Ich blicke auf eine tolle Zeit zurück
Bereits in wenigen Wochen beginnen für mich die Abschlussprüfungen und doch kommt es mir so vor, als wäre ich erst gestern zur Polizeimeisteranwärterin ernannt worden. Ich blicke auf eine tolle Zeit zurück, die einerseits viel zu schnell vorbei ging, aber mich dennoch gut auf meinen Traumberuf vorbereitet hat.
Ich schätze bei der Thüringer Polizei besonders, dass ein Großteil der Ausbildung aus praktischen Übungen besteht. Durch Rollenspiele lernen wir, wie wir Verkehrskontrollen durchführen, Verkehrsunfälle aufnehmen, Streitigkeiten schlichten oder Spuren sichern. Das hat mir persönlich sehr dabei geholfen, die graue Theorie, die aus Gesetzestexten, Verwaltungsvorschriften und Leitfäden besteht, besser zu verstehen und in die Praxis umzusetzen. Auch der Umgang mit dem Bürger wird in der Ausbildung Schritt für Schritt trainiert. Anfangs haben sich die Übungen auf einfache Personenkontrollen beschränkt, in denen wir das Einmaleins der polizeilichen Kommunikation angewendet haben. Beispielsweise erinnere ich mich an eine Übung, in der ein betrunkener, nicht mehr ansprechbarer Mann auf einer Parkbank lag. Die Aufgabe meines Teamkollegen und mir war es, diese hilflose Person anzusprechen und zu durchsuchen, um die Identität festzustellen, und anschließend einen Notarzt zu verständigen. Mittlerweile bewältigen wir weitaus schwierigere Sachverhalte und führen eine umfangreiche Tatortarbeit durch, wenn beispielsweise in der Gaststätte eingebrochen wurde und der Täter viele Spuren hinterlassen hat, die es zu sichern gilt. Oder einen Verkehrsunfall mit Schwerverletzten, bei dem man erste Hilfe leistet, aufgeregte Unfallbeteiligte beruhigt und die Unfallursache feststellt. Viele dieser Übungen werden in der sogenannten Tatortwelt durchgeführt, welche aus einer Gaststätte, einer Sparkasse, einem Einkaufsmarkt, zwei Wohnungen und einer Polizeiinspektion besteht. Diese detailgetreuen und realistisch nachgestellten Örtlichkeiten sind deutschlandweit in der Polizeiausbildung einmalig und helfen uns Anwärtern, ein Stück weit Realität zu erleben und zu bewältigen.
Für Außenstehende mag das, was wir da vor Ort machen, total easy aussehen. Auch ich konnte mir noch vor zwei Jahren nicht vorstellen, wie viel Wissen nötig ist, um solche Maßnahmen zur Zufriedenheit der Betroffenen durchzuführen, rechtlich einwandfrei, gut organisiert und einfühlsam. Und auch das Wissen allein reicht noch nicht aus - um wirkliche Sicherheit zu erlangen, heißt es viel, viel üben in nachgestellten Situationen.
Wenn der Beruf als Polizeibeamter auch Dein Traum ist, dann bewirb Dich und Du bekommst in Thüringen die Chance, eine spannende, praktisch geprägte und abwechslungsreiche Ausbildung zu absolvieren.
Elisa