25.06.2014 16:24 Uhr

Erwachsenenbildung in Thüringen

Erwachsenenbildung hat in Thüringen einen großen Stellenwert. Wer sich heute den Anforderungen flexibler Arbeitswelten in Forschung, Wissenschaft und Technik stellen will, braucht nicht nur eine qualifizierte berufliche Ausbildung, sondern muss seine Kenntnisse und Fähigkeiten ständig aktualisieren. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen entscheidet über persönliche Lebens- und Berufsperspektiven.

Schwerpunkt des Bildungsauftrages ist daher die Erwachsenenbildung. Sie dient der allgemeinen, politischen, kulturellen und beruflichen Bildung. Sie soll zur Chancengleichheit beitragen und Bildungsdefizite abbauen. Dazu gehören unter anderem das Nachholen von Schulabschlüssen, der Erhalt und Ausbau allgemeiner beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten sowie der Erwerb neuer zusätzlicher Qualifikationen. Dabei arbeitet der Freistaat eng mit den anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung – den Volkshochschulen, den freien Trägern und Heimvolkshochschulen – zusammen.


Aktuelles

Minister Matschie beim 12. Thüringer Bildungssymposium
Bildungsminister Christoph Matschie im Gespräch mit Carla Riechel, Vorsitzende des Landeskuratoriums und Sylvia Kränke, stellv. Vorsitzende

Erwachsenenbildung auf dem 12. Thüringer Bildungssymposium 2014

Unter dem Motto „Jede Bewegung beginnt im Kopf“ präsentierten sich das erste Mal Volkshochschulen, Freie Träger der Erwachsenenbildung und Heimvolkshochschulen an einem gemeinsamen Stand und machten so deutlich: Lernen gehört zum Leben dazu und darf niemals aufhören.
Gemeinsam treten die anerkannten Erwachsenenbildungseinrichtungen an, um für Jede und Jeden das passende Bildungsangebot bereit zu stellen.
Weil auch Erwachsene neugierig sind, lockten Fußbodenaufkleber mit der Frage "Wie weit ist es bis zum Horizont?" Die Antwort gab der populäre Rocksänger Knorkator per Videoclip durch eine Erläuterung des Satzes des Pythagoras.
Bereits im Vorfeld hatten die Erwachsenenbildner kräftig die Werbetrommel gerührt: Es wurde eigens ein Flyer für die Angebote auf dem Bildungssymposium erstellt und über die 39 Mitgliedseinrichtungen und die zwei Landesorganisationen verteilt.
Zehn Veranstaltungen der Erwachsenenbildung haben auf dem 12. Thüringer Bildungssymposium stattgefunden, welche sehr gut besucht waren. Zu Themen wie Mehrsprachigkeit in Familien, Lernfeld Bauerngarten, Kritisches Denken u.v.a.m. wurde Innovatives und Bewährtes diskutiert und die zahlreichen Teilnehmer erhielten neue Bildungsanstöße.
Wir hoffen und wünschen uns, dass durch diese gemeinsame Aktion die Erwachsenenbildung auf dem Bildungssymposium in Zukunft noch mehr präsent ist und neue Teilnehmerkreise anzieht.
Denn: Erwachsenenbildung erweitert den Horizont.


 

Gisela Pfaff - Preisträger Salzmann-Preis 2013
Preisträgerin Frau Gisela Pfaff mit Staatssekretär Prof. Dr. Roland Merten

Zwei Salzmanpreise gehen an Erwachsenenbildung

Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie zeichnet einmal im Jahr zehn Personen für ihr herausragendes Engagement in der Bildung mit der Salzmann-Medaille aus.

Unter den Preisträgern befinden sich in diesem Jahr erstmalig auch zwei Erwachsenenbildnerinnen:

Gisela Pfaff unterrichtet an der Volkshochschule Erfurt und arbeitet seit Jahren auch für andere Bildungsträger ehrenamtlich in Alphabetisierungskampagnen mit.

Frau Pfaff wurde für ihr Engagement in der Alphabetisierungsarbeit gewürdigt.
Allein in Thüringen leben etwa zweihunderttausend deutschsprachige Erwachsene, deren schriftsprachliche Kompetenz unter dem erforderlichen und als selbstverständlich vorausgesetzten Niveau liegt. Diesen als „funktionale Analphabeten“ bezeichneten Personen nimmt sich Gisela Pfaff seit zwanzig Jahren an.

Mit ihrer feinfühligen Art bringt Frau Pfaff den Kursteilnehmern das nötige Vertrauen entgegen und nimmt ihnen die Angst vor Bloßstellung. Sie ermutigt die Teilnehmer, auch mit 50 Jahren erneut das Lesen und Schreiben zu erlernen, und betreut die Teilnehmer individuell über den Unterricht hinaus. „Herz wird immer groß geschrieben“, stand in einer Tageszeitung über ihre Kurse.

Für Gisela Pfaff ist es besonders wichtig, Ämter und Behörden weiterhin für die Alphabetisierungsarbeit zu sensibilisieren. Dabei zeigt sie sich – wie bei einer Ansprache im Erfurter Steigerwaldstadion – ebenso kreativ wie mutig, wenn es darum geht, ihre Anliegen voranzubringen.
 

Evelyn Sittig - Preisträger Salzmann-Preis 2013
Preisträgerin Frau Evelyn Sittig

Evelyn Sittig ist Pädagogische Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Regionale Bildung bei der LEB Thüringen e.V. und Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenenbildung e.V.

Frau Sittig entwickelt und koordiniert seit vielen Jahren Projekte beim LEB Thüringen e.V.
Ihr hoher persönlicher Einsatz verfolgt das Ziel, bestehende Bildungsangebote um die europäische Dimension zu bereichern. Das setzt Frau Sittig mit kooperativen und informellen Lernansätzen um, zum Beispiel mit einem Grundtvig-Workshop „Imagine – Math could be fun – Stell Dir vor – Mathe könnte Spaß machen“. Daran nahmen Seniorinnen und Senioren aus Europa und Japan teil, um der Mathematik im Alltag nachzugehen und ihre mathematischen, sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen zu vervollkommnen. Ein interkulturelles und generationenübergreifendes Fest war das europäische Kochen zusammen mit Schülern einer Erfurter Regelschule und ihren Lehrern.

Mit ihren Aktivitäten bringt Evelyn Sittig Erwachsene dazu, eigene Informations- und Kommunikationskanäle zu erschließen. Damit haben sie die Chance, sich gemeinsam die Freude am lebenslangen Lernen zu erhalten. Frau Sittig war und ist bei der Gestaltung solcher innovativen Workshops mit großem Engagement beteiligt. So zeigt sich, dass auch kleine Aktionen große Wirkung erzielen können.

Evelyn Sittig: „Ich freue mich über diese Auszeichnung, die nicht nur stellvertretend für mein Team beim LEB Thüringen e.V. steht sondern vor Allem die Bedeutung der Erwachsenenbildung für durch Salzmann geprägte Kategorien wie Innovation und beispielgebendes Bemühen um die Verbesserung der pädagogischen Arbeit hervorhebt. „

Die Auszeichnung ist nach dem Thüringer Theologen und Pädagogen Christian Gotthilf Salzmann benannt, der 1784 in Schnepfenthal eine eigene Erziehungsanstalt gründete.
Die diesjährigen Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury aus 27 Vorschlägen ausgewählt.


 

Landeskuratorium für Erwachsenenbildung am 14. März 2013. Vorsitzende des Landeskuratoriums für Erwachsenenbildung, Carla Riechel, mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenenbildung e.V.(LOFT e.V.), Dr. Jürgen Neubert

Landeskuratorium für Erwachsenenbildung fordert Bildungsfreistellungsgesetz für Thüringen

In 12 deutschen Bundesländern wird Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit geboten, sich für eine bestimmte Zeit von der Berufstätigkeit freistellen zu lassen, um Angebote der Weiterbildung wahrzunehmen. Die konkreten Voraussetzungen dafür werden in Landesgesetzen geregelt. Thüringen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen es bislang keine Regelungen dazu gab. Laut Koalitionsvertrag soll ein Bildungsfreistellungsgesetz aber noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

In der Sitzung des Landeskuratoriums für Erwachsenenbildung am 14.3.2013 informierte Bildungsminister Christoph Matschie über den Stand der Verhandlungen zwischen den Koalitionspartner.

Die Kuratoriumsvorsitzende, Carla Riechel, betonte im Gespräch, dass das Landeskuratorium von Beginn an aktiv an der Erarbeitung des Bildungsfreistellungsgesetzes mitgearbeitet habe. Ein Anspruch auf Bildungsfreistellung sei ein notwendiger Schritt, um die Bedingungen für das lebensbegleitende Lernen in Thüringen zu verbessern. Der vorliegende Gesetzesentwurf setze in Thüringen um, was in 12 Bundesländern bereits Realität sei. Die verschiedenen Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern seien dabei intensiv abgewogen worden. Alle 6 bis 7 Jahre verdoppelte sich das verfügbare Wissen. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die hier Anschluss behalten wollten, sollten unterstützt werden. Dies sei ein Gewinn für alle, die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt.


 

Carla Riechel
Carla Riechel

Amtswechsel im Landeskuratorium der Erwachsenenbildung – Frau Carla Riechel ist neue Vorsitzende

In der Sitzung des Landeskuratoriums der Erwachsenenbildung am 27. September 2012 wurde eine neue Vorsitzende gewählt. Frau Carla Riechel von der Katholischen Heimvolkshochschule „St. Ursula“ Erfurt übernimmt aus der Einrichtungsgruppe der Heimvolkshochschulen den Vorsitz des Landeskuratoriums.

Die bisherige Vorsitzende, Frau Sylvia Kränke vom TVV, wird nach Ihrer dreijährigen Amtszeit als Vorsitzende von Frau Wenk mit herzlichem Dank für ihren unermüdlichen Einsatz, ihr Engagement für die Erwachsenenbildung sowie die gute Zusammenarbeit mit dem TMBWK verabschiedet.

Frau Kränke wünscht Frau Riechel für Ihr neues Amt und dessen Aufgabenwahrnehmung viel Erfolg. Unterstützend steht sie der Vorsitzenden weiterhin als Stellvertreter(in) neben Herrn Dr. Jürgen Neubert (DGB BW Thüringen) zur Seite.