Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

03.05.2013 15:28 Uhr

EU und Internationales

Unsere Gesellschaft braucht gut ausgebildete junge Menschen – und zwar alle! Die Jugendlichen, die heute ausgebildet werden, spielen für den Erhalt der Innovationsfähigkeit von Gesellschaft und Wirtschaft eine ganz besonders wichtige Rolle.

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kutur unterstützt die Ziele der Europäischen Union, indem es sich u.a. besonders für wachsende Mobilität und interkulturellen Austausch im Freistaat Thüringen einsetzt. 394 Schulen des Freistaats stehen im aktiven Austausch mit Partnerschulen in Europa und der Welt. Im Schuljahr 20012/13 werden 36 COMENIUS-Projekte durchgeführt. 10 Schulen gehören dem internationalen Netzwerk der UNESCO-Projektschulen an und 27 Schulen dürfen 2012/13 den Namenszusatz „Europaschulen“ führen.  

 www.thueringen.de/de/tsk/europa/europapolitik/strategien

Von Partnerschaften der Thüringer Schulen ist ein beträchtlicher Anteil verbunden mit einer Städtepartnerschaft. Somit wird für die Jugendlichen der Begriff „Europa der Bürger“ bzw. „nachbarschaftliches Europa“ mit Leben erfüllt, sie üben schon in ihrer Schulzeit ein, was später im Berufsleben gefordert wird: Mobilität, Toleranz und interkulturelles Lernen. Thüringer Schülerinnen und Schüler beteiligen sich regelmäßig und erfolgreich an europäischen Initiativen und Wettbewerben. Der größte (und bedeutendste streichen) Wettbewerb auf diesem Gebiet ist der europaweite Wettbewerb „Europa in der Schule“. Hier nehmen jährlich ca. 8.000 Schülerinnen und Schüler Thüringens teil.

Um Thüringer Bürgerinnen und Bürgern weiterhin den Weg in die europäische Zukunft zu zeigen, bietet diese Internetseite, Hinweise, Informationen und Empfehlungen für den Schulbereiche.

Europäischer Qualifikationsrahmen

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ist ein prioritäres Vorhaben der EU-Bildungszusammenarbeit, das sowohl im Lissabon-Prozess als auch im Kopenhagen-Prozess zur beruflichen Bildung verankert ist. Es knüpft an den Hochschulqualifikationsrahmen des Bologna-Prozesses an. Ziel des EQR ist die Verständigung auf einen allgemeinen bildungsbereichübergreifenden Metarahmen auf europäischer Ebene. Dieser soll es ermöglichen, nationale Qualifikationen in den Mitgliedsstaaten in Bezug zueinander zu setzen um so die Transparenz, Vergleichbarkeit und Übertragung von Qualifikationen zu erleichtern.

Die Empfehlungen des Rates und des Europäischen Parlamentes zur Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen wurden im April 2008 offiziell in Kraft gesetzt. Kernstück des EQR bildet ein Referenzrahmen mit acht Niveaustufen, die auf der Grundlage von Lernergebnissen (learning outcomes) durch Deskriptoren in übergeordneten Beschreibungskategorien (Kompetenzen) qualitativ definiert werden.

Deutscher Qualifikationsrahmen

Praktische Bedeutung kann ein EQR erst erlangen, wenn die EU-Mitgliedstaaten die Leistungen ihrer Bildungssysteme und sonstiger Lernangebote in Form von Lernergebnissen / Kompetenzen und Niveaustufen beschreiben und ihren praktischen Nutzen erprobt haben. Vor diesem Hintergrund gilt es, den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zu entwickeln. Er soll ein transparentes Instrument im europäischen Kontext darstellen.

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist aktiv im Rahmen der KMK-AG-EQR und der Fachausschüsse der Kultusministerkonferenz an dem Prozess zur innerstaatlichen Umsetzung beteiligt. Struktur und Aufbau des DQR sollen sich am EQR orientieren, um damit eine Vergleichbarkeit sicherzustellen und die Anwendung des DQR und EQR als Übersetzungsinstrument zu den Bildungssystemen der anderen beteiligten Länder zu erleichtern.

Bis 2012 sollen auf Empfehlung der Kommission die Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass alle neuen Qualitätsnachweise / Abschlüsse und Europass-Dokumente einen Verweis auf das entsprechende DQR-Niveau enthalten.

Die Potentiale des Deutschen Qualifikationsrahmens werden als große Chance bewertet, das deutsche Qualifikationssystem transparenter zu machen, seine Verlässlichkeit, Durchlässigkeit sowie Qualitätssicherung zu unterstützen. Er wird mithelfen, die Mobilität von Lernenden und Beschäftigten zwischen Deutschland und EU-Mitgliedstaaten im Sinne bestmöglicher Chancen zu fördern.

Fahne EU: Quelle: Fotolia_abdulsatari Fahen D: Quelle: Fotolia_abdulsatari

Empfehlungen des Europäischen Parlamentes und des Rates
23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen

Europäische Kommission
Informationsseiten zum Europäischer Qualifikationsrahmen

Bundesministerium für Bildung Forschung - Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) / Nationaler Qualifikationsrahmen in anderen Ländern

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Deutscher Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen

Deutscher Bundestag
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung - 7. Juli 2010: Öffentliche Anhörung zum Thema "Europäischer Qualifikationsrahmen/ Deutscher Qualifikationsrahmen"