Fünfhundertjähriges Jubiläum der Reformation
Thüringen ist das Kernland der durch Martin Luther ausgelösten Reformation, die ab 1517 stattfand. Bis zum Jubiläumsjahr soll in ganzer Breite an 500 Jahre Reformation erinnert werden. Der Fokus wird damit auf ein gesamtgesellschaftliches Modernisierungsprojekt des 16. Jahrhunderts und ein eindrucksvolles soziokulturelles Vitalisierungsereignis gelenkt. Dieses Weltereignis hat vielfältige kulturelle Wurzeln und Folgewirkungen, denen in Thüringen in besonderer Weise nachgegangen werden kann. Sie ist ein identitätstiftender und in ihren Entwicklungspotenzialen bei Weitem noch nicht ausgeschöpften Bestandteil der einzigartigen Kulturlandschaft Thüringens.
„Thüringen als Luther-Land entdecken und entwickeln“, so lautet daher die landespolitische Aufgabe.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Umsetzung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe nicht einfach Aufgabe der evangelischen Kirchen ist; vielmehr muss die „Lutherdekade“ nicht in konfessioneller, sondern in kultureller Weise verstanden und gestaltet werden.
Martin Luther zählt zu den bekanntesten Deutschen. Wird genauer nachgefragt, wird jedoch deutlich, dass sowohl das Wissen über den Menschen Luther als auch über sein beachtliches personelles Netzwerk und sein kulturelles Umfeld relativ schwach ausgebildet ist. Auch die mit der Reformation verbundenen Wandlungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, das Entstehen einer neuen Ästhetik, neuer Formen der Kunst und des Kunstbetriebes sowie die umfängliche Nutzung neuer Techniken wie beispielsweise des Buchdrucks verdienen eine sorgfältige Recherche und Würdigung sowie eine möglichst breite Diskussion.