Vertretung des Freistaats Thüringen bei der EU

07.01.2013 09:38 Uhr

Audiovisuelle und Medienpolitik

Im Bereich der audiovisuellen Medien sind EU-weit mehr als eine Million Menschen beschäftigt. In 98 Prozent der Haushalte steht ein Fernsehgerät und jeder Europäer sieht täglich mehr als 200 Minuten fern. Der europaweite Empfang von Funk und Fernsehen via Satellit, neue Informationswelten und der grenzüberschreitende audiovisuelle Wettbewerb betreffen jeden Einzelnen und berühren zentrale Fragen der Medienpolitik.

Auch wenn die geltenden Verträge keinen spezifischen Gestaltungsauftrag für den Bereich Medien vorgeben, enthält doch der Artikel 151 (2) einen expliziten Bezug zum Mediensektor: Die Gemeinschaft fördert die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und unterstützt die europäische Medienindustrie über die MEDIA-Programme. Diese sollen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Medienindustrie innerhalb und außerhalb der EU stärken.

Darüber hinaus stellt das Protokoll zum Amsterdamer Vertrag über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk klar, wie die Vertragsbestimmungen in diesem Bereich auszulegen sind. Mit der Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“ aus dem Jahr 1989 (1997 geändert und ergänzt) schuf die EU einen Rechtsrahmen für freien Verkehr von Fernsehdiensten. Ziel ist die Entwicklung eines europäischen Rundfunkmarktes.

Die europäische Medienlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren vor allem. durch die Vervielfachung der Übertragungsmöglichkeiten tiefgreifend verändert. Deshalb wurde die Fernsehrichtlinie  2007 revidiert und damit ein umfassender Regelungsrahmen für alle audiovisuellen Mediendienste geschaffen..

Die europäische Medienwirtschaft als innovative Wachstumsbranche ist für das "Kindermedienland Thüringen" von großer Bedeutung. Daher verfolgt Thüringen die europäische Medienpolitik mit gesteigertem Interesse.

 
Gemeinschaftsprogramm MEDIA
 
Das Gemeinschaftsprogramm MEDIA zielt darauf ab, die europäische Produktion von hochwertigen Filmen und Fernsehprogrammen zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie international zu stärken. Die Programme MEDIA I und II sowie MEDIA Plus und MEDIA Fortbildung werden für die Jahre 2007-2013 durch das Programm MEDIA 2007 fortgesetzt.

MEDIA 2007 fördert Produktion, Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit für audiovisuelle Werke der Kategorien Spielfilm, kreative Dokumentarfilme, Animationsfilme oder multimediale Ereignisse sowie der Einsatz digitaler Technologien bei Herstellung und Vertrieb. Zielgruppe sind Produzenten, Regisseure, Verleiher, Hersteller von Filmen/Videofilmen/audiovisuellen Werken etc. Mit MEDIA 2007 soll auch die berufliche Weiterbildung von Fachleuten des audiovisuellen Sektors die Wettbewerbsfähigkeit dieses europäischen Industriezweigs gestärkt werden. Zielgruppe sind europäische Weiterbildungsinitiativen, Europäische Film- und Fernsehhochschulen und andere Einrichtungen, die Fortbildungsmaßnahmen für europäische Medienschaffende in den drei Bereichen Management, Neue Technologien & Multimedia und Stoffentwicklung anbieten. Für die Jahre 2007-2013 stehen 755 Millionen Euro zur Verfügung.