07.01.2013 08:46 Uhr

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf Sommertour durch den Kyffhäuserkreis

Foto: Ministerpräsidentin Lieberknecht beim befahren des Erlebnisbergwerkes „Glück auf“ in Sondershausen.
Ministerpräsidentin Lieberknecht beim befahren des Erlebnisbergwerkes „Glück auf“ in Sondershausen.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht setzte ihre Sommertour im Kyffhäuserkreis mit dem Besuch des Erlebnisbergwerkes Glück auf in Sondershausen fort. Durch die ausschließliche Gewinnung von Kalisalzen von 1896 bis 1990 darf sich das Bergwerk auch "Ältestes befahrbares Kalibergwerk der Welt" nennen. Das Bergwerk ist ein Gewinnungsbergwerk in dem Kalisalze zur Herstellung von Düngemittel, Salzlaugen und Chemikalien abgebaut wurden. Seit 2006 werden im Bergwerk wieder Salze gefördert, heute aber ausschließlich Steinsalz, welches als Streusalz im Straßenwinterdienst eingesetzt wird. Die Grubenholräume sind zwischen 550 m und 1150 m unter der Erdoberfläche. Für die Touristen werden nur Grubenhohlräume zwischen 600 m und 800 m Tiefe befahren. Erschlossen ist das Bergwerk über zwei vertikale Schächte, durch welche neben den Bergleuten und Touristen auch das gesamte Material transportiert und die untertage benötigte Luft zu- und abgesaugt wird. Das Bergwerk besitzt durch seinen über einhundert Jahre andauernden Abbau ein enorm ausgedehntes untertägiges Grubenfeld (NW-SE ca. 20 km, NE-SW ca. 5,5 km). Vergleichbar ist das untertägige Streckennetz in seiner Größe mit dem Straßennetz einer mittleren Großstadt wie Erfurt, Halle oder Kassel.

O-Ton:

Lieberknecht beim Besuch des Erlebnisbergwerk „Glück auf“ in Sondershausen: „ Es wäre für mich eine große Freude, wenn an den historischen Standorten in Nordthüringen wieder Kali und Salz gefördert werden würden, an den Orten wo Bergleute und Ingenieure ihr Know-how und bergmännisches Können für den Abbau wichtiger Rohstoffe eingebracht haben. Dies ist für den Kyffhäuserkreis und Nordthüringen sehr wichtig, weil die Kaliförderung für die Menschen identitätsstiftend war und ist“.

Foto: Bad-Frankenhausen besuchte Ministerpräsidentin Lieberknecht das Reha-Zentrum.
Bad-Frankenhausen besuchte Ministerpräsidentin Lieberknecht das Reha-Zentrum.
In Bad-Frankenhausen besuchte die Ministerpräsidentin das Reha-Zentrum, das im März 2000 eingeweiht wurde. Das Klinikum liegt am Südhang des Kyffhäusergebirges im Tal der Diamantenen Aue. Es ist eine der schönsten Gegenden Thüringens. Von seiner Geschichte und seinem Umfeld her ist es wie geschaffen für eine erholsame Rehabilitation von Patientinnen und Patienten. Dieser gelungene Neubau fügt sich durch seine Architektur harmonisch in die Landschaft ein. Er ist für den Kurort Bad Frankenhausen ein Zeichen für die Weiterentwicklung der Rehabilitation. Sie knüpft nahtlos an den bereits 1818 begonnenen Kurbetrieb an.
 
Frankenhausen wurde zum anerkannten Heilbad und erhielt 1927 die Bezeichnung "Bad". Die Klinik Frankenhausen ist innerhalb der Klinikgruppe der Deutschen Rentenversicherung Bund die erste Klinik mit der Indikationskombination Psychosomatik und Orthopädie. Das gesamte Klinikgelände ist rund 100.000 qm groß. Es liegt am nordöstlichen Rand von Bad Frankenhausen. In der Klinik befinden sich insgesamt 196 Patientenzimmer, davon 91 für die Indikation "Bewegungsorgane" und 105 für die Indikation "Psychosomatik".
Foto: Ministerpräsidentin Lieberknecht auf dem Rundgang über den Gutshof der Markus-Gemeinschaft in Hauteroda.
Ministerpräsidentin Lieberknecht auf dem Rundgang über den Gutshof der Markus-Gemeinschaft in Hauteroda.
Am Nachmittag besichtigte die Regierungschefin den Gutshof der Markus-Gemeinschaft in Hauteroda. In die Markus-Gemeinschaft werden erwachsene Menschen aufgenommen, die als geistig behindert gelten, mehrfach behindert sein können und die erkennen lassen, dass sie auf längere Dauer der Gemeinschaft angehören wollen. In der Markus-Gemeinschaft haben sich Menschen zusammengefunden, die in der Gemeinschaft leben und arbeiten wollen. Kranke, behinderte, gefährdete und scheinbar gesunde Menschen arbeiten zusammen, um aufbauend in Umwelt, Handwerk und Kultur zu wirken. Der biologisch-dynamische Landbau bildet die Grundlage für ein vielfältiges, gesundes und bildendes Arbeitsleben. In einzelnen Häusern der Gemeinschaft leben Menschen unterschiedlichsten Alters mit und ohne Behinderungen in einer erweiterten Familie zusammen. Die Markus-Gemeinschaft ist Bestandteil der Camphill-Initiative für Mensch und Umwelt.
 
Grundlage der Camphill-Arbeit sind die Anthroposophie Rudolf Steiners und das erste Memorandum Karl Königs. Karl König gründete 1939 in Camphill bei Aberdeen gemeinsam mit einigen jungen Freunden eine heilpädagogische Einrichtung. Camphill ist heute auch der Name einer Bewegung, die sich über viele Länder der Erde ausgebreitet hat. Von Anfang an leben und arbeiten in der werdenden Gemeinschaft Menschen mit den verschiedensten Behinderungen und Begabungen in familienähnlichen Strukturen zusammen "unter einem Dach". Jeder soll mit seinem unverwechselbaren Wesen und seiner Befähigung an dem gemeinsamen Leben teilhaben können.
Foto: Ministerpräsidentin Lieberknecht auf dem Rundgang durch die Tower Automotive Presswerk Artern GmbH.
Ministerpräsidentin Lieberknecht auf dem Rundgang durch die Tower Automotive Presswerk Artern GmbH.

Zum Abschluss der Sommertour durch den Kyffhäuserkreis besuchte Lieberknecht die Tower Automotive Presswerk Artern GmbH. In dem Unternehmen werden Press- und Stanzteile für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer hergestellt. In dem Unternehmen in Artern sind gegenwärtig 120 Mitarbeiter beschäftigt. Diese Kapazitäten sollen in den nächsten Monaten um 50 Prozent ausgebaut werden. Ziel ist es, durch die Optimierung von Arbeitsabläufen und Arbeitsprozessen wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Das Unternehmen sucht dringend Fachkräfte wie Werkzeugmacher, Ingenieure und Elektriker.

Weiterführende Informationen

Übersicht der Sommertourtermine
Informieren Sie sich hier über alle Termine der Sommertour.

Foto: Ministerpräsidentin Lieberknecht im Gespräch mit einem Bergmann im Erlebnisbergwerkes „Glück auf“.
Ministerpräsidentin Lieberknecht im Gespräch mit einem Bergmann im Erlebnisbergwerkes „Glück auf“.
Foto: Arbeiten in der Markus-Gemeinschaft.
Arbeiten in der Markus-Gemeinschaft.
Foto: Die Fertigung der Tower Automotive Presswerk Artern GmbH.
Die Fertigung der Tower Automotive Presswerk Artern GmbH.