05.06.2013 12:07 Uhr

Bologna-Prozess

Logo: Bologna Prozess

Alle Thüringer Hochschulen haben sich die grundlegende Reform der Studienstruktur zur Aufgabe gemacht, die wegen des Treffens der europäischen Bildungsminister in Bologna am 19. Juni 1999 unter dem Namen „Bologna-Prozess“ zusammengefasst wird. Dieser umfassende und grundlegende Reformprozess ist Teil einer Entwicklung, deren Ziel der Aufbau eines Europäischen Hochschulraumes ist.

Bereits das Lissabonner Abkommen vom 11. April 1997 hatte die Förderung der Mobilität von Studierenden als Ziel, mit der Sorbonne-Erklärung vom 25. Mai 1998 wurde dann eine Harmonisierung der Studiensysteme in den Blick genommen, denn eine Angleichung der Studienstruktur und die Anerkennung von Studienleistungen und Hochschulabschlüssen sind Voraussetzungen für die Mobilität von Studierenden und Hochschulabsolventen in Europa.

Der Prozess der umfassenden Modernisierung der Studiengänge beinhaltet eine ganze Reihe wesentlicher Veränderungen:

  • kürzere Studienzeiten und ein früherer Berufseinstieg durch die Einführung der Bachelorstudiengänge,
  • mehr Praxisbezug durch spezifische berufsbefähigende Komponenten des Studiums,
  • mehr Transparenz der Studieninhalte durch Modularisierung,
  • Verringerung der Studienabbrecherquote durch studienbegleitende Prüfungen,
  • mehr Flexibilität durch ein zweistufiges Studiensystem,
  • größere nationale und internationale Mobilität durch vergleichbare Studienstrukturen.

Die Hochschulen stellen sich nicht nur der Aufgabe der Einführung neuer Studiengänge, sondern sie sind auch dazu verpflichtet, Studieninhalte und Studienbedingungen durch interne und externe Evaluationen regelmäßig zu überprüfen und die Qualität des Studienangebotes sicherzustellen.


Von den Thüringer Hochschulen wurden zum Wintersemester 2012/13 insgesamt 154 Bachelor (BA)- und 177 Master (MA)-Studiengänge angeboten. Hinzu kommen 8 BA-Studiengänge der Staatlichen Studienakademie Thüringen, sowie 13 BA-Studiengänge und ein MA-Studiengang der privaten Fachhochschulen. Somit werden 96,7 Prozent der Thüringer Studiengänge, in die in das 1. Fachsemester immatrikuliert wird, in der BA-/MA-Studienstruktur angeboten. Die TU Ilmenau und die Fachhochschulen haben ihr Studienangebot bereits zu 100 Prozent umgestellt. Die Umstellung auf die gestufte Studienstruktur ist in Thüringen lediglich in den staatlich regulierten, kirchlichen sowie einzelnen künstlerischen Studiengängen noch nicht erfolgt. Die Diskussion zur bundeseinheitlichen Umstellung der rechtswissenschaftlichen und medizinischen Staatsexamensstudiengänge ist noch nicht abgeschlossen.

97,17 Prozent der angeboten BA- und MA- Studiengänge sind bereits akkreditiert. .

Die Studienreform wurde mit viel Engagement und Aufwand geplant und umgesetzt. Der Reformprozess stellt noch immer hohe Anforderungen an alle Beteiligten, nicht zuletzt weil er der Weiterentwicklung bedarf. Dieser Fortentwicklung dient in Thüringen u. a. das Dialogforum „Bologna“ unter Beteiligung der Konferenz Thüringer Studierendenschaften, der Landesrektorenkonferenz und des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
 

PDF Dokumente:

Dialogforum Bologna: Empfehlungen (389,8 kB)
Empfehlungen der Arbeitsgruppen vom 15.02.2012
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Bachelor Welcome (108,4 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen (43,4 kB)
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2003 i.d.F. vom 04.02.2010
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