Wanderausstellung „Arisierung in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht.“ - seit 18. Januar 2012 in der Thüringer Landesvertretung zu sehen
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Die Ausstellung „Arisierung in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht.“, die seit November 2008 durch den Freistaat Thüringen wandert, ist vom 18. Januar bis 2. Februar 2012 in der Vertretung des Freistaats Thüringen in Berlin zu sehen.
Bei der Ausstellungseröffnung betonte der Bevollmächtigte des Freistaats Thüringen beim Bund Reinhard Stehfest die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus. „Gerade im Lichte der anhaltenden Debatte und der Untersuchungen um die Vorfälle rechtsextremistischen Terrors, dessen Spuren auch nach Thüringen führen, ist das Projekt von besonderer Aktualität.“, so Stehfest.
An ausgewählten Thüringer Beispielen will die Ausstellung die seit 1933 organisierte Verdrängung jüdischer Bürger aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens im nationalsozialistischen Thüringen dokumentieren. Im Focus stehen vor allem Wirtschaftsunternehmen, die ihren jüdischen Inhabern entrissen wurden. Recherchiert wurden u. a. Fallbeispiele aus Nordhausen, Eisenach, Erfurt, Weimar, Apolda, Jena, Gera und Saalfeld, aber auch kleineren Orten wie Kaltensundheim.
Zurückzuführen ist die Wanderausstellung auf ein 2005 gestartetes praxisorientiertes Lehr- und Forschungsprojekt zum Thema „Arisierung in Thüringen“ am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität, das in enger Kooperation mit außeruniversitären Partnern, der Sparkassen-Kulturstiftung, der Landeszentrale für politische Bildung und den Thüringer Staatsarchiven entstand.
Ein weiteres Anliegen des Projektes war, Schülerinnen und Schüler für dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte zu interessieren und die in ihren Heimatorten gesammelten Erkenntnisse in der Ausstellung mit einzubeziehen. So entstanden Schülerprojekte u. a. am Zabel-Gymnasium Gera, am Rhöngymnasium Kaltensundheim, an der Staatlichen Regelschule Jena-Winzerla, und an der Staatlichen Regelschule Wormstedt.
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