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Die Freude war groß, als die Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, Prof. Karola Wille am 6. März anlässlich des „Erfurter Dialogs“ verkündete, dass ab dem Jahr 2013 jährlich ein „Tatort“ aus Thüringen im ARD-Programm gesendet wird. Damit geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. "Ich freue mich über die Entscheidung des MDR. Die Tatort-Produktion ist ein wichtiger Schritt, um die Bedeutung Thüringens als Medienstandort bundesweit aufzuwerten“, sagte Medienministerin Marion Walsmann nach Bekanntgabe dieser Entscheidung.
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- MP und Prof. Wille während des Erfurter Dialogs
Die Ministerin sieht sich damit in ihrer Strategie bestätigt, die Medienwirtschaft im Freistaat durch die Ansiedlung von Serien-Produktionen zu stärken. „Der Freistaat eignet sich hervorragend für neue Serien. Thüringen verfügt über unverbrauchte Städte und Landschaften, die als attraktive Kulissen dienen können. Zudem bietet der Standort Thüringen sämtliche Fachkräfte und Dienstleister, die man für die Produktion von aufwändigen Filmen und Serien benötigt“, erklärte Walsmann.
Am 11. April starteten in Weimar die Dreharbeiten für die ARD-Vorabendserie „Heiter bis tödlich“. Darin ermitteln die Polizistin Katzer und der aus der Hauptstadt strafversetzte Kommissar Hundt in der Klassikerstadt und bereichern das Land mit der „Akte Ex“ mit einer neuen Thüringer Staffel.
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- Ministerin Walsmann zu Besuch bei „Schloss Einstein“ anlässlich der 700. Folge
Seit Jahren hat sich Thüringen als Kindermedienland einen Namen gemacht. Seit dem Jahr 1997 hat der KiKA, der Kinderkanal von ARD und ZDF, seinen Sitz in Erfurt. Im Studiopark KinderMedienZentrum wird seit September 2007 die KiKA-Serie „Schloss Einstein“ produziert. Im März dieses Jahres konnte die 700. Folge gefeiert werden.
„Wir freuen uns, ‚Schloss Einstein’ bei uns in Erfurt zu haben, denn die Serie ist wichtig für den Medienstandort Thüringen. Außerdem bietet sie jungen Talenten eine gute Chance, in das TV- und Filmbusiness – vor oder hinter der Kamera – einzusteigen und sich in qualifizierten Medienberufen zu beweisen. Die Serie ist ganz einfach gut gemacht – und das auf hohem Niveau. Sie definiert sich nicht über Einschaltquoten, sondern spricht die 10- bis 16jährigen Zuschauer interessiert und auf spannende Weise an. Mit ihren Sorgen und Nöten, mit ihren Geschichten um Freundschaft und Liebe. Und dabei haben die Macher stets ihre Fühler am Puls der Zeit“, erklärte die Medienministerin anlässlich ihres Besuchs bei den Machern dieser erfolgreichen Serie.
Auch die traditionellen Printmedien sind in Thüringen fest etabliert. Im Freistaat erscheinen sieben regionale Tageszeitungen – zur Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT) gehören die Thüringer Allgemeine (TA), die Thüringische Landeszeitung (TLZ) und die Ostthüringer Zeitung (OTZ). Im Süden des Landes erscheinen das Freie Wort (FW) und die Südthüringer Zeitung (stz). Beide Zeitungen kooperieren miteinander. Darüber hinaus erscheint das FW Meininger Tageblatt. Im Kreis Altenburger Land erscheint die Osterländer Volkszeitung als Thüringer Ableger der Leipziger Volkszeitung.
Der Mitteldeutsche Rundfunk produziert im Landesfunkhaus Thüringen Fernseh- und Hörfunkprogramme. Im Landesfunkhaus wird das Thüringen Journal als tägliche Nachrichtensendung produziert. Mit MDR 1 Radio Thüringen strahlt der MDR ein für den gesamten Freistaat produziertes Hörfunkprogramm aus.
Das ZDF ist in Thüringen mit einem Landesstudio vertreten. Im Landesstudio werden Beiträge für die heute-Nachrichten, das heute-Journal, den Länderspiegel und andere Magazinsendungen hergestellt.
Auch der Privatrundfunk strahlt mit Antenne Thüringen, deren Tochtergesellschaft Radio Top 40 und der Landeswelle Thüringen landesweit Programme aus.
Lokale Fernsehstationen senden in vielen Städten des Freistaats.
Die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) ist unter anderem zuständig für die Zulassung von Rundfunkveranstaltern, die Aufsicht von Rundfunkveranstaltern und Anbietern von Mediendiensten sowie die Aufsicht über die Einhaltung des Jugendschutzes durch Internetanbieter.
Von der TLM werden Offenen Kanäle unterstützt zum Beispiel der Offene Fernsehkanal in Gera und Radio Funkwerk in Erfurt und Weimar. Auch nicht kommerzielle Lokal- und Hochschulradios erhielten von der TLM eine Lizenz, beispielsweise Radio F.R.E.I. in Erfurt, Radio Lotte in Weimar und radio hsf in Ilmenau.
Medienbildung
Thüringen setzt auf den Mediennachwuchs. Die Universitäten und Hochschulen bieten exzellente und praxisorientierte Medienstudiengänge an, die in bundesweiten Rankings immer wieder vordere Plätze belegen. Ob Medientechnik, Mediengestaltung oder Medienwissenschaft, an der TU Ilmenau, der Bauhaus-Universität Weimar oder den Universitäten bzw. Fachhochschulen in Erfurt und Jena erhalten Medienprofis von morgen das erforderliche Rüstzeug. Talente haben darüber hinaus in Qualifizierungsprogrammen wie der Akademie für Kindermedien, TP 2 Talentpool oder der Games Master Class die Möglichkeit, von ausgewiesenen Experten und erfolgreichen Medienmachern zu lernen und ihre eigenen Projekte weiterzuentwickeln. Durch die Integration bisheriger Qualifizierungsangebote und die Einbeziehung von Medienpraktikern sollen die Voraussetzungen für einen MedienCampus am Standort STUDIOPARK KinderMedienZentrum in unmittelbarer Nähe von MDR und KiKA geschaffen werden.
Generationsübergreifende Medienbildung mit dem Ziel der Befähigung zu sachkompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien besitzt in Thüringen einen hohen Stellenwert. Bereits 1996 wurde erstmalig in einem deutschen Bundesland der Begriff Medienkompetenz und damit verbundene Zielstellungen im Thüringer Rundfunkgesetz als Vorläufer des heutigen Landesmediengesetzes verankert. Im Jahr 2001 hat Thüringen Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation “ für die allgemein bildenden Schulen von der 1. Klasse bis zum Verlassen der berufsbildenden Schule zum verpflichtenden Bestandteil des Unterrichts gemacht. Das Thüringer Konzept war bis dato deutschlandweit einzigartig. Die behandelte Breite über alle Medienarten und -aspekte wurde später von vielen Ländern übernommen.