Juregio Rechtskunde regional
-
Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen durch bessere Rechtskenntnisse handlungssicherer machen
JUREGIO - Rechtskunde in Thüringen regional ist ein Gemeinschaftsprojekt des Justizministeriums, des Bildungsministeriums und des Lehrerfortbildungsinstituts.
Zusammen stärken wir seit vielen Jahren Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen durch die Vermittlung von Rechtskenntnissen speziell zum Umgang mit Gewalt, Drogen, Extremismus und Medienmissbrauch in der Schule und im schulischen Umfeld.
Wir machen sie stark und handlungssicher, damit sie gut und angemessen reagieren können, wenn in der Schule beispielsweise Mobbing, Cyber-Bullying oder rechtsextremistische Parolen auftreten, waffenähnliche Gegenstände, Drogen oder pornografische Bilder auftauchen.
JUREGIO Rechtskunde regional
- bietet zielgruppengenaue Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen, für Schülerinnen und Schüler sowie für Eltern und schulnahe Akteure an
- ist ein zentrales und rechtskundliches Netzwerk von regionalen Ansprechpartner/innen
- bietet durch den direkten Kontakt zu Richter/innen und Staatsanwält/innen die Möglichkeit, konkrete Kooperationen für Schulprojekte, Arbeitsgemeinschaften, bei der schulinternen Lehrerfortbildung oder im rechtskundlichen Unterricht (z. B. Besuch einer Gerichtsverhandlung) zu knüpfen
- gibt Broschüren für den Schulalltag zu verschiedenen Themen (z. B. Rechtsextremismus, Mobbing) heraus.
-
- Justizminister Dr. Poppenhäger und Bildungsminister Matschie unterzeichnen die Vereinbarung
Justizminister Dr. Holger Poppenhäger
"Das Ziel von JUREGIO ist es, durch Fortbildung und Beratung der Pädagoginnen und anderer an der Schule Beteiligten, Erscheinungen von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, fremdenfeindlichen und extremistischen Aktivitäten sowie Drogen- und Medienmissbrauch und anderen Rechtsbrüchen in der Schule entgegenzutreten. Wir wollen die Rechtskenntnisse und Handlungssicherheit der Lehrerinnen und Lehrer in diesem Feld unterstützen."
Das Thüringer Justizministerium unterstützt das Projekt JUREGIO durch juristische Kompetenzen und Erfahrungen von Richtern, Staatsanwälten und anderen Juristen. Sie stehen im JUREGIO-Projekt als Referent/innen und Berater/innen zur Verfügung.
Pädagog/innen-Praktikum im Justizzentrum Gera
Für Lehrerinnen und Lehrer, die die Justiz genauer kennen lernen wollen, bietet JUREGIO seit mehreren Jahren in Gera außerdem eine besondere Fortbildung an. Das Verwaltungsgericht Gera organisiert gemeinsam mit den anderen Justizbehörden vor Ort ein einwöchiges Praktikum.
Sieben Tage werden schultypische Fälle an den einzelnen Gerichten anwendungsbereit zusammen mit den Praktikantinnen und Praktikanten aufgerollt. Die Lehrerinnen und Lehrer lernen sämtliche Facetten der Gerichtsbarkeit im laufenden Geschäft kennen, bei der sie hospitieren. Sie nehmen Akteneinsicht und erarbeiten Entscheidungsvorschläge zu aktuellen Gerichtsfällen. Auch die Teilnahme an mündlichen Verhandlungen bis zur Urteilsverkündung und der Besuch eines oberen Gerichts gehören zum Programm.
Das regelmäßig positive Feedback der Pädagog/innen und die jährlich hohe Zahl an Teilnehmer/innen belegen den Nutzen des Angebotes für ihre Arbeit in der Schule und mit den Schüler/innen.
Wenn Sie Interesse haben, erkundigen Sie sich bitte beim Präsidenten des Verwaltungsgerichts Gera, Michael Obhues (0365 / 834 – 0) nach dem nächsten Praktikum.
Kontakt:
Schulleiter/innen, Lehrer/innen, Erzieher/innen, Sonderpädagogische Fachkräfte, Eltern und Schüler/innen können sich bei Beratungs- und Fortbildungsbedarf an die bei jedem Schulamt gebildete JUREGIO-Koordinierungsstelle wenden (siehe Link zum Schulportal unten).
Möchten Sie bzw. möchtet Ihr mit der Schulklasse eine Gerichtsverhandlung besuchen, können Sie unsere Ansprechpartner/innen dafür bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften gerne auch direkt ansprechen.
JUREGIO-Beauftragte und Ansprechpartner/innen bei der Justiz
JUREGIO Thüringen
Weitere Informationen finden Sie hier im Thüringer Schulportal.
ThILLM-Heft 156: Gemeinschaftsprojekt JUREGIO: Gewalt, Drogen, Extremismus
Lehrerfort- und Lehrerweiterbildung: Anliegen dieses Materials ist es, die Handlungssicherheit bei rechtlichen Problemen von Gewalt, Drogen, Extremismus und Medienmissbrauch im Schulalltag zu stärken und damit auch größere Sicherheit bei der Umsetzung pädagogischer Entscheidungen herbeizuführen. Dabei ist die korrekte Umsetzung von Maßnahmen sehr wichtig. Schule muss mit Fällen in den genannten Schwerpunktbereichen in jeder Hinsicht professionell umgehen. Auch dies trägt dazu bei, künftig weitere Vorfälle zu verhindern.
Die Handreichung wurde aus der täglichen Arbeit von Juristinnen und Juristen der Staatlichen Schulämter in Thüringen für die schulische Praxis geschrieben.
Jeder Themenschwerpunkt wird in einem eigenen Teil innerhalb des Materials betrachtet und beinhaltet schulrelevante strafrechtliche, zivilrechtliche, unfallrechtliche, schulrechtliche, haftungs- und aufsichtsrechtliche Normen. Die jeweilige Rechtslage und die Normen werden schwerpunktmäßig benannt und an Beispielfällen erläutert.