Theater und Orchester
Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass Thüringen das dichteste Netz von Theatern und Orchestern aller Flächenstaaten der Bundesrepublik hat. Diese kulturelle Vielfalt gilt es zu erhalten und zu pflegen. Ein regional angelegtes Theaterkonzept ermöglicht es daher dem Publikum, in allen Regionen des Landes ein Drei-Sparten-Angebot wahrzunehmen. Voraussetzung dafür sind Ensemblestrukturen, die Schwerpunkte an den einzelnen Standorten bilden und die Angebote miteinander vernetzen. Auf diese Weise können die Bürger wie auch die Besucher den Freistaat auch in Zukunft als Land der Theater und Orchester erleben – ganz im Sinne der großen Tradition Thüringens.
Das Land, das bisher selbst nicht Träger der Theater und Orchester ist, stellt jährlich bis 31.12.2008 über 60 Millionen Euro für die Theater und Orchester zur Verfügung. Ab 2009 bis 2012 sind es 57 Millionen Euro. Das beweist, dass sich die Landesregierung der außerordentlichen Bedeutung der Theater und Orchester in der Kulturlandschaft Thüringens in besonderer Weise bewusst ist.
Die Theaterverträge gewähren den Trägern die notwendige Planungssicherheit über mehrere Jahre. Das ist in Deutschland einmalig. Für die Jahre 2004 bis 2008 und 2009 bis 2012 werden die Landeszuwendungen unter folgenden Voraussetzungen gewährt:
- die historisch gewachsene Vielfalt von Theater- und Orchesterangeboten in Thüringen wird durch Schwerpunktbildung und Vernetzung weiter entwickelt;
- an jedem Theaterstandort wird auch künftig ein Drei-Sparten-Angebot gewährleistet, wenn auch nicht in allen Sparten als eigener Produktionsstandort mit eigenem Ensemble;
- die Ensemble verpflichten sich zur Profilierung sowie zur Kooperation vor allem mit anderen Thüringer Theatern und Orchestern;
- die Höhe der Landeszuwendung sinkt proportional, wenn der kommunale Finanzierungsanteil (Stand 2002) reduziert wird.
Altenburg/Gera
In Ostthüringen zieht es Theaterfreunde nach Altenburg und Gera. Die seit 1995 fusionierte Theater und Philharmonie Thüringen bietet ihren Gästen Aufführungen in zwei traditionsreichen Häusern. So diente das 1871 eröffnete Altenburger Theater schon als Ausbildungsstätte für die Wagnerenkel. Wieland Wagner entwarf Bühnenbilder und inszenierte hier erstmals selbst den „Ring der Nibelungen“ und Webers „Freischütz“. Nicht zuletzt besticht die Architektur beider Häuser. So zeigt sich beispielsweise die Fassade der Geraer Einrichtung im Stil der Neorenaissance kombiniert mit Jugendstilelementen.
Das für über 23 Mio. Euro sanierte Theater Gera wurde am 21. 04. 2007 nach fast zweijähriger Bauzeit wieder eröffnet.
Landestheater Altenburg
Theaterplatz 19, 04600 Altenburg, Tel.: (03447) 58 50
Bühnen der Stadt Gera
Theaterplatz 1, 07548 Gera, Tel.: (0365) 82 79 0
Eisenach
Lässt man den Sängerkrieg auf der Wartburg außen vor, beginnt die Eisenacher Theatergeschichte nachweislich 1321 mit dem „Mysterienspiel von den klugen und törichten Jungfrauen“. Nachdem dann lange Zeit Wandertheater die Eisenacher erfreuten, erhielten die Bürger 1879 ein repräsentatives Theaterhaus. Heute hat das Musiktheater – neben weiteren Sparten – dank Bach, Telemann, Liszt, d’Albert und Reger einen hohen Stellenwert. Höhepunkte sind Wagners „Tannhäuser“, der gleichsam am Originalschauplatz zu erleben ist, sowie Freilichtvorstellungen beispielsweise im Burghof der Wartburg.
Landestheater Eisenach
Theaterplatz 4 - 7, 99817 Eisenach, Tel.: (03691) 25 62 33
Erfurt
In einem modernen Neubau zwischen dem Erfurter Domberg und der barocken Festungsanlage des Petersberges präsentiert sich seit 2003 das Theater Erfurt. Auf seiner Großen Bühne mit 800 Plätzen und der Studiobühne mit 200 Plätzen produziert es ein breites Angebot mit Musiktheater, Tanz, Konzerten und Schauspiel-Gastspielen. Ziel ist vor allem, ein anspruchsvolles und ambitioniertes Musiktheater für Thüringen zu bieten. Mit Soiréen, Gesprächsrunden, Werkeinführungen und Premierenfeiern soll zudem der Kontakt zum Publikum, zu Firmen und Institutionen gepflegt werden.
Seit 1994 veranstaltet das Theater Erfurt im Sommer die Domstufen-Festspiele.
Theater Erfurt
Placidus-Muth-Str. 1, 99084 Erfurt, Tel.: (0361) 22 33-0
Theater Waidspeicher Puppentheater Erfurt
Domplatz 18, 99084 Erfurt, Tel.: (0361) 5 98 29 24
Gotha
Burgen, Schlösser und Kirchen sind immer wieder Spielorte der Thüringen Philharmonie Gotha. Das national und international gefragte Orchester ging 1998 aus dem Landessinfonieorchester Gotha und der Thüringen Philharmonie Suhl hervor. Es bietet seinen Gästen unter anderem bei regelmäßigen Konzertreihen in Gotha und Suhl Jugend- und Chorkonzerte, Kammermusik, cross-over-Projekte von Bach bis zu den Beatles und das alljährliche „Pfingstfestival“ auf Schloss Friedenstein. Die eigene CD-Reihe „Musik am Gothaer Hof“ rückt Komponisten der Region in den Blickpunkt.
Thüringen Philharmonie Gotha
Reinhardsbrunner Straße 21, 99867 Gotha, Tel.: (03621) 75 17 76
Greiz/Reichenbach
Musikunterhaltung auf höchstem Niveau für das Vogtland zu bieten und gleichzeitig Botschafter für die Region zu sein – so umschreibt die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach ihre beiden wichtigsten Ansprüche. Mit einem grenzüberschreitenden und vielseitigen Musikangebot möchte das Orchester Gäste nicht nur in die eigenen Aufführungen, sondern auch in die Ferienregion Vogtland locken. Dafür unternimmt es immer wieder Konzertreisen ins gesamte Bundesgebiet oder fährt zu Gastspielen nach Frankreich, Dänemark, die Schweiz, England, Tschechien, Zypern, die USA, Österreich und China.
Vogtlandphilharmonie Greiz-Reichenbach
Weinholdstraße 7, 08468 Reichenbach, Tel.: (03765) 1 34 70
Jena
Das Theaterhaus Jena ist eines der ungewöhnlichsten Häuser in Thüringens Theaterlandschaft. Es verfügt über ein experimentierfreudiges, hochprofessionelles Ensemble, das den Ruf des Hauses weit über Thüringen hinaus trägt. Gezeigt wird modernes Schauspiel – gleich, ob die Vorlagen klassisch oder zeitgenössisch sind. Auch äußerlich ist das Theaterhaus eine Besonderheit. 1987 wurde das Zuschauerhaus abgerissen, so dass der verbliebene Bühnenturm Darstellern wie Zuschauern Raum bieten muss und die Zuschauerplätze in immer neuen Variationen im Bühnenbild integriert sind.
Theaterhaus Jena
Schillergässchen 1, 07745 Jena, Tel.: (03641) 88 69-0
Den Preis für das beste Konzertprogramm in Deutschland erhielt die Jenaer Philharmonie in den Spielzeiten seit 1999/2000 dreimal vom Deutschen Musikverlegerverband. Das größte Konzertorchester Thüringens, das 1934 gegründet wurde, findet mit seinen Konzertreihen und Gastspielen immer wieder große nationale und internationale Beachtung. Zum Programm gehört Klassisches ebenso wie cross over, Kammermusik, Familien- und Schülerkonzerte. Regelmäßig gastiert das Ensemble unter anderem in der Alten Oper in Frankfurt a. M., in der Kölner Philharmonie und dem Konzerthaus Berlin.
Jenaer Philharmonie
Carl-Zeiss-Platz 15, 07743 Jena, Tel.: (03641) 59 00 10
Meiningen
„Ohne Meiningen kein Hollywood“, heißt es, denn das moderne Regietheater wurde hier „erfunden“. Stanislawskij entwickelte nach „Meininger Spielweise“ seine Lehr- und Regiemethode, die Brecht in Berlin und Strasberg in New York mit Stars wie Al Pacino und Robert de Niro fortsetzten. Schon vorher jedoch blickte das Theater auf eine große Tradition zurück. Nachdem Georg II. das Haus 1866 „Zur Freude und Erhebung“ übernommen hatte, wurde es zur Wiege des Naturalismus. Heute zeigt das Theater mit 740 Plätzen im Großen Haus und 200 Plätzen in den Kammerspielen modernes Schauspiel, Konzerte, Ballett, große Opern, Festivals und Bühnenbälle.
Das Meininger Theater
Bernhardstraße 5, 98617 Meiningen, Tel.: (03693) 45 12 64
Nordhausen/Sondershausen
Schon im 16. Jahrhundert spielten Theatergruppen auf den Plätzen von Nordhausen. Im Jahr 1917 erhielten die Bürger der Stadt am Südharz dann endlich ihr eigenes Theaterhaus, in dem noch heute klassische und moderne Inszenierungen in den Sparten Ballett, Oper, Operette, Musical und Schauspiel zu erleben sind. Ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit ist dabei das Loh-Orchester Sondershausen. Dem Publikum werden regelmäßig auch Sinfoniekonzerte in Nordhausen und Sondershausen angeboten. Seit 2006 ist das Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen darüber hinaus Veranstalter der Schlossfestspiele Sondershausen
www.schlossfestspiele-sondershausen.de
Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen
Käthe-Kollwitz-Straße 15, 99734 Nordhausen, Tel.: (03631) 62 60-147
Rudolstadt/Saalfeld
Das Modernste seiner Zeit inszenierte Goethe einst in Rudolstadt. Als erster Intendant des Theaters brachte er beispielsweise sämtliche Werke Schillers zur Aufführung sowie viele andere, die damals modern waren. Im Sinne dieser Tradition möchte das Theater auch heute jungen Autoren und Regisseuren den Weg ebnen. Neben großen Namen werden auch künstlerische Kleinode abseits des Massengeschmacks gezeigt. Außerdem gibt es für Kinder und Jugendliche das „theater tumult“. Die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt runden mit ihren Aufführungen das Angebot musikalisch ab.
Thüringer Landestheater Rudolstadt / Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt
Anger 1, 07407 Rudolstadt, Tel.: (03672) 42 27 66
Weimar
Nachdem Goethe 1791 die Leitung übernommen hatte, erlangte das Weimarer Hoftheater bald Weltruhm. Die Uraufführungen von Schillers Geschichtsdramen waren dafür ebenso wichtig wie die Kapellmeister Franz Liszt und Richard Strauß. Heute präsentiert das DNT 600 Opern-, Schauspiel- und Konzertveranstaltungen pro Jahr sowie Internationale Tanzgastspiele. Dabei findet nicht nur sein Repertoire klassischer und zeitgenössischer Werke, das auch Kinder- und Jugendtheater einschließt, überregionale Beachtung, sondern ebenso die unter dem Namen „Weimarer Modell“ stattfindenden Strukturreformen.
Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar GmbH - Staatstheater Thüringen (DNT)
Theaterplatz 2, 99423 Weimar, Tel.: (03643) 75 50
Förderung der Theater und Orchester im Freistaat ab 2009