Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

07.01.2013 09:52 Uhr

Thüringer Kulturpreis 2009

Preisträger des Thüringer Kulturpreises 2009
sind

das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden
und das Technische Schaudenkmal Gießerei Heinrichshütte Wurzbach


Die Preisverleihung fand am 26. November 2009 in der Thüringer Staatskanzlei statt. Die Laudatio auf die Preisträger wurde von Frau Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger gehalten.

In der Jurybegründung heißt es:

Das Freilichtmuseum Hohenfelden gibt Einblicke in das Leben der Menschen früherer Jahrhunderte. Es umfasst Beispiele historisch-ländlicher Architektur an authentischen Orten und den musealen Gebäudekomplex „Am Eichenberg“, wohin Gebäude umgesetzt wurden, die an ihren ursprünglichen Mittelthüringer Standorten nicht erhalten werden konnten.
Bei diesem Umsetzungsverfahren werden alte Handwerkstechniken gepflegt und präsentiert. Das Wiedererlernen von teils vergessenen, teils vom Vergessen bedrohter Technologien und Verfahren, ebenso der Umgang mit bestimmtem Materialien (Naturfarben, Putze, Lehm, bestimmte Pflasterungen) gehört im Feilichtmuseum zum Alltagsgeschäft. Neben Sonderausstellungen zur Arbeits- und Lebensweise und zu historischen Kultur- und Handwerkstechniken vertieft ein abwechslungsreiches Programm ganzjährig das Wissen um das ländliche Alltagsleben. Handwerksvorführungen, Schafschur, Wollverarbeitung, Bierbrauen, Käseherstellung ergänzen das Angebot genau wie das traditionelle Herbstfest, auf dem historische Landtechnik vorgeführt wird.
Die einmalige Komplexität des Angebotes des Freilichtmuseums spiegelt in beeindruckender Vielfalt die Verschiedenartigkeit Thüringens und zieht jährlich ca. 25.000 Besucher mit steigendem Erfolg in seinen Bann. Dass sich das Konzept des Feilichtmuseums in Trägerschaft des Landkreises Weimarer Land so breitenwirksam und stetig erfolgreicher durchsetzen konnte, liegt wesentlich in der stringenter Handhabung und konsequenten Umsetzung der Museumskonzeption begründet.


Die Heinrichshütte in Wurzbach ist das einzige technische Denkmal in Deutschland, das die Produktionsprozesse des Eisengießens und historische Gießtechniken vorführt. Mit dem Aufbau von Sammlungen zum Gießereiwesen und des metallverarbeitenden Gewerbes, die mit der Heinrichshütte in Verbindung stehen, ist es gelungen, einmalige Sachzeugen der Metallurgie und Metallverarbeitung zu sichern und zu erhalten.
Dem hohen persönlichen Engagement und der leidenschaftlichen Ausdauer der Mitarbeiter der Heinrichshütte ist es zu verdanken, dass die Heinrichshütte in Trägerschaft des Saale-Orla-Kreises zu einem kulturellen Anziehungspunkt geworden ist. Die Bewahrung und Pflege traditioneller beheimateter Handwerks- und Industrietechniken trägt zur Stärkung der Identität der Menschen vor Ort bei und zieht zudem zahlreiche Interessierte in die Region. Mit jährlich ca. 5.5oo Besuchern entfaltet die Heinrichshütte eine beachtliche Breitenwirkung, die sowohl für die kulturhistorische Bildung als auch für den Tourismus in der Region einen hohen Wert darstellt.

 


Laudatio
von Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger
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