01.02.2018
Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

Medieninformation 2/2018

Familiennachzug stärkt Integration

„Diese Entscheidung ist nicht nur integrationspolitisch unklug, sondern ein humanitäres Desaster“, sagt die Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, Mirjam Kruppa. „Die bisherige Regelung zur Aussetzung des Familiennachzuges für geflüchtete Menschen mit subsidiärem Schutz sah vor, die Familienzusammenführung für zwei Jahre bis zum 18. März 2018 auszusetzen und nicht aufzuheben. Viele Mütter oder Väter haben hoffend darauf hingelebt, um endlich ihre minderjährigen Kinder und ihre Ehepartner in die Arme schließen zu können und in Sicherheit zu wissen. Alle ihre Hoffnungen haben sich auf dieses Datum bezogen. Das Ausmaß ihrer Verzweiflung ist mit der weiteren Aussetzung des Familiennachzuges nahezu unermesslich.“

Die umstrittene Regelung ist in einer Zeit entstanden, in der viele Geflüchtete nach Deutschland kamen. Das Aufnahmeszenario hat sich mittlerweile vollkommen geändert. „Außerdem geht es jetzt darum, den Menschen, die zu uns gekommen sind, eine gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft zu ermöglichen. Das funktioniert nicht, wenn die Angst, Verzweiflung, Trauer und Wut der Zugewanderten stärker im Kopf vorhanden ist als der Wunsch, einen Kindergartenplatz zu finden oder sich mit den Nachbarn zu verständigen.“

Das Gesetz sieht eine Deckelung auf 1.000 Personen pro Monat vor. „Wonach sollen die Behörden auswählen?“, fragt Kruppa. „Ist es die Mutter, die seit zwei Jahren auf ihre Kinder wartet, ist es der Vater, der nicht fähig ist Deutsch zu lernen, weil er ständig auf Schreckensnachrichten aus Aleppo oder Kabul wartet, ist es das 13-jährige Kind, dass allein in Deutschland auf seine Familie wartet? Nach menschlichen Gesichtspunkten kann es keinerlei Kriterienkatalog für Leid geben.“

„Die teilweise weitere Aussetzung des Familiennachzuges zeugt nicht von einem humanitären Ansatz und schürt die Verzweiflung der Betroffenen. Wir als aufnahmefähige Gesellschaft würden es uns sehr viel leichter machen, den Menschen die Hand zu reichen für eine gemeinsame Zukunft in Deutschland“, so Kruppa abschließend.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Logo Schöffenwahlen 2018 Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen