Thüringen weiterhin eines der sichersten Länder in der Bundesrepublik

Innenminister stellte Polizeiliche Kriminalstatistik und die Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität vor.

Thüringens Minister für Inneres und Kommunales, Dr. Holger Poppenhäger, stellte am Freitag (11. März 2016) gemeinsam mit dem Präsidenten des Thüringer Landeskriminalamtes, Frank-Michael Schwarz, in Erfurt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) sowie die Zahlen der Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) der Öffentlichkeit vor. „Die Summe der Straftaten ist rückläufig. Gestiegen ist erfreulicherweise die Aufklärungsquote auf 64,3%. Dies liegt zum einen daran, dass Straftaten, z.B. innerhalb von Erstaufnahmeeinrichtungen oder Gemeinschaftsunterkünften schnell aufgeklärt werden können und zum anderen natürlich an der gut aufgestellten Thüringer Polizei,“ erklärte Minister Dr. Poppenhäger.

Trend

Im Jahr 2015 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 140.240 Straftaten erfasst. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1.820 Fälle weniger. Von den 140.240 erfassten Fällen wurden 90.168 Fälle aufgeklärt. Die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) beträgt für das Jahr 2015  6.502, d.h. die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist seit 2013 rückläufig. Das heißt im Umkehrschluss, dass das Risiko für Straftäter, gefasst zu werden, im Freistaat Thüringen sehr hoch ist.

Diebstahlskriminalität

Diebstahlsdelikte unter erschwerenden Umständen haben zugenommen. Hierzu zählen der schwere Diebstahl in/aus Wohnungen, der Diebstahl in/aus Automaten oder der schwere Ladendiebstahl. Mit 44.321 erfassten Taten wurde ein Anstieg von 0,6 % registriert. Insgesamt ereigneten sich 2.517 Diebstahlsdelikte in/aus Wohnungen, welche in 39,6% der Fälle aufgeklärt werden konnten. Im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls in 1.477 Fällen konnten 440 Tatverdächtige ermittelt werden; der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger betrug 15,7 %.

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Straftaten der Gewaltkriminalität ist rückläufig. 2015 wurden 3.708 Fälle und damit 119 Fälle weniger Gewaltkriminalität verzeichnet. In 67,7% der Fälle handelten Tatverdächtige, die im Statistikzeitraum wiederholt kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten sind.

Körperverletzung

Im Deliktsbereich Körperverletzung ist erneut ein Abwärtstrend erkennbar. Gegenüber dem Vorjahr (14.402 Fälle) lag 2015 die Deliktzahl 13.949. Körperverletzung mit Todesfolge wurde 6 mal (2014: 3 Fälle) registriert.

Rauschgiftkriminalität

Obwohl bei Rauschgiftdelikten ein Rückgang zu verzeichnen war, haben Verstöße mit Metamphetamin sog. „Crystal“ (+522 Fälle) und mit Cannabis (+132 Fälle) deutlich zugenommen. Seit 2014 werden Rauschgiftdelikte in Bezug auf die Modedroge „Crystal“ gesondert in der Statistik ausgewiesen. 2015 wurden 2.716 Fälle mit dieser Droge erfasst; 2014 noch 2.084 Fälle. In Thüringen starben 2015 insgesamt 25 Menschen deren Tod in Zusammenhang mit dem missbräuchlichen Konsum von Drogen stand.

Wirtschaftskriminalität

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität stieg die Schadenssumme von 26 Mio. Euro auf 41 Mio. Euro. Der Schaden durch Betrugsdelikte hat sich nahezu verdoppelt. Auch im Bereich von Insolvenzstraftaten ist eine deutliche Schadenszunahme zu verzeichnen.

Computerkriminalität

„Das Internet bestimmt in vielen Bereichen und vor allem im Privatleben unseren Alltag. Kriminelle, deutsche wie ausländische, nutzen vermehrt diese Plattformen für ihre Beutezüge. Deshalb muss auch im Bereich Cybercrime statistisch nachgerüstet werden. Wir arbeiten gemeinsam mit den anderen Bundesländern an Regelungen zur Modifizierung der Erfassung von Delikten in diesem Kriminalitätsfeld,“ betonte Minister Poppenhäger. Obwohl die erfassten Fälle 2015 rückläufig waren, verliere dieses Kriminalitätsphänomen nicht an Bedeutung, denn diese Straftaten weisen bundesweit in Umfang und Qualität ein immenses Entwicklungspotential auf und müssen mit Nachdruck verfolgt werden, erklärte Poppenhäger.  .

Politisch motivierte Kriminalität

Im Freistaat Thüringen wurden im Jahr 2015 insgesamt 2.072 Delikte der Politisch motivierten Kriminalität registriert. Im Vergleich zum Jahr 2014 erhöhte sich die Zahl der festgestellten Straftaten um 385 Fälle.

Die Aufklärungsquote ist gestiegen und liegt nunmehr bei 56,6 % (Jahr 2014: 50,5 %). Die Anzahl der Tatverdächtigen hat deutlich zugenommen. So konnten 2015 insgesamt 1.643 Tatverdächtige ermittelt werden; 2014 waren es 1.084.

In den Zuständigkeitsbereichen der Landespolizeiinspektionen Erfurt (353 Fälle), Gotha (339 Fälle) und Saalfeld (337 Fälle) waren die meisten Delikte der Politisch Motivierten Kriminalität zu registrieren. In allen Zuständigkeitsbereichen der Landespolizeiinspektionen, bis auf Gera, stiegen die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Die hohen Fallzahlen in den Zuständigkeitsbereichen der Landespolizeiinspektionen Erfurt, Gotha und Saalfeld waren u.a. auf die Aktivitäten von Angehörigen der dortigen rechten und linken Szene sowie deren Konfrontation mit den Sicherheitsbehörden, unter anderem bei den Versammlungen am 18. April 2015 in Gotha, am 1. und 2. Mai 2015 in Saalfeld und Erfurt zurückzuführen.

Im Jahr 2015 waren insgesamt 71 Straftaten zu verzeichnen, die sich gegen bestehende, geplante oder vermutete Flüchtlings- und Asylunterkünfte richteten. 19 Fälle davon wurden aufgeklärt. In sieben Fällen wurden wegen des Verdachtes von Brandstiftungen ermittelt. Sachbeschädigungen sind mit 29 Fällen die häufigsten Straftaten. Durch die Begehung von Straftaten wurde ein Schaden von ca. 1.010.300 Euro verursacht (2014: ca. 271.200 Euro; 2013: ca. 877.200 Euro).

Im Jahr 2015 waren im Freistaat Thüringen der Politisch motivierten Kriminalität - Rechts (PMK-Rechts) 1.412 Fälle (68,2 %) zuzurechnen. In 373 Fällen (18,0 %) handelte es sich um Politisch motivierte Kriminalität - Links (PMK-Links). Im Phänomenbereich Politisch motivierte Ausländerkriminalität (PMK-Ausländer) wurden 19 Delikte (0,9 %) festgestellt.

Im Phänomenbereich PMK-Rechts stieg gegenüber dem Vorjahr die Zahl der festgestellten Straftaten um ein Drittel (+352 Fälle, +33,2%), im Phänomenbereich PMK-Links war ein Anstieg um fast ein Viertel (+70 Fälle, +23,1%) zu verzeichnen. Für den Phänomenbereich PMK-Ausländer wurden im Vergleich zum Vorjahr sieben Delikte mehr erfasst.

In drei Fällen wird im Phänomenbereich PMK-Ausländer wegen terroristischer Straftaten ermittelt. Es besteht der Verdacht der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten, weil Handlungen begangen wurden, die geeignet waren, terroristische bzw. extremistische Gruppierungen zu unterstützen. Die Ermittlungen dauern an.

Im Jahr 2015 wurden 45 Straftaten gegen Wahlkreisbüros oder Parteieinrichtungen in Thüringen registriert. Somit hat sich die Anzahl dieser Straftaten gegenüber dem Vorjahr mit 24 derartigen Fällen fast verdoppelt. Am häufigsten betroffen von den Angriffen war die Partei „DIE LINKE“ mit 20 Delikten. Die AfD war in zwölf Fällen betroffen. Von den 45 Straftaten waren zwölf dem Phänomenbereich PMK – rechts zuzuordnen. Acht Straftaten wurden mit einer linken Motivation begangen. Vier Straftaten zum Nachteil von Parteibüros wurden nicht mit einer politischen Motivation begangen und waren somit der Allgemeinkriminalität zuzuordnen (z. B. Diebstahlsdelikte). In vier Fällen ist es gelungen, die Taten aufzuklären und insgesamt drei Tatverdächtige zu ermitteln. 

„Parteien sind ein tragendes Element unserer Demokratie. Sie stehen stellvertretend für unsere Bürger. Ein Angriff gegen Parteibüros, egal  welchem politischen Spektrums, ist damit auch ein Angriff auf unsere Bürgerinnen und Bürger,“ betonte Minister Poppenhäger. „Zur Eindämmung dieses Kriminalitätsphänomens habe ich den Polizeibereich erneut beauf¬tragt, die Präventions-, Ermittlungs- und Strafverfolgungsmaßnahmen zu effektivieren und die bisher veranlassten Maßnahmen zu evaluieren,“ erklärte abschließend der Innenminister.

Medieninformation 43/2016 des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales

Weitere statistische Angaben sind unter folgendem Link abrufbar: www.thueringen.de/th3/tim/oeffentliche_sicherheit/kriminal/index.aspx

Auf der Seite Statistische Publikationen des Landeskriminalamtes Thüringen finden Sie umfassende statistische Zeitreihen.

Pressemappe PKS 2015 (731.0 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Pressemappe PKS 2014 (1.2 MB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Pressemappe PKS 2013 (980.6 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Pressemappe PKS 2012 (1.1 MB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein Logo ThueringenJahr 11. Integrationsministerkonferenz 2016 in Erfurt Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen