Ministerpräsidentin Lieberknecht besucht den Landkreis Sonneberg
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- In Lauscha besuchte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Farbglashütte Lauscha GmbH.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht war am 9. August 2010 im Rahmen ihrer Sommertour im Landkreis Sonneberg unterwegs. Auf dem Programm standen die Obeck Verpackungen GmbH und die Reha-Werkstatt der Diakonie in Sonneberg, die Evangelische Kirche und das Naturpark-Informationszentrum in Spechtsbrunn sowie die Farbglashütte Lauscha GmbH.
"Eine tolle Rückkehrergeschichte", so die Worte von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht während ihres Besuches des neu eingeweihten Standortes der Obeck Verpackungen GmbH. Nachdem Andreas Obeck, der Geschäftsführter des Unternehmens, und sein Vater über viele Jahre im Ausland tätig waren, gründeten sie im Jahr 2005 das Familienunternehmen in Sonneberg, welches 2006 die Produktion aufnahm. Seither stellt die Firma Kunststoffverpackungen aller Art her. Dazu zählen PET-Flaschen und –Dosen in verschiedenen Modellen von 20 ml bis zu 10 l für Großküchen, die Pharmazeutische Industrie, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel oder Wandfarben. Mit Erfolg, denn aufgrund der guten Auftragslage musste das Unternehmen erweitern. Der Neubau wurde gestern im Beisein der Ministerpräsidentin eingeweiht. www.obeck-verpackungen.de
Eine weitere Station war die Reha-Werkstatt der Diakonie in der Mittleren Motsch in Sonneberg-Oberlind.Diese wurde erst kürzlich gemeinsam von der Diakonie und der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Sonneberg realisiert und eingeweiht. Die Einrichtung will Menschen mit psychischer Erkrankung bzw. Behinderung die Eingliederung in das Arbeitsleben ermöglichen. Nach nur zehn Monaten Bauzeit konnten knapp 50 Mitarbeiter der Werkstätten für angepasste Arbeit (Wefa) den eingeschossigen Funktionsbau mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche und hellen, großzügigen Arbeits- und Aufenthaltsräumen beziehen. Seither stellen sie Teile für die Automobilindustrie oder Solarmodule her. Daneben gehören arbeitsbegleitende Maßnahmen wie Sport- und Kreativangebote sowie Ausflüge zu den Angeboten der Werkstatt.
In einer Gesprächsrunde zum Thema „Teilhabe am Arbeitsleben“ ging darum, ob und wie behinderte Menschen dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können. In diesem Zusammenhang warnte die Ministerpräsidentin vor zu großen Erwartungen. Die Erfahrungen zeigten: „Man muss fördern und positiv fordern. Aber man muss auch die Grenzen beachten.“www.diakoniewerk-son-hbn.de/wefa/wefa.html
Die Evangelische Matthäuskirche zu Spechtsbrunn ist ein Bau des 18. Jahrhunderts (1746/47). Im Jahr 1911 wurde die barocke Fassung der Bauzeit auf nachdrückliche Empfehlung von Herzog Georg II von Sachsen-Meiningen konserviert, rekonstruiert und ergänzt. Durch den Berliner Kunstmaler und Architekten Curt Steinberg entstand so eine für Thüringen singuläre, äußerst farbenreiche Innenraumgestaltung. Unterstützt durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und gefördert durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wird die Kirche seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts in größeren und kleineren Bauabschnitten saniert und restauriert. So erforderte ein ausgedehnter Schwammbefall größere statische Eingriffe in das aufgehende Mauerwerk und den historischen Malereibestand an Decke und Wand. Im Jahr 2008 wurde die Kirche als „Matthäuskirche Spechtsbrunn“ neu eingeweiht.
Hoche oben auf dem Rennsteig, auf dem ehemaligen Todesstreifen und dem jetzigen Grünen Band befindet sich das Naturpark-Informationszentrum Spechtsbrunn. Hier kreuzt sich die alte Heer- und Handelsstraße Nürnberg – Leipzig mit dem Rennsteig und der Thüringisch-Fränkischen Schieferstraße; außerdem treffen drei Naturparks und drei Landkreise aufeinander. Die rund 1.300 Gäste pro Jahr erwarten u. a. eine Ausstellung zum Thema Schieferbergbau, Landschaftsfotos der Region sowie Modelle zur Entwicklung der Flößerei und der Bedeutung von Mühlen als wichtige Erwerbszweige vergangener Jahrhunderte. Außerdem gibt es ein Tierstimmentelefon, eine Audioroute und umfangreiches Kartenmaterial. Im Zentrum integriert ist eine Touristinformation, bei der der Besucher Auskunft erhält und Übernachtungen buchen kann. Besonderes Augenmerk legen die Betreiber des Informationszentrums auch auf die Bildungsarbeit. Unter dem Motto „Vom Todesstreifen zum Lebensraum“ soll gerade jungen Menschen Wissen über die jüngere deutsche Geschichte vermittelt werden. Geplant ist auch die Errichtung einer Gedenktafel für die an der innerdeutschen Grenze Getöteten.
Zum Abschluss besuchte die Ministerpräsidentin die Farbglashütte Lauscha GmbH. Seit 1853 wird hier manuell und auf traditionelle Weise Glas hergestellt und gehandelt. Die erste aus Holz gefertigte Hütte ging 1894 in Flammen auf. Bereits 1895 wurde eine neu erbaute massive Hütte in Betrieb genommen. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 50 Mitarbeiter. Hergestellt werden Glasröhren und –stäbe in vielen Farben und Dimensionen zur Weiterverarbeitung, Wirtschafts- und Beleuchtungsglas, Rosen- und Hängekugeln, frei geformte Erzeugnisse, Material für Menschen-, Tier- und Puppenaugen, Farbglasgusserzeugnisse, Architekturglas und Neonrohr. Nach der Privatisierung 1995 gab es vor wenigen Wochen einen Wechsel in der Geschäftsführung. Mit neuen Ideen und Konzepten, außergewöhnlichen Veranstaltungen und Besucherrundgängen wollen die neuen Geschäftsführerinnen Ines Zetzmann und Rita Worm die Produkte in der Öffentlichkeit noch bekannter und attraktiver machen. Der Beginn der Glasfertigung in Lauscha geht auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurück. Hans Greiner und Christoph Müller erhielten im Jahr 1597 von Herzog Casimir von Coburg die schriftliche Konzession zum Betreiben der „Dorfglashütte“. www.farbglashuette-lauscha.de