Mit Erich Kästner in Moskau

Aus dem russischen Alltag einer Thüringer Lehrerin

Wenn die Schülerinnen und Schüler der Moskauer Deutschen Schule beim Vorlesewettbewerb ihr Können unter Beweis stellen, dann gehören Erich Kästners „Doppeltes Lottchen“ und „Emil und die Detektive“ zu den Favoriten der Kinder.

Der Ablauf des deutschsprachigen Wettbewerbs ist routiniert, da schon seit Jahren Tradition: Die Vorrunde findet in zwei Gruppen statt, Teilnehmer und Jury teilen sich auf. Jedes Kind liest etwa bis zu fünf Minuten aus einem selbstgewählten Buch vor. Bewertet werden die Darbietungen von einer Jury, der unter anderen Birgit Arndt angehört.

Birgit Arndt ist Pädagogin, stammt aus dem thüringischen Rositz und arbeitet heute in Russland. Vor acht Jahren startete sie ihr „russisches Abenteuer“. Zunächst unterrichtet Birgit Arndt „Deutsch als Fremdsprache“ in Kaluga, das 200 Kilometer südwestlich von Moskau liegt und als „Wiege der russischen Raumfahrt“ gilt. Einmal in der Woche nahm sie sechs Stunden Fahrtzeit in Kauf, um auch in der Nachbarstadt Tula Kinder zu unterrichten. Doch das änderte sich bald.

Heute ist Birgit Arndt als Fachberaterin und Koordinatorin für den Deutschunterricht an 32 Schulen in zwölf russischen Städten, die das Deutsche Sprachdiplom anbieten, unterwegs. Ein Blick auf die Landkarte macht  deutlich, wie groß die Entfernungen zwischen ‚ihren‘ Schulen sind. So liegen zwischen Moskau und Samara 800 Kilometer, bis nach Wolgograd sind es sogar 1.000 Kilometer. „Da ist es durchaus ein kleines Kunststück ist, allen Bedürfnissen regelmäßig nachzukommen“, gesteht Birgit Arndt.

Zu ihren Aufgaben gehört natürlich weit mehr als die Betreuung des Vorlesewettbewerbs. So organisiert Birgit Arndt Intensivkurse für die Schülerinnen und Schüler. Sie unterstützt ihre russischen Kolleginnen und Kollegen bei der Gestaltung von Lehrplänen. Zudem plant sie die Projekt- und Seminararbeiten für künftige russische Deutschlehrkräfte. Zugleich ist sie Kooperationspartnerin für zahlreiche Einrichtungen, wie das Goethe Institut, den Pädagogischen Austauschdienst, den Deutschen Akademischen Austauschdienst, sowie Ansprechpartnerin für Botschaft und Konsulat. Sie hat immer ein offenes Ohr für deutsche und russische Lehrkräfte, für Eltern, Schülerinnen und Schüler und nicht zuletzt für Schulleitungen und Bildungsbehörden.

Einmal im Jahr findet ein einwöchiges Seminar für Lehrkräfte in den Regionen der deutsch-russischen Minderheiten statt. Das liegt Birgit Arndt besonders am Herzen: „Die Organisation dieses Treffens ist zwar jedes Mal ein immenser Kraftakt. Der lohnt sich aber, weil es immer wieder toll ist, zu erleben, mit wie viel Leidenschaft die Kolleginnen und Kollegen dabei sind.“ Bei den Treffen kommen rund 45 russische Deutschlehrkräfte aus dem Schul- aber auch Hochschulbereich zusammen. Sie arbeiten eine Woche lang in Workshops zu unterschiedlichsten Themen. Organisiert und durchgeführt wird das Seminar von drei Fachberaterinnen und Fachberatern aus Moskau, Jekaterinburg und Novosibirsk.

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