Ministerpräsidentin Lieberknecht beendet Sommertour im Landkreis Hildburghausen
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- Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht besuchte in Brattendorf die Firma MEG Mechanik GmbH.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat ihre mehrwöchige Sommertour durch den Freistaat beendet. Die 23. und letzte Station führte sie am 13. August 2010 in den Landkreis Hildburghausen.
O-Ton
Nach einer Andacht am Wander- und Gedächtniskreuz bei Herbartswind erinnerte die Ministerpräsidentin an die Jahre der deutschen Teilung und daran, "dass das, was wir heute haben, alles andere als selbstverständlich ist. Viele Jahre standen sich an der innerdeutschen Grenze Kräfte der NATO und des Warschauer Paktes bis an die Zähne bewaffnet gegenüber. Wir hatten Angst. Und doch gab es mutige Menschen, die die Forderung 'Schwerter zu Pflugscharen' haben Wirklichkeit werden lassen. Weil sie aufbegehrt haben, weil sie ein Leben in Freiheit wollten."
Bereits im Vorfeld hatte Lieberknecht gesagt: „Mit dem Bau der Berliner Mauer und der Sicherung der DDR-Grenzanlagen vor 49 Jahren haben die SED-Machthaber versucht, die Teilung Deutschlands für immer festzuschreiben. Mauer und Stacheldraht waren vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 das Symbol der Unterdrückung von Freiheit und Menschenwürde im Osten Deutschlands. Die zahlreichen Opfer, die auf der Flucht aus der DDR ihren Freiheitswillen mit dem Leben oder ihrer Gesundheit bezahlen mussten, sind ein Beleg für die Menschenverachtung des SED-Regimes. Wir dürfen diese Opfer der innerdeutschen Grenze - die Toten und Verletzten - nicht vergessen."
Das Wander- und Gedächtniskreuz bei Herbartswind ist Bestandteil des Grenzwanderweges „Grünes Band". Die Erschließung des 96 Kilometer langen Abschnittes durch den Landkreis Hildburghausen wurde Ende letzten Jahres beendet.
Die wichtigen Fragen der Sommertour, demografische Entwicklung, Abwanderung, Überalterung der Gesellschaft und Fachkräftemangel, kamen auch bei Lieberknechts Besuch der MEG Mechanik GmbH zur Sprache. Gut ausgebildete Fachkräfte für Industriearbeitsplätze nähmen einen immer größeren Stellenwert ein, sie seien gefragter denn je, sagte Geschäftsführer Manfred Keim und schlug gar ein "Bleibegeld" vor. Das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 50jähriges Jubiläum feiert, ist ist auf die Produktion von Batterieladegeräten, Schweißkonstruktionen, Gehäusen und Schränken spezialisiert. An den Standorten in Gießübel, Brattendorf und Schwarzbach sind 55 Mitarbeiter beschäftigt.
DasGewürzmuseum Schönbrunn, das einzige seiner Art in Thüringen, ist eine Bereicherung der Thüringer Museumslandschaft. Infotafeln, Gewürzbasare und eine Multimedia-Präsentation erzählen den Besuchern die Geschichte der Gewürze, die in Schönbrunn bis in das Jahr 1873 zurückreicht. Heute ist die Fuchs Gewürz GmbH mit einem neuen Werk und über 700 Arbeitsplätzen der größte Hersteller von Gewürzen in Europa.
ImAgrarunternehmen Pfersdorf eG bekam Ministerpräsidentin Lieberknecht Einblick in einen hochmodernen landwirtschaftlichen Betrieb mit Bullenmastanlage für die Rindfleischproduktion und Grünlandbewirtschaftung, in dem außerdem regenerative Energien durch Fotovoltaik und Biogas gewonnen werden. "Wir haben inThüringen eine Landwirtschaft auf hohem Niveau", gibt Lieberknecht ihre Eindrücke wieder. "Unsere Agrarbetriebe können sich auf einem umkämpften Markt behaupten, und sie tragen wesentlich dazu bei, dass Thüringen insgesamt gut aufgestellt ist."
Um das Thema Ausbildung ging es im Südthüringer Bildungszentrum Holz e.V. Kloster Veßra. Hier werden seit Mai 1991 Tischler, Holzmechaniker, Holzfachwerker und Holzwerker ausgebildet. Das Besondere: Die derzeit knapp 80 Jugendlichen kommen zum großen Teil aus einem schwierigen sozialen Umfeld; es gibt erhebliche Defizite im sozialen wie im Lernbereich. Da sei jeder, der am Ende die Prüfung besteht, ein Erfolg für die Gesellschaft, so die Ausbilder. Und sie können mit Stolz auf ihre Arbeit blicken: Etwa 95 Prozent der Azubis bestehen ihre Prüfung; die Vermittlungsquote beträgt im Normalfall rund 80 Prozent.
O-Ton
So dankte die Ministerpräsidenten auch allen, die sich so sehr mit und für dieses jungen Menschen engagierten. "Die Einrichtung fängt etwas auf, was die Gesellschaft so nicht leisten kann. Jugendliche wollen Orientierung und soziale Bindung haben. Dies alles erhalten sie hier. Und noch mehr: Eine Chance für ihr Leben."