Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

07.01.2013 09:50 Uhr

Beitrag der Kultur zur Lissabon-Strategie / EU Kulturwirtschaft

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Aus dem Bewusstsein heraus, dass die Kultur unverzichtbar ist für die strategischen Ziele der EU, wie Wohlstand, Solidarität und Sicherheit, hat sich die Kommission zur Notwendigkeit einer neuen EU-Kultur-Agenda geäußert.

Der „Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung“ vom 10. Mai 2007 liegt ein weit gefasster Kulturbegriff und ein weites Verständnis von Kulturpolitik zugrunde. Die Kommission setzt sich mit dem Verhältnis von Kultur und Europa im Zeichen der Globalisierung auseinander und schlägt Ziele für eine neue Kulturagenda vor:

  • Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs,
  • Förderung der Kultur als Katalysator für Kreativität im Rahmen der Strategie von Lissabon für Wachstum und Beschäftigung,
  • Förderung der Kultur als wesentlicher Bestandteil der internationalen Beziehungen der Union.

Die Kommission erläutert im weiteren ihre Ziele und unterbreitet Vorschläge zur Intensivierung der kulturellen Zusammenarbeit in Europa. Neuen Partnerschaften und Arbeitsmethoden widmet die Kommission in ihrer Mitteilung einen eigenen Abschnitt. Die Kommission hält es für wichtig, bei allen Akteuren um Unterstützung für diese Agenda zu werben. Daher hat sie das Europäische Parlament, den Rat, den Ausschuss der Regionen und den Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss ersucht, sich zur Mitteilung zu äußern und unterstützende Schlossfolgerungen zu ziehen.
 

EU-Kulturwirtschaft

Die von der Kommission veranlasste Studie zur Kulturwirtschaft in Europa "The Economy Of Culture In Europe" belegt, dass kulturelle Kreativität und die Branchen der Kulturwirtschaft einen erheblichen Beitrag zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung leisten. Seitdem bildet Kulturwirtschaft einen Schwerpunkt auch für die EU. Aus diesem Grund wurden "Schlussfolgerungen des Rates über den Beitrag des Kultur- und Kreativbereiches zur Verwirklichung der Ziele der Lissabon-Strategie" erarbeitet und am 24. Mai auf dem formellen Rat in Brüssel beschlossen. Die Ratsschlussfolgerungen legen den Grundstein für ein Tätigwerden in vier Bereichen:

  • Sammlung von Daten, um zu abgestimmten Kulturstatistiken auf europäischer Ebene zu gelangen;
  • Stärkung der Aus- und Fortbildung im Kultur- und Kreativbereich;
  • Ausschöpfung des Potentials der kleinen und mittleren Unternehmen im Kultur- und Kreativbereich;
  • bessere Nutzung der Gemeinschaftsstrukturen, Programme und Initiativen, um das Potential des Kultur- und Kreativsektors weiter zu entwickeln.

Noch bevor die Kulturwirtschaft auf europäischer Ebene in den Focus rückte, haben in Deutschland bereits verschiedene Länder Kulturwirtschaftsberichte erstellt. In Thüringen ist das Thüringer Kultusministerium derzeit mit der Erstellung des ersten Thüringer Kulturwirtschaftberichtes befasst, der voraussichtlich Ende 2008 vorliegen wird.
 


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