07.01.2013 08:40 Uhr

Landkreis Nordhausen am 24. Juni 2010

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Gespräch mit Geschäftsführer Jürgen Stäter
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Gespräch mit Geschäftsführer Jürgen Stäter

Die Schachtbau Nordhausen GmbH

hat sich nach der Wiedervereinigung von einem traditionellen Bergbauspezialdienstleister zu einem modernen, international agierenden Technologieunternehmen entwickelt. Das Unternehmen ist heute in den Geschäftsbereichen Infrastruktur- und Bergbau sowie im Maschinen- und Anlagenbau tätig. Die Schachtbau Nordhausen GmbH steht symbolisch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Unternehmen, die nach der Wiedervereinigung erfolgreich den Sprung in die Marktwirtschaft geschafft haben und sich mit modernen und innovativen Produkten, Bauverfahren und Fertigungsmethoden im internationalen Wettbewerb behaupten.

Aktuell aus der Schachtbau Nordhausen GmbH

„Wir tun alles was wir können“, so lautet die Geschäftsphilosophie der Schachtbau GmbH Nordhausen (SBN). Ministerpräsidentin Lieberknecht verschaffte sich vor Ort ein Bild über die wirtschaftliche Situation und Produktvielfalt des Unternehmens. „Wirtschaft nimmt in der politischen Wahrnehmung einen wichtigen Platz ein“, sagte Lieberknecht. Der Geschäftsführer Jürgen Stäter informierte die Ministerpräsidentin über die weltweit tätige Schachtbau GmbH. So unterhält die Nordhäuser Firma Geschäftsbeziehungen u.a. nach USA, China, Russland, Vereinigte Arabische Emirate, Thailand und Kasachstan. Große Chancen für sein Unternehmen sieht Stäter in der Internationalisierung. In der SBN sind nach Angaben des Unternehmens 863 Mitarbeiter beschäftigt. 80 Auszubildende die mehrheitlich im Stahl- und Maschinenbau sollen nach der Ausbildung an die Firma gebunden werden. Der Umsatz der Firma habe sich von 82,9 Millionen Euro (1994) auf 134,4 Millionen Euro im Rekordjahr 2008 gesteigert. Krisenbedingt sei der Umsatz auf 123,9 Millionen Euro zurückgegangen. In die neuen Produktionsstätten wurden circa 30 Millionen Euro investiert davon 4,5 Millionen Euro aus GA Mitteln. Die SBN legt nach eigenen Angaben Wert auf umweltfreundliche Energiegewinnung. So wird Strom durch Fotovoltaikanlagen erzeugt. Seit 2008 seien hierdurch jährlich 858 Tonnen CO2 eingespart worden.

SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH
Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit Dr. Runald Stritzel, Chefapotheker der Klinik
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit Dr. Runald Stritzel, Chefapotheker der Klinik

Das Südharz Krankenhaus hat seit 1991 umfangreiche Investitionen aus eigenen Mitteln durchgeführt, so zum Beispiel den Umbau der Notfallaufnahme, die Beschaffung medizinischer Großgeräte, die Sanierung der Küche, die Installation und Beschaffung moderner Kommunikationstechnik einschließlich EDV-Systeme sowie die Sanierung der Untersuchungs- und Behandlungsbereiche. Seit dem Jahr 2007 verfügt das Südharz-Krankenhaus auch über einen Neubau für die Psychiatrie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Aktuell aus dem Südharz Krankenhaus und der Neanderklinik Ilfeld

Im Südharz Krankenhaus konnte sich Lieberknecht von hochmoderner Technik in der Einrichtung ein Bild machen. Im Bereich Radioonthologie und Strahlentherapie erläuterte Oberarzt Dr. Wolfgang Oehler den Einsatz eines Linearbeschleunigers bei der Krebstherapie. Auf der Station für „Palliative Medizin“ kam die Ministerpräsidentin mit Patienten ins Gespräch und überzeugte sich nicht nur vom Pflegeangebot, sondern auch von der Hingabe des Krankenhauspersonals bei der Patientenbetreuung. Im Bereich „Innere Medizin“ informierte Dr. Michael Ibe über die neueste Computertechnik bei Diagnose und Therapie von Erkrankungen innerer Organe. In der Neanderklinik Ilfeld erläuterte die Leiterin Martina Röder der Ministerpräsidentin neueste pflegewissenschaftliche Erkenntnisse bei der Betreuung von Senioren. In der Neanderklinik werden länderübergreifende Pflegefachtagungen für Mitarbeiter der Gesundheits- und Pflegebereiche in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt angeboten. Im Jahr 2009 nahm die Neanderklinik am DEKRA Award teil und erhielt eine Ehrung für die erfolgreiche Finalteilnahme. Der DEKRA Award war weltweit ausgeschrieben: „Das moderne Seniorenpflegeheim verfügt über ein vorbildliches Managementsystem, das höchste Qualität und Kundenfreundlichkeit gewährleistet“, heißt es in der Zertifizierung. Die Ministerpräsidentin diskutierte mit der Geschäftsführerin und dem Pflegepersonal über Einsatzmöglichkeiten von Fachkräften im Bereich Pflege. Dies werde vor allem mit Blick auf den demographischen Wandel immer wichtiger. Vor allem junge Leute aus Thüringen können in diesem Bereich sichere Arbeitsplätze finden. Die Ministerpräsidentin bedankte sich bei der Geschäftsführerin und den Mitarbeiter für den hohen Einsatz und das große Engagement bei der Pflege und Betreuung hilfebedürftiger Menschen.

Foto: Mit Oberärztin Heike Büntzel besuchte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Palliativstation.
Mit Oberärztin Heike Büntzel besuchte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Palliativstation.

Am Südharz-Krankenhaus wurde am 24. November 2008 der Grundstein für einen Neubau gelegt. In diesem Neubau soll eine Palliativstation mit 14 Betten sowie eine Kurzzeitpflege mit 21 Betten untergebracht werden. Die Südharz-Krankenhaus gGmbH finanziert diesen Neubau ausschließlich aus eigenen Mitteln. Aus den Mitteln des Konjunkturpaketes kann das Krankenhaus die energetische Fassadenerneuerung am Komplement und am Versorgungsgebäude durchführen. Wenn diese Vorhaben abgeschlossen sind, soll die Fassade der zentralen Versorgung und des Verwaltungstraktes saniert werden.

Die Neanderklinik in Ilfeld ist eine Pflegeeinrichtung im Altenpflegebereich. Sie verfügt über ca. 126 Plätze im Bereich vollstationäre Pflege mit eingestreuter Kurzzeitpflege und 15 Tagespflegeplätze. „Die pflegefachlichen Schwerpunkte der Einrichtung sind Pflege und Betreuung von Menschen mit:

  • einer Demenz,
  • gerontopsychiatrischen Erkrankungen und
  • Einschränkungen der Alltageskompetenz,
  • mit Dialysepflicht und
  • Multimorbidität.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, befindet sich im Gebäudekomplex eine internistische/nephrologische Arztpraxis sowie eine ambulante Dialyse.“
Im Jahr 2005 wurde an der Neanderklinik Harzwald GmbH zusätzlich eine Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe eröffnet. In der heutigen Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe werden Betreuungskräfte für vollstationäre Pflegeeinrichtungen nach § 87 b SGB XI, Pflegeassistenten, mobile Pflegeassistenten und Fachkräfte für Geriatrie und Gerontopsychiatrie für das Land Thüringen und länderübergreifend ausgebildet. Im Februar 2009 wurde in der Neanderklinik ein Seniorenbegegnungszentrum für Senioren des Ortes und Umgebung errichtet.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht beim Besuch der Alten Kanzlei in Bleicherode.<br />v.l.n.r.: Bürgermeister von Bleicherode Frank Rostek, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Dr. Franz Thost, 2. Vorsitzender des Förderverein der Alten Kanzlei.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht beim Besuch der Alten Kanzlei in Bleicherode.
v.l.n.r.: Bürgermeister von Bleicherode Frank Rostek, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Dr. Franz Thost, 2. Vorsitzender des Förderverein der Alten Kanzlei.

Die Alte Kanzlei Bleicherode ist ein wichtiges Bau- und Kulturdenkmal. Das Haus entstand auf den Fundamenten eines 1632 zerstörten Gebäudes. Die alte Kanzlei diente als Wohn- und Verwaltungsgebäude und war Sitz des Stadtschultheißen und Verwaltungssitz der Grafschaft Hohensteinischen-Hagen. Ab 1791 stellte die Gräfin von Hagen der jüdischen Bevölkerung einen Raum als Synagoge zur Verfügung. 1882 wurde durch die jüdische Gemeinde eine neue Synagoge errichtet, die in der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde. Die Gebäude der Alten Kanzlei wurden in der DDR als Wohnungen genutzt. Vom Beginn der 90er Jahre bis zur Sanierung standen die Räume leer. Die Sanierung der Alten Kanzlei erfolgt in den Jahren 2005 bis 2008.

Der Förderverein Alte Kanzlei Bleicherode e.V. ist Eigentümer des Denkmals. Der Verein hat mit großem Einsatz nicht nur dieses Bau- und Kulturdenkmal saniert, sondern zur Sicherung des Objektes Mittel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Städtebaufördermittel akquirieren können. Das Denkmal steht heute der Öffentlichkeit zur Verfügung. In dem Haus sind die städtische Bibliothek und Vereinsräume untergebracht. Heute ist die Alte Kanzlei in Bleicherode ein leuchtendes Beispiel für gelungene Denkmalpflege.

Weiterführende Informationen

Übersicht der Sommertourtermine
Informieren Sie sich hier über alle Termine der Sommertour.

Foto: Gespräch im Schachtbau Nordhausen
Gespräch im Schachtbau Nordhausen
Brückenbaustelle der Schachtbau Nordhausen GmbH
Brückenbaustelle der Schachtbau Nordhausen GmbH
Alte Kanzlei
Alte Kanzlei