07.01.2013 08:57 Uhr

Ministerpräsidentin Lieberknecht setzt Sommertour in Weimar fort

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht während der Besichtigung des Rokokosaals der Anna-Amalia Bibliothek. Hier mit Oberbürgermeister Stefan Wolf, Antje Tillmann (MdB) und dem Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar - Hellmut Seemann.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht während der Besichtigung des Rokokosaals der Anna-Amalia Bibliothek. Hier mit Oberbürgermeister Stefan Wolf, Antje Tillmann (MdB) und dem Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar - Hellmut Seemann.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht setzte ihre Sommertour mit einem gemeinsamen Rundgang mit Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf über den Weimarer Markt fort. Zahlreiche Händler bieten auf dem Markt ihre landwirtschaftlichen Produkte an. Die Kunden erhalten hier nicht nur Obst und Gemüse aus heimischer Produktion täglich frisch. Auch ein reichhaltiges Angebot an prächtig blühenden Blumen zieht Einheimische und Gäste auf den Markt – ganz zu schweigen von den zahlreichen Ständen, an denen frisch gegrillte Thüringer Rostbratwurst und andere kulinarische Leckereien angeboten werden. Die Ministerpräsidentin nutzte den Rundgang zum Kauf von Obst und Gemüse sowie Blumen. An den zahlreichen Ständen führte sie ausführliche Gespräche mit den Markthändlern.

Zum einmaligen Flair des Weimarer Marktplatzes tragen die vielen historischen Bauten samt des Neptunbrunnens bei. Das berühmte Hotel Elephant, in dem Gäste aus aller Welt logieren, gehört ebenso zu dem Ensemble wie das Cranachhaus, die originalgetreu wiederhergestellte Alte Apotheke an der Marktnordseite sowie das im neugotischen Stil erbaute Weimarer Rathaus.

In unmittelbarer Nähe des Marktes befindet sich mit der Anna Amalia Bibliothek ein wichtiger Schauplatz deutscher Geistes- und Literaturgeschichte. Nach dem verheerenden Brand vom 2. September 2004 wurde dieses architektonische Kleinod mit Akribie in voller Schönheit restauriert. Ministerpräsidentin Lieberknecht besichtigte mit dem Rokokosaal das Prachtstück der Bibliothek. Nach ihren Worten ist heute die Anna Amalia Bibliothek nicht nur ein Wahrzeichen der Klassikerstadt, sie steht auch für bürgerschaftliches Engagement und die Liebe der Weimarer zu ihrer Stadt.

14 Kinder freuten sich im Goethemuseum am Frauenplan, dass Ministerpräsidentin Lieberknecht an ihrer Schuleinführungsfeier teilnahm. Die 14 künftigen Schüler sind der erste Jahrgang der neu gegründeten integrativen Ganztagsgrundschule in Weimar. Es war der Ministerpräsidentin eine besondere Freude, ihnen die Zuckertüten zum Schulstart persönlich zu überreichen. Bis zum Frühjahr des kommenden Jahres werden die Kinder noch im Schulgebäude Am Hartweg 2 ihre erste Schulzeit verbringen. Ab März 2011 können die Schülerinnen und Schüler in ihr neues Domizil – in die Erhard König Grundschule in der Tiefurter Allee - einziehen. Dank der Unterstützung des Lebenshilfe-Werkes und zahlreicher Sponsoren wird dieser Schulbau nach der Umbauphase barrierefrei allen Anforderungen einer Ganztagsschule für Kinder mit und ohne Behinderung zur Verfügung stehen. Für die Zukunft ist geplant, dass sich die Schülerzahl bis auf 80 erhöhen soll.

In den 4me Studios stellte Michael Engelhardt neue Filmprojekte und 2D- und 3D-Animationsfilme vor. Er erläuterte die aufwändige Gestaltung und Realisierung von Werbefilmen, die seine Firmengruppe zur vollen Zufriedenheit von internationalen Großunternehmen realisiert. Zum Erlebnis wurde ein „Ausflug“ in die dreidimensionale Welt des Films der Stereoskopie am Beispiel eines Kinoteasers.

Zum Abschluss der Sommertour in Weimar besuchte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Restaurationswerkstatt Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar/Legefeld. Die Ministerpräsidentin informierte sich über den derzeitigen Stand der Restaurierungsarbeiten der durch den Brand vom 2. September 2004 beschädigten Bücher. Durch den Brand im Jahr 2004 sind 50.000 Bände unwiederbringlich verbrannt; 62.000 Bände konnten in der Brandnacht und den Tagen danach aus dem Rokokosaal beschädigt und 28.000 Bände konnten unversehrt geborgen werden. Von den 34.000 Bänden mit Wasser- und Hitzeschäden stehen inzwischen wieder 24.000 Bände den Benutzern der Bibliothek zur Verfügung. Dr. Günter Müller erläuterte der Ministerpräsidentin von ihm entwickelte Verfahren und neue Technologien zur Buchrestauration. Die Werkstatt besitzt auf Grund der eingesetzten innovativen Methoden Modellcharakter. Die zur Buchrestauration notwendigen verschiedenen Arbeitsschritte gewährleisten eine uneingeschränkte Bewahrung der vorhandenen Originalsubstanz, der Tinten und Farben. Alle restauratorischen Verfahrensabläufe sind standardisiert und durch Qualitätsvorgaben gesichert. Die Kapazität der Werkstatt beträgt zurzeit 8.000 Blatt im Monat.

Ministerpräsidentin Lieberknecht bedankte sich bei Dr. Müller und seinem Team für das große Engagement zur Bewahrung einmaliger und wichtiger Güter des Weltkulturerbes. „Das Know-how und die von Dr. Müller entwickelten neuen Technologien zur Restaurierung von Büchern sind ein weiteres Beispiel für den Thüringer Erfindergeist“, sagte die Ministerpräsidentin.