07.01.2013 08:44 Uhr

Ministerpräsidentin Lieberknecht besucht den Saale-Orla-Kreis

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit Fritz Klausner und Leopold Stephan auf ihrem Rundgang durch die Klausner Holz Thüringen GmbH in Friesau.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit Fritz Klausner und Leopold Stephan auf ihrem Rundgang durch die Klausner Holz Thüringen GmbH in Friesau.

Eine weitere Station ihrer Sommertour führte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am 11. August 2010 in den Saale-Orla-Kreis.

Zu Beginn stand eine Besichtigung der Klausner Holz Thüringen GmbH in Saalburg-Ebertsdorf auf dem Programm. Das Unternehmen gehört zur österreichischen Klausner Gruppe und zählt – nach eigenen Angaben – mit seinen rund 480 Mitarbeitern zu den größten Säge- und Hobelwerken in Europa. 1991 gegründet, wurde das Sägewerk 1996 um ein Hochleistungshobelwerk erweitert. Die Konzentration liegt auf der Produktion von standardisiertem Schnittholz für die Bau- und Verpackungsindustrie. Diese Produkte sind zu derzeit 70 Prozent für den Export – vor allem für die Märkte in den USA, in Fernost, in Großbritannien und den Niederlanden – bestimmt. Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 150 Millionen Euro in den Standort Saalburg-Ebertsdorf investiert.
 
In Blankenstein legte Ministerpräsidentin Lieberknecht an der Selbitzbrücke einen kurzen Zwischenstopp ein. Dort befindet sich einer der beiden Ausgangspunkte des Rennsteiges, Deutschlands bekanntestem und beliebtestem Höhenwanderweg. Erst vor wenigen Tagen war Lieberknecht, ebenfalls im Rahmen der Sommertour, in Hörschel, wo der Rennsteig – von Blankenstein aus betrachtet - nach rund 169 Kilometern endet.
 
Anschließend besuchte die Ministerpräsidentin die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal. Das 1883 als „Wiedes Papierfabrik Rosenthal“ gegründete Unternehmen gehört zur Mercer International Group und ist mit seinen rund 450 Mitarbeitern ein führender Hersteller von Zellstoff und Bioenergie. 50 Prozent davon sind für den Export bestimmt sind. Mit seinen zwei Schwesterwerken in Stendal und in Castlegar (Kanada) ist es Partner der Papier- und Tissueindustrie und arbeitet eng mit wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen zusammen. Die ZPR gehört mit vier weiteren großen Holz verarbeitenden Betrieben zum Holzkompetenzzentrum Ostthüringen.

Mit großem Interesse verfolgte Ministerpräsidentin Lieberknecht die Vorstellung des Projektes „Pößneck kommt zurück“, das seit einiger Zeit durch die Stiftung Schloss Ettersburg begleitet wird. Hintergrund sind der demografische Wandel und die Abwanderung, von der die ostthüringische Stadt erheblich betroffen ist. So ist die Stadt in den vergangenen Jahren von 20.000 auf 13.000 Einwohner geschrumpft. Davon zeugen auch hohe Leerstandsquoten und die zum Teil sehr schlechte Bausubstanz im Innenstadtbereich.

Die Stadt Pößneck will dieser Entwicklung begegnen und ihr Image verbessern. Mit Plakataktionen und einem Internetauftritt (www.poessneck-kommt-zurueck.de ) stellt sie sich dem zunehmenden Wettbewerb der Kommunen um Ein­wohner. Die Initiatoren wollen damit die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt stärken, ehemaligen Pößneckern zeigen, was sich getan hat und sie zur Rückkehr ermuntern sowie eine „Alternative mit Charme“ zur benachbarten Stadt Jena bieten – gerade für junge Menschen, denen die Universitätsstadt zu teuer ist.

O-Ton

„Das Thema ‚demographischer Wandel’ treibt mich um“, so die Ministerpräsidentin während der Vorstellung. „Denn was für Pößneck gilt, trifft auch für den Freistaat zu. Thüringen schrumpft, die Bevölkerungszahl nimmt ab – seit Jahren. Die demographische Entwicklung und die damit verbundene Frage sozialer Sicherung ist eine der größten Herausforderungen, vor denen wir stehen.“ In diesem Zusammenhang dankte die Ministerpräsidentin den Initiatoren der Kampagne. Sie würden demonstrieren, es gibt sie, die Chance. Man müsse aber aktiv etwas dafür tun. „Und auch ich stehe gern persönlich dafür. Weil ich ein Zeichen setzen will. Für eine Initiative, die aus der Bevölkerung kommt. Und bei der hoffentlich viele mitmachen und die hoffentlich viele nachahmen.“

Im Anschluss führte ein Rundgang die Ministerpräsidentin durch das Lehrlingswohnheim der Volkssolidarität und durch die benachbarte Euro-Schule Pößneck.