikumsbeifall bereits in verschiedenen JVA´s (2. Kunst- und Kulturtage im Thüringer Justizvollzug, Oktober 2012), in der ausverkauften Vogtlandhalle Greiz (19.09.2012) und im ausverkauften Erfurter Jugendtheater Die Schotte (26.04.2013) aufgeführt.
Nächster Spieltermin +++ es gibt noch Karten +++ es gibt noch Karten +++ es gibt noch Karten +++ 24. Mai 2013, 19.30 Uhr, Theater im Schloßgarten Arnstadt Karten können Sie hier reservieren Telefon 036 28 / 61 86 33, www.theater-arnstadt.de Telefon: 036 28 / 60 20 49, www.arnstadt.de, Tourist-Information |
Bereits jetzt haben die Vorbereitungen für die 3. Kunst- und Kulturtage begonnen. Sie finden dieses jahr etwas früher vom 28. August bis zum 11. September statt, um noch mehr Außenveranstaltungen zu ermöglichen. Voraussichtlich Ende Juni finden Sie an dieser Stelle das aktuelle Programm.
Informationen zum Theaterstück „ Hamlet“ frei nach W. Shakespeare |
Kultur und Kunst gehören zum Leben. Sie sind die Würze und das Salz unseres Daseins. Auch für Menschen, welche sich in einer Justizvollzugsanstalt befinden, hat Kunst und Kultur eine Bedeutung. Sie erleben sie als Neuentdeckung, Halt oder Oase.
Ja, als Oase in ihrem Alltag. Kunst und Kultur schenkt den Inhaftierten Momente des freien Raumes. Die vorhandenen Gitterlandschaften erleben sie neu.
Das Theaterprojekt "Hamlet .." |
Ausrichtung/ Ziele und Teilziele des Projektes:
Theater spielen im Knast? Wie oft wird diese Frage gestellt und im Stillen mit einem Kopfschütteln beantwortet. Musik, Sport, Kunst und auch Theater sind Spiegel des Alltages, der Gesellschaft und Persönlichkeit. Jedoch ist es nicht nur eine Spiegelung, nein, der Blick wird geweitet für das Innere und Äußere. Plötzlich entsteht ein Anfang.
Es verändern sich Raum, Zeit und Person. Das Ich wird ein Wir und das Wir ein Ich.
Durchhaltevermögen, Disziplin, Engagement, Empathie, soziale Kompetenz, Spaß, Freude, Glück, Wissen und vieles mehr ist zu erleben.
Eine Gruppe von Menschen entdeckt eine unbekannte neue Welt. Sie streiten und kämpfen, um ein künstlerisches Ganzes zu formen. Die Veränderungen sind spürbar mit dem Beginn des Weges.
Die Justizvollzugsanstalt Hohenleuben und der Förderverein der Vogtland Halle Greiz haben sich entschlossen, gemeinsam das nächste Theaterprojekt der JVA Hohenleuben zu gestalten. In der Auftrittsgruppe der JVA spielen 10 Gefangene gemeinsam mit zwei Spielerinnen des Spontantheaters Greiz. Die technische, musische, filmische Unterstützung erhält die Theatergruppe durch engagierte Mitglieder und Freunde des Spontantheaters.
Warum Hamlet?
Gemeinsam wurde das Theaterstück „ Hamlet...“ ausgesucht. Neben künstlerischen Aspekten spielten für die Entscheidung auch praktische und wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle. Hamlet ist eine alte Geschichte und somit brauchen wir keine Tantiemen zu bezahlen.
Unsere JVA verfügt über eine große und spielerisch starke Theatergruppe. Die Mitglieder zeigten nach Ihren gelungenen Auftritten in der Vergangenheit den Wunsch, nach einer künstlerischen Herausforderung und somit begab sich die Gruppenleiterin Frau Hartmann auf die Suche nach einem Stück für 8 bis 10 männliche und zwei weibliche Darsteller. Durch diese geschlechtliche Zusammensetzung, ist die Auswahl eingeschränkt. Ein weiteres Auswahlkriterium war eine Geschichte zu finden, in der die Figuren sich in grenzwertigen Lebenszuständen befinden.
„Sein oder Nichtsein“ eine Frage, die nicht nur einen Hamlet berührt! Nein, die Gefangenen finden sich in dieser Fragestellung wieder.
Hamlet ist eine Figur, die in einem Zustand der Trauer nach der Wahrheit sucht. Jedoch ist diese Wahrheit für ihn schmerzhaft und existentiell.
Was ist die Wahrheit? Wohin mit der Wahrheit? Wohin mit der Rache? Welcher Weg? Sein oder Nichtsein?
Hier in der klassischen Geschichte finden wir moderne Antworten. Ein Zauber der Sprache. Eine spannende Geschichte. Eine Einladung zur Theaterarbeit.
Informationen zu Theatergruppe Hohenleuben
Teilnehmergruppe:
Die Gruppe besteht aus 15 bis 20 Gefangenen und zwei weiblichen Darstellerinnen. Jeder einzelne übernimmt entsprechend seiner Fähigkeiten Aufgaben im Projekt. z. Bsp. Herstellung der Kostüme, Bühnenbild, musische Untermalung, Regie, Plakatentwurf.
Auftrittsgruppe Hamlet:
10 Spieler aus der JVA
2 weibliche Darstellerinnen
Informationen zur Gruppenarbeit
Die Gruppe arbeitet seit Februar 2012 an dem Theaterstück „ Hamlet“. Je Woche finden zweimal für zwei Stunden eine Probe und sporadisch an Wochenenden statt. Anfänglich wurde das Theaterstück gemeinsam gelesen und für die Gruppe entsprechend gekürzt. Im Anschluss begann die szenische Arbeit. Die Gestaltungsaufgaben wurden parallel durchgeführt.
Text und Stück
Das bearbeitete Theaterstück besteht aus einer sehr kurzen Rahmenhandlung über eine Freizeitaktivität („besonderer Film“) in einer JVA und den stark eingekürzten Text des Hamlets von Shakespeare.
Die Spieldauer wird auf ca. 2 Stunden und 45 Minuten geschätzt.
Bühnenaufbau und Bühnengestaltung
Grundgestaltungselement sind zwanzig Styroporwürfel (schwarze und weiße Steine, Synonym für Mauer), die inzwischen auch eine Art Markenzeichen der Hohenleubener Inszenierungen sind und eshalb auch durch künftige Produktionen führen sollen. Die Würfel werden zu verschiedenen Bildern verändert. Vervollständigt wird dieses mit einem großen Schachspiel.
Premiere zum Greizer Theaterherbst
Die Premiere fand am 19.09.2012 als Gastspiel zum Theaterfestival „ Greizer Theaterherbst“ statt.
Ziele des Projektes
Durch die gemeinsame Entstehungsarbeit am Theaterprojekt sollen die Teilnehmer ihre soziale Kompetenz erweitern. Die Behandlung steht im Vordergrund der Proben. Disziplin und Stetigkeit sollen bei der Arbeit erlangt werden. Ihre eigenen Lebenswege kritisch betrachten und neue Möglichkeiten entdecken.
Höhepunkt der Projektarbeit sind die gemeinsamen Auftritte vor Publikum innerhalb der Gefängnismauern und außerhalb.
Regionale Einordnung
Das Projekt zeigt die Behandlungsarbeit des Thüringer Justizvollzuges einer breiten Öffentlichkeit. Es wird eine neue Sicht über den Justizvollzug vermittelt, Vorurteile werden abgebaut.
Mit dem Förderverein der Vogtlandhalle ist eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Weitere Unterstützer unserer Arbeit ist der Greizer Theaterherbst, der Verein „Alte Papierfabrik Greiz“ e.V., die Stadt - und Kreisbibliothek Greiz, der Verein Reußische Hof, das Berufsfortbildungswerk.
Nachhaltigkeit
Die Theatergruppe zeigt mit Hamlet seine 4. Inszenierung. Die Form der Behandlung ist ein fester Bestandteil der Freizeitmaßnahmen der JVA Hohenleuben und sie sollen auch weiterhin fortgeführt werden.
Als nächste Produktion hat Anke Hartmann "In 80 Tagen um die Erde" frei nach dem phantastischen Roman von Jules Verne geplant. Derzeit ist sie auf der Suche nach der passenden Besetzung für das Stück.