Frau Lieberknecht wurde am Morgen von Oberbürgermeister Matthias Doht im Foyer des Rathauses empfangen. Hier wurden die Partnerstädte in Hessen, Belarus, Ungarn, Dänemark und den USA vorgestellt, zu denen Eisenach rege Kontakt pflegt.
Ministerpräsidentin Lieberknecht besuchte im Zentrum das Lutherhaus, welches gleichzeitig eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser Eisenachs ist. Martin Luther soll hier während seiner Eisenacher Schulzeit (1498 bis 1501) gewohnt haben. Die Eisenacher Superintendentin Martina Berlich und der wissenschaftliche Leiter des Museums, Herr Dr. Hagen Jäger, führten durch die Ausstellung. Das Lutherhaus ist auch in der Lutherdekade (2008-2017) ein wichtiger Anziehungspunkt in Eisenach. Darum sollen hier weitere Modernisierungen des Museums erfolgen, die beim Rundgang vorgestellt wurden. Frau Lieberknecht unterstrich die zentrale Rolle Thüringens als Vorsitzland bei der touristischen Vermarktung der Lutherdekade. Abschließend trug sich die Ministerpräsidentin in das Gästebuch des Museums ein.
Mit der Benteler Automobiltechnik besuchte Frau Lieberknecht anschließend ein Familienunternehmen, das 2010 sein 20-jähriges Jubiläum am Standort Eisenach feierte. Hier sind derzeit 477 Beschäftigte, die nach Unternehmensangaben in 2009 einen Umsatz in Höhe von ca. 75 Mio. € erwirtschafteten. Die Benteler Automobiltechnik ist damit der viertgrößte Arbeitgeber in Eisenach.
Nach einer Präsentation durch den Werksleiter, Herrn Andreas Wissmann, besuchte Frau Lieberknecht das Presswerk, in dem Module für zahlreiche namhafte Fahrzeugmarken gefertigt werden.
Mit der Berufsakademie Eisenach und dem Staatlichen Berufsschulzentrum „Ludwig Erhard“ in Eisenach standen zwei Bildungseinrichtungen der Region auf dem weiteren Programm. Frau Lieberknecht besichtigte den Erweiterungsbau der Berufsakademie in Eisenach mit 800 Quadratmetern Laborfläche, einem Hörsaal mit 176 Plätzen, einem Seminarraum und einer Mensa mit 120 Plätzen die jüngst zur Nutzung übergeben wurden. Die Fachkabinette für Elektrotechnik, teils mit Blick auf die Wartburg, wurden ausführlich präsentiert. Auch das denkmalgeschützte Campusgelände konnte mit Mitteln des Konjunkturprogramms II gestaltet und die energetische Instandsetzung unterstützt werden.
Dem Staatlichen Berufsschulzentrum „Ludwig Erhard“ in Eisenach stehen nötige bauliche Veränderungen noch bevor. Die Ausbildungseinrichtung befindet sich in einem Plattenbau, der einer Generalsanierung bedarf. Frau Lieberknecht unterstrich während des Rundgangs durch die Fachkabinette, dass entsprechende EFRE-Mittel zur Sanierung vorgesehen seien.
Abschließend besuchte die Ministerpräsidentin zwei Unternehmen im Gründer- und Innovationszentrum (GIS) in Eisenach-Stedtfeld. Im GIS können Start-Up Unternehmen auf günstige Infrastruktur wie variable Büro- und Gewerbemietflächen von insgesamt ca. 11.000 m² zurückgreifen, um so den Eintritt in den Markt zu erleichtern.
Die pwb encoders GmbH entwickelt, produziert und vertreibt optoelektronische Komponenten und Systeme. Drehgeber und Taktscheiben sind Hauptprodukte und im Alltag z.B. an Geldautomaten im Einsatz. Mit derzeit elf Mitarbeitern werden die auf nano-Genauigkeit gefertigten Elemente am Standort Eisenach hergestellt. Frau Lieberknecht wurden die präzisen Geräten von den Mitarbeitern in der sterilen Fertigungshalle vorgestellt.
Die COMtrade Technologies GmbH vertreibt patentierte Produkte, die vor Korrosion schützen. Haupteinsatzgebiet ist die Transportbranche, in der durch die umweltfreundlichen leichten Kunststoffe beim Transport von Waren auf Übersee auf Einölung sowie verschleißende und gewichtsintensive Verpackungsmaterialien verzichtet werden kann. Das Unternehmen ist auf dem globalen Markt aktiv und beginnt 2010 mit Fachausbildungen zum Außenhandelskaufmann.