„Am Anfang war das Wort“ – “In the beginning was the word” – “En el principio era el Verbo” – “Au commencement était la Parole”. Dieses Wort aus dem Johannes-Evangelium wird als Botschaft weltweit verstanden und ist das Leitwort der kommenden Jahre. Im Jahr 2008 wurde der Auftakt zur Lutherdekade begangen. Es schließen sich acht thematisch gestaltete Jahre an, die 2017 in die Jubiläumsfeierlichkeiten „500 Jahre Reformation“ münden. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Ablass. Der Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche markiert den Beginn der Reformation, die ganz Europa erfasste. Luthers Theologie steht seitdem für den Aufbruch in eine neue Freiheit jedes Menschen. Knapp 500 Jahre später gibt es weltweit 400 Millionen Protestanten, deren Glaube durch die Reformation geprägt wurde.
Die Reformation hat Sprache und Bildung, Kultur und Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Deutschland und der ganzen Welt beeinflusst. Was dies für unsere heutige Zeit konkret bedeutet, wird in den Themenjahren verständlich und erlebbar. In Ausstellungen, Konzerten und Kongressen, in den Kirchengemeinden und Schulen werden die Köpfe und Herzen der Menschen angesprochen.
Die Lutherdekade nähert sich in Themenjahren dem Reformationsjubiläum 2017. Dabei werden inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, die das Ereignis für Menschen heute erlebbar und erfahrbar machen möchten.
Reformation und Bekenntnis (2009)
Die Reformation verbreitete sich über Landesgrenzen hinweg in ganz Europa. In der Schweiz war sie von Johannes Calvin geprägt, dem Gründungsvater des reformierten Protestantismus. Das Reformationsjubiläum 2017 möchte ein Fest aller reformatorischen Kirchen sein und Menschen aus aller Welt ansprechen.
Reformation und Bildung (2010)
Luther prägte die deutsche Sprache durch seine Bibelübersetzung wie kein Zweiter. Ausgehend von der eigenen Lektüre wurde Bildung für alle verfügbar. Philipp Melanchthon, Johann Gottfried Herder oder Wilhelm von Humboldt führten diese Bildungsimpulse fort und prägen noch heute unser Denken.
Reformation und Freiheit (2011)
Die Reformation steht für die christliche Rückbesinnung auf das Wort Gottes. Sie ist aber gleichzeitig Ausdruck eines am Individuum orientierten, freiheitsbewussten Weltbildes. Aus der Freiheit jedes Einzelnen folgt auch die Gewissensfreiheit, die bis heute das Miteinander in Staat, Kirche und Gesellschaft prägt.
Reformation und Musik (2012)
Musik und Gesang im Gottesdienst der Gemeinde sind Erfindungen der Reformation, die fest zum evangelischen Glauben gehören; deshalb wird die Reformation auch als Singbewegung bezeichnet. Evangelische Kirchenmusik großer Musiker von Johann Sebastian Bach bis Felix Mendelssohn Bartholdy wurde von den Kirchen auch in die Konzertsäle gebracht und prägt die europäische Musikkultur bis heute.
Wir leben heute in einem toleranten Europa, in dem die Würde und Meinungsfreiheit jedes einzelnen Menschen geachtet wird. Dies war in der europäischen Geschichte nicht immer selbstverständlich, die Konfessionskirchen haben in ihren Kämpfen auch schweres Leid hervorgerufen. Dieses Jahr dient dazu, auch diese Schattenseiten zu benennen, die Lerngeschichte der Konfessionskirchen aufzuzeigen und ein religionsbefriedetes Zusammenleben ohne nationalistische oder konfessionalistische Begrenzungen zu stärken.
Themenjahr 2013
Reformation und Politik (2014)
Die Reformation prägte einen neuen christlichen Freiheitsbegriff, hatte aber auch ein durchaus zwiespältiges Verhältnis zur staatlichen Macht: Zwischen Ergebenheit und Aufstand pendelte das Engagement. Zugleich wurde die Reformation zu einem Meilenstein auf dem Weg zu einer demokratischen Gesellschaft und einer aktiven Zivilgesellschaft, wie wir sie heute kennen.
Reformation und Bild und Bibel (2015)
Vor 500 Jahren begann mit der Reformation eine Medienrevolution. Der Buchdruck bekam durch die Verbreitung der Luther-Bibel eine neue Qualität; Flugblätter waren fortan ein Massenmedium. Bedeutende Künstler wie Lucas Cranach entwickelten eine neue Wort- und Bildsprache auf dem Weg in die Moderne.
Reformation und die eine Welt (2016)
400 Millionen Protestanten weltweit richten ihren Blick nach Deutschland, das Mutterland der Reformation. Viele Menschen werden die Orte besuchen, an denen der Aufbruch aus der mittelalterlichen Einheitswelt und die Erneuerung von Glauben und Denken den Anfang nahmen. Das Jubiläum wird ein internationales Ereignis sein und in die ganze Welt ausstrahlen.
Reformationsjubiläum (2017)
Das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ wird weltweit mit kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen, Tagungen und großen Ausstellungen gefeiert werden – Höhepunkt der Lutherdekade, jedoch nicht das Ende der Begegnung mit Luthers Leben und Werk.