Erfurter Dialog
Der Erfurter Dialog will einen Beitrag leisten, die geistige Erneuerung in Deutschland voran zubringen. Er soll den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere der jungen Generation, ein Forum des Aufeinanderzugehens, der Orientierung, des Austausches von Ansichten und Meinungen bieten. Der Dialog wurde im Jahr 1993 von Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel begründet und wurde seit Juni 2003 von Ministerpräsident Dieter Althaus fortgeführt. Regelmäßig werden Persönlichkeiten des geistigen Lebens in die Thüringer Staatskanzlei eingeladen; Deutsche und Ausländer, die Denkanstöße geben. In der ersten Veranstaltungsreihe sprachen „Freunde von draußen über Deutschland von innen“. In einer weiteren Folge wurde an die Ereignisse des Jahres 1945 erinnert. Andere Themen waren u.a. Europa, die Globalisierung, „50 Jahre 17. Juni“, „Familie“ oder die EU-Osterweiterung.
Mit dem Erfurter Dialog, der im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei stattfindet, soll an die humanistischen Traditionen des Hauses angeknüpft werden. Die ehemalige Statthalterei, von 1699 bis 1802 Sitz der kurmainzischen Regierung in Erfurt, war geistiger und gesellschaftlicher Mittelpunkt der heutigen Landeshauptstadt. Unter Statthalter Freiherr von Dalberg fanden hier allwöchentlich die weithin bekannten „Assembleen“ statt.
Während des Erfurter Fürstenkongresses begegneten sich am 2. Oktober 1808 Goethe und Napoleon in der Statthalterei. Auch Schiller, Herder, Humboldt, Wieland und Zar Alexander, um nur einige zu nennen, waren hier zu Gast und suchten den intellektuellen Austausch, der mit dem Erfurter Dialog von heute seine zeitgemäße Fortsetzung findet.