Vertretung des Freistaats Thüringen bei der EU

19.03.2013 16:05 Uhr

Kulturpolitik

Deutschland kennt die Kulturhoheit der Länder und die Kompetenz der Europäischen Union ist auf dem Gebiet der Kulturpolitik sehr gering. Doch Artikel 151 des Vertrags von Maastricht räumt der Kultur offiziell einen Platz bei der Verwirklichung des europäischen Gedankens ein: Die Gemeinschaft soll zur "Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung ihrer nationalen und regionalen Vielfalt sowie gleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen kulturellen Erbes" beitragen. Durch die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten soll ein "europäischer Kulturraum" entstehen. Deshalb unterstützt die EU lokale und regionale Anstrengungen, Kultur zu schaffen, zu erhalten und zu vermitteln.

Die kulturelle Zusammenarbeit in Europa wird durch das Programm KULTUR 2007 – 2013 sowie durch spezifische Aktionen unterstützt, die aus anderen europäischen Programmen finanziert werden. Die Mehrzahl der Programme steht auch den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und den Kandidatenländern offen.

Die Programme im Einzelnen:

KULTUR 2007 – 2013
Im Rahmen dieses wichtigen Programms stellt die EU für sieben Jahre über 400 Millionen Euro zur Verfügung, um künstlerische und literarische Schöpfungen zu fördern, das Wissen in europäischer Geschichte und Kultur innerhalb und außerhalb der EU zu fördern, kulturelle Denkmäler und Sammlungen von Bedeutung für Europa zu erhalten, den Dialog zwischen den Kulturen und die soziale Eingliederung anzuregen und so zur Errichtung eines europäischen Kulturraums beizutragen.
Information:
 http://ec.europa.eu/culture/eac/index_en.html


Kulturhauptstadt Europas
Das Programm Kulturhauptstadt Europas will die Vielfalt der europäischen Kultur präsentieren. Jedes Jahr werden eine oder mehrere europäische Kulturhauptstädte ausgewählt. Mit EU-Finanzhilfen werden kulturelle Jahresprogramme finanziert, die das kulturelle Erbe der Stadt und ihrer Umgebung herausstellen. Dazu gehören regelmäßig auch Aufführungen und Konzerte mit Künstlern aus ganz Europa. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass das Programm langfristig eine positive Auswirkung für die Entwicklung von Kultur und Tourismus der ausgewählten Städte hat. Für Thüringen war es ein großer Erfolg, dass Weimar 1999 als erste Stadt hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang Kulturhauptstadt Europas werden konnte. Ursprünglich sollte das Programm 2004 auslaufen, aber wegen der außerordentlichen Resonanz wurde es um weitere 15 Jahre verlängert.