Gedenken an die Opfer zehn Jahre nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium
-
-
Innenminister Jörg Geibert bei der Einweihung des "Raums der Stille" in der Polizeidirektion Erfurt, der auch an den beim Amoklauf ermordeten Polizeibeamten Andreas Gorski erinnert. Fotos: Marcus Scheidel
Der Polizeibeamte Andreas Gorski gehörte zu den 16 Menschen, die am 26. April 2002 beim Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium heimtückisch aus dem Leben gerissen wurden. Zehn Jahre später weihte Innenminister Jörg Geibert in der Polizeidirektion Erfurt gemeinsam mit dem dortigen Behördenleiter Jürgen Loyen einen "Raum der Stille" ein, wo der bislang im Foyer untergebrachte Gedenkort an Andreas Gorski einen neuen Rahmen erhalten hat. Zugleich wurde dort eine kleine Ausstellung zum Amoklauf eröffnet.
-
- Die Ausstellung im "Raum der Stille" in der Polizeidirektion Erfurt setzt sich auch kritisch mit dem Verhalten der Medien nach dem Amoklauf auseinander.
„Der 26. April ist für Erfurt, für Thüringen und besonderes für die Familien der Opfer ein Schicksalstag, der sich auf dramatische Weise fest in unser Gedächtnis eingegraben hat," erklärte der Thüringer Innenminister. „Dieses schreckliche Ereignis hat eine Stadt, ja, ein ganzes Land in Schock versetzt. Wir sind heute, zehn Jahre nach dem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium, noch immer fassungslos. Die Frage nach dem „Warum?“ konnte und kann bis heute nicht beantwortet werden. Darunter leiden besonders die Angehörigen der Opfer.“
Jörg Geibert erinnerte an die große Anteilnahme vor zehn Jahren, als sich mehr als 100.000 Menschen zur Trauerfeier auf dem Erfurter Domplatz versammelt hatten. „Bundespräsident Johannes Rau mahnte damals in seiner Rede: 'Wenn unsere Gesellschaft zusammenhalten soll, dann müssen wir uns umeinander kümmern!'“
Es sei wichtig, dass niemand in seiner Trauer allein gelassen werde. „Unsere Gesellschaft zeichnet aus, dass wir in schwierigen Situationen zusammenstehen. Mitmenschlichkeit und das Interesse für einander können dazu beitragen, dass sich solche Taten nicht wiederholen“, betonte Geibert.
Der Innenminister nahm am 26. April 2012 an mehreren Veranstaltungen zum zehnten Jahrestag des Amoklaufes teil. So besucht er am Vormittag gemeinsam mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und weiteren Mitgliedern der Landesregierung eine Gedenkstunde vor der Schule.
-
- Während der Gedenkveranstaltung vor dem Gymnasium.
Abends besuchte der Minister eine Gedenkandacht in der Erfurter Andreaskirche. Dort hatten sich bereits am 26. April 2002 zahlreiche Menschen versammelt. Die Gedenkandacht ist seither zu einer Tradition am Jahrestag des Amoklaufes geworden.