Landesarchiv Thüringen

Aktuelle Informationen des Staatsarchivs Rudolstadt

Für ausführliche Informationen bitte den entsprechenden Link anklicken.

Online-Findbuch zur SED-Bezirksleitung Gera freigeschaltet (2017)

Schilderwechsel (2017)

Rudolstädter KulTourNacht am 9. September 2017

Historische Rechnungen neu erfasst (2017)

Praktikantinnen aus den USA im Staatsarchiv Rudolstadt (2016)

Fortschritte bei der Bestandserschließung des CFK Schwarza (2016)

"Spur der Ahnen" führt auch in das Staatsarchiv Rudolstadt (2015)

Benutzungseinschränkung für den Bestand "Hofmarschallamt Rudolstadt" (2013)

Neue Beständeübersicht des Staatsarchivs Rudolstadt erschienen (2012)

Auswanderer-Datenbank: Neuer Service für Familienforscher (2011)

"Stenographen hinterm Vorhang" - Neue Veröffentlichung des Staatsarchivs Rudolstadt (2009)

Online-Katalog zum historischen Notenbestand der Hofkapelle Sondershausen (2008)

Änderung bei Gebühren und Auslagen für archivische Dienstleistungen (2008)

"Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt" erschienen (2008)

"Tag der Archive" am 18. Mai 2008 in Rudolstadt (2008)

Online-Findbuch zum Bestand "Greifenverlag zu Rudolstadt" (2007)

Online-Findbuch zum Nachlass der Schriftstellerin Inge von Wangenheim (2007)

Informationshefte des Staatsarchivs Rudolstadt als Download-Version (2006)

Neue Öffnungszeiten des Archivs (2006)

"Tag der Archive" am 13. Mai 2006 in Rudolstadt (2006)

Neuer Aktenbestand zum politischen Umbruch 1989/90 in Thüringen (2006)

Neue Online-Findbücher mit Navigationsfunktion (2005)

Ausstellung und Publikation zum fotografischen Nachlass der Fürstin Anna Luise von Schwarzburg-Rudolstadt (2005)

Neue Online-Publikation des Staatsarchivs: "Geschichte der Behördenorganisation in Schwarzburg-Sondershausen" von Hans Eberhardt (2005)

Benutzerumfrage im Staatsarchiv Rudolstadt (2005)

Edition über Graf Günther XLI. von Schwarzburg (1529-1583) als Veröffentlichung des Staatsarchivs Rudolstadt erschienen (2004)

Repertorium des Staatsarchivs Rudolstadt zur Kirchenmusik Georg Gebels (1709-1753) erschienen (2003)


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Bpa Sed
Die Bearbeiter Daniel Jähnichen (l.) und Klaus-Dieter-Trümper (r.)

21.09.2017: Das Findbuch der SED-Bezirksleitung Gera neu im Internet

Der Bestand „SED Bezirksleitung Gera“ gehört mit 140 Regalmetern und 6.111 Akten zu den größeren Beständen im Staatsarchiv Rudolstadt. Er dokumentiert die Geschichte des Bezirkes Gera von 1952 bis 1990: Der Wiederaufbau nach dem verlorenen Weltkrieg, die Umsetzung einer sozialistischen Industrie- und Landwirtschaftspolitik und die versuchte Aussöhnung mit den osteuropäischen Nachbarländern lassen sich aus diesem Bestand ebenso nachvollziehen wie die Dominanz der SED gegenüber den anderen Parteien und Massenorganisationen, die Ausgrenzung von Oppositionellen oder die Auseinandersetzung insbesondere mit der evangelischen Kirche. Dieser zentrale Bestand des gelangte 1993 auf der Grundlage eines Einbringungsvertrags mit der damaligen PDS ins Staatsarchiv Rudolstadt. Die bereits im Bezirksparteiarchiv entstandene Findkartei war allerdings schwer zu benutzen und inhaltlich unzuverlässig.

Daher beauftragte das Staatsarchiv Rudolstadt 2010 ein Schreibbüro mit der Anfertigung einer Abschrift dieser Karteikarten nach bestimmten formalen Vorgaben (Retrokonversion). Die so entstandenen Textdokumente wurden in die Datenbank des Staatsarchivs importiert, sprachlich überarbeitet und einer einheitlichen Systematik für den Gesamtbestand unterworfen. Eine aus archivfachlicher Sicht dringend wünschenswerte Überarbeitung der Verzeichnungsangaben unterblieb damals.

Im Januar 2017 begann Herr Daniel Jähnichen mit der systematischen Erfassung der einzelnen Tagesordnungspunkte der Sitzungen des Sekretariats (in einigen Fällen auch des Büros) der SED-Bezirksleitung. Dabei nahm er behutsame sprachliche und sachliche Änderungen vor, um auch jüngeren Archivnutzern das vielfach hölzerne „Parteichinesisch“ verständlich zu machen. Auf diese Weise wurden 1.465 Akteneinheiten intensiv erschlossen. Parallel dazu ersetzte Herr Klaus Trümper die alten alphanumerischen und schwierig zu handhabenden Signaturen durch eine fortlaufende Nummerierung (1-6111). Im Zuge dieser Bearbeitung stellte sich heraus, dass ca. 1.000 Akten bisher nicht erfasst waren. Die Bearbeitung dieses Restbestandes übernahm Dr. Uwe Grandke, der einen erheblichen Teil dieser Unterlagen als identische Parallelüberlieferung zu den Beständen der SED-Kreisleitungen identifizierte und zur Kassation vorschlug. Einige Akten bestanden aus Druckschriften und ergänzen nunmehr die Bibliothek des Staatsarchivs Rudolstadt. Ca. 300 Akten (5800-6111) wurden schließlich erstmals erfasst und vergleichsweise tief erschlossen. Das anschließende Korrekturlesen sämtlicher Erschließungsangaben mündete in die Neubearbeitung von weiteren ca. fünfzig Akten, deren Verzeichnungsangaben unverständlich waren.

Während dieser Bearbeitung wurden Personennamen in den Erschließungsangaben anonymisiert und Schutzfristen festgelegt (beides aus Gründen des Datenschutzes). Außerdem wurde die 2010 entworfene Systematik noch einmal überarbeitet und gestrafft.

Der Bestand ist damit weiterhin nur bedingt erschlossen, sein Findbuch steht aber nun erstmals online der Forschung zur Verfügung.

►Link zum Online-Findbuch


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Schilderwechsel 1
Foto: in-sign. Werkstatt für Grafik und Produktgestaltung, Jena.

Am 8. September 2017 wurde im Staatsarchiv Rudolstadt die im Sommer 2016 vollzogene Bildung des Landesarchivs Thüringen nun auch äußerlich durch ein neues Behördenschild umgesetzt.


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Rudolstädter KulTourNacht am 9. September 2017

Gemeinsam mit anderen Kulturstätten beteiligt sich das Staatsarchiv Rudolstadt an der Rudolstädter KulTournacht 2017, die am Sonnabend, den 9. September 2017 stattfindet und - natürlich - im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums stehen wird. Die Mitwirkung des Archivs gewinnt eine ganz besondere Note durch die Kooperation mit der Kunstwerkstatt Rudolstadt, die in den historischen Archivmagazinen auf der Heidecksburg künstlerische Annäherungen an die Gräfin Katharina von Schwarzburg (1509-1567), genannt "die Heldenmütige" vorstellen wird. Das Programm der KulTourNacht 2017 finden Sie ► hier.


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Deckblatt
Deckblatt eines Rechnungsbandes aus dem Amt Paulinzella (Sign. Nr. 99)

Erfassung des Rechnungsselekts im Staatsarchiv Rudolstadt

Im Staatsarchiv Rudolstadt lagern ca. 620 lfm Rechnungen aus der Zeit vom frühen 15. Jahrhundert bis 1940. Diese Rechnungen stammen aus diversen Behördenbeständen der Grafschaften und Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt bzw. Schwarzburg-Sondershausen. Der Zeitpunkt des Absonderns (Selektieren) der Rechnungen von den Aktenbeständen der damit arbeitenden Behörden ist unbekannt. Mitte der 1960er Jahre unternahm Rudolf Ruhe (* 1913, † 1978) einen ersten Versuch, ca. 30 lfm ungeordneter Rechnungen zu bearbeiten. Er erfasste etwa ein Drittel dieses „Problembestandes“, indem er die Akten mit Bleistift kennzeichnete (numerus currens) und für jede Rechnung eine handschriftliche Notiz auf einer Karteikarte anfertigte. Da Ruhe versäumt hatte, die gekennzeichneten Rechnungen zu bündeln, ging alsbald die ursprüngliche Ordnung verloren, sodass seine (im Übrigen nicht systematisierte) Findkartei nicht nutzbar war.

Die Rechnungen waren offen stehend in Holzregalen untergebracht, der überwiegende Teil der Rechnungen war nicht gekennzeichnet, sodass weder ein gezieltes Bestellen noch ein eindeutiges Zitieren möglich waren. Die Aufstellung der Unterlagen erfolgte zu 95 % nach Serien (es wurden 900 Serien identifiziert). Immerhin 5 % der Rechnungen waren ohne jede sichtbare Ordnung abgelegt. Die Benutzung des Rechnungsselekts erfolgte ausschließlich auf Basis dieser rudimentären Erschließung.

Seit dem Jahr 2000 diente eine relationale Datenbank (Access) zur Verwaltung der Bestände und ihrer Lagerorte. Es ergaben sich damit neue Voraussetzungen zur Bewältigung des Problems der Rechnungen: 2002 begann die systematische Vollerhebung der ca. 900 Rechnungsserien. Jede Rechnungsserie erhielt zusätzlich zur inhaltlichen Bezeichnung noch eine spezielle und individuelle Bestandssignatur. Die Bestellung für den Lesesaal erfolgte seitdem anhand der Signatur der Rechnungsserie (RS) in Kombination mit dem Jahrgang der Einzelrechnung

Anlass für die 2012 aufgenommene Erfassung der Rechnungen war die erhoffte bauliche Sanierung des Magazintrakts. Der geschilderte Ordnungszustand barg die Gefahr, dass bei einer Beräumung die bestehende fragile Ordnung weiter gestört würde. Daher stand die Herstellung der Transportfähigkeit im Vordergrund. Da der Magazintrakt nicht beheizt ist, mussten die Arbeiten in den Sommermonaten (Mai bis September) erfolgen. In den Magazinen gibt es keinen Zugang zum Datennetz des Staatsarchivs, sodass die Erschließungsdaten mittels eines Einzelplatzrechners zu erheben waren. Ziele waren die Reinigung, einfache Erfassung, eindeutige Kennzeichnung durch Etiketten und die Verpackung. Außerdem durften die teilweise häufig nachgefragten Unterlagen nicht der Benutzung entzogen werden. Schließlich sollten die Ergebnisse der Bearbeitung zeitnah online nutzbar gemacht werden.

Zunächst wurden die 30 lfm Rechnungen, für die keine sichtbare Ordnung vorlag, körperlich nach Provenienzen sortiert. Die so entstandenen Stapel wurden zumeist als eigene Serien in der Erschließungsdatenbank repräsentiert. Die Zahl der zu bearbeitenden Serien erhöhte sich dadurch von 900 auf 1070. Innerhalb der neu gebildeten Serien wurde eine chronologische Ordnung angestrebt. Bei diesem Arbeitsschritt wurden bereits ca. 3 lfm nicht archivwürdige Rechnungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert kassiert.

Für jede Rechnung wurden folgende Daten erfasst:

  1. Die nach numerus currens vergebene Signatur (Bärsches Prinzip),
  2. Titel,
  3. Laufzeit (= Berichtszeitraum der Rechnung),
  4. Vermerke (lediglich Verweisungen, Besonderheiten),
  5. alte Bestandssignatur der Serie als Altsignatur,
  6. alte Bestandssignatur als provisorische Systematik,
  7. Umfang (cm, Sonderformate),
  8. ggf. Erhaltungsschäden.

Die Bearbeitung zielte auf die Bewältigung des gesamten Rechnungsselekts mit ursprünglich ca. 630 lfm und eine rasche Herstellung der Transportfähigkeit. Diesem Hauptziel untergeordnet blieb eine eingehendere inhaltliche Erfassung, die insbesondere für Rechnungen des 15. und 16. Jahrhunderts ein Desiderat bleibt. Die nunmehr mögliche eindeutige Identifikation der 54.000 Einzelrechnungen aus 72 Beständen lässt eine gezielte Ergänzung der wünschenswerten Angaben für ausgewählte Bestände, Teilbestände oder Einzelrechnungen zu. Die rasche Online-Veröffentlichung der Ergebnisse unterstützt deren Auswertung durch die landesgeschichtliche Forschung.

(Dr. Uwe Grandke)


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Im Mai/Juni 2016 absolvierten zwei Geschichtsstudentinnen der Brigham Young University in Provo (Utah/USA) ein sechswöchiges Praktikum im Staatsarchiv Rudolstadt, worüber die "Ostthüringer Zeitung" am 15. Juni 2016 berichtete:

Otz 2016 06 15

​Die Erfahrungsberichte der beiden Praktikantinnen (auf Englisch) finden sich hier und hier.


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Presseartikel aus der "Ostthüringer Zeitung" vom 15. Januar 2016

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"Spur der Ahnen" führt auch in das Staatsarchiv Rudolstadt            

Die Sendereihe "Spur der Ahnen" des Mitteldeutschen Rundfunks (Erstausstrahlung am 14. Januar 2015 um 21:15 Uhr) macht diesmal u.a. auch Station im Staatsarchiv Rudolstadt. Dort ist der Nachlass der Schriftstellerin Inge von Wangenheim Ausgangspunkt für die Recherchen ihrer Enkelin Laura von Wangenheim, die sich vor allem mit der Emigrationszeit ihrer Großmutter in der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs befassen. Weitere Informationen zu dieser Sendung finden sich hier.




Laura von Wangenheim im Staatsarchiv Rudolstadt
Laura v. Wangenheim im Staatsarchiv Rudolstadt (Foto: MDR)


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Benutzungseinschränkung für den Bestand "Hofmarschallamt Rudolstadt"

Der Bestand "Hofmarschallamt Rudolstadt" wird voraussichtlich ab April 2013 verfilmt und steht deshalb bis zum Jahresende 2013 für die Benutzung nicht zur Verfügung. Es können in dieser Zeit auch keine Anfragen bearbeitet werden, die sich auf diesen Bestand beziehen.


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Neue Beständeübersicht des Staatsarchivs Rudolstadt erschienen

Umschlag

Nach mehrjähriger Arbeit legt das Staatsarchiv Rudolstadt im Juni 2012 eine neue Beständeübersicht in gedruckter Form vor. Sie löst die im Jahr 1964 herausgegebene Übersicht ab, seit deren Erscheinen sich der Umfang der im Staatsarchiv Rudolstadt verwahrten Unterlagen mehr als verdoppelt hat.

Das Buch kann zu einem Preis von 20,00 € (bei Postversand zzgl. 4,10 Versandkosten) über das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt (Schloss Heidecksburg, 07407 Rudolstadt; rudolstadt{at}staatsarchive.thueringen{punkt}de) bezogen werden.

Übersicht über die Bestände des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt. Bearbeitet von Katrin Beger, Frank Esche, Erdmute Geidel, Uwe Grandke, Dieter Marek, Barbara Müller und Andrea Steinbrücker. Redaktion: Uwe Grandke (Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Band 11). Verlag VOPELIUS Jena 2012. – 480 Seiten mit 6 farbigen Karten und 16 Abbildungen. – ISBN 978-3-939718-62-8.

 

 


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Auswanderer-Datenbank: Neuer Service für Familienforscher

Kartei
Die "Auswanderer-Kartei": Jetzt auch digital verfügbar

Zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland an das Staatsarchiv Rudolstadt zeigen, dass familiengeschichtliche Forschungen Konjunktur haben. Besonders in den USA, Brasilien und einigen lateinamerikanischen Staaten gehen viele deutschstämmige Einwohner auf die Suche nach ihren Wurzeln in der „alten Heimat“. Für derartige Recherchen bietet das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt mit der im Internet publizierten Auswanderer-Datenbank einen neuen und kostenlosen Service an.

In jahrzehntelanger Fleißarbeit hat der Rudolstädter Archivar Rudolf Ruhe (1913-1978) auf ca. 6.500 maschinengeschriebenen Karteikarten biografische Daten über Auswanderer aus den beiden thüringischen Kleinstaaten Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen für die Jahre 1834 bis 1914 zusammengetragen. Hierfür wertete Ruhe alle einschlägigen Verwaltungsakten und Zeitungen aus, darunter auch die in Rudolstadt zwischen 1846 und 1871 verlegte „Allgemeine Auswanderungszeitung“, die zahlreiche Erfahrungsberichte von Ausgewanderten veröffentlichte.

Nun ist dieses einmalige Inventar in einer Datenbank erfasst worden und im Internet unter http://www.thueringen.de/mam/th1/staatsarchive/repertorien/auswanderer.pdf weltweit nutzbar. Die Abschrift der 6500 Karteikarten wurde zwischen 2007 und 2009 ehrenamtlich von Andrea Kirchschlager M.A. (Arnstadt) gefertigt; die Textdateien hat Maik Broscheit (Rudolstadt/Jena) im Rahmen eines Praktikums gründlich überarbeitet. Dr. Uwe Grandke vom Staatsarchiv Rudolstadt besorgte anschließend die Datenmigration. Maik Broscheit und Gislaine Scheller übersetzten das Vorwort ins Englische und Portugiesische, so dass auch ausländischen Interessenten die Benutzung dieser Datensammlung erleichtert wird.

 


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"Stenographen hinterm Vorhang" - Neue Veröffentlichung des Staatsarchivs Rudolstadt erschienen

Shv Klein

Den Anstoß zu dieser Publikation gab ein archivalischer Zufallsfund durch den früheren Direktor des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt, Dr. Peter Langhof, und den Archivbenutzer Jochen Lengemann: In den Akten des Staatsarchivs Rudolstadt stießen sie auf eine geheime Mitschrift des im Jahre 1896 im sachsen-meiningischen Saalfeld abgehaltenen Parteitags der Sozialdemokraten des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Nachfolgende Recherchen führten zu den behördlichen Mitschriften der SPD-Landesparteitage von 1899, 1903 und 1904, die auf dem Gebiet des Fürstentums selbst – in Rudolstadt, Unterweißbach und Meuselbach – abgehalten wurden. Ihre Edition steht im Mittelpunkt dieses Bandes.

 Die Protokolle gehen auf die aufmerksame Überwachung der sozialdemokratischen Partei durch die Fürstliche Regierung in Rudolstadt und ihre Unterbehörden zurück. Auch nach dem Fall des Sozialistengesetzes im Jahre 1890 wollte man über die Aktivitäten der Sozialdemokratie in dem kleinen thüringischen Fürstentum stets unterrichtet sein, um gegebenenfalls Verstöße gegen das restriktive Vereins- und Versammlungsrecht ahnden zu können. Die Entstehungsbedingungen dieser Dokumente werfen dabei ein bezeichnendes Licht auf die damaligen politischen Verhältnisse im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, wo einer organisatorischen Entfaltung der Sozialdemokratie höhere Hürden als in den meisten anderen thüringischen Kleinstaaten im Weg standen. Erst 1908 konnte in Folge des Reichsvereinsgesetzes der „Sozialdemokratische Verein für Schwarzburg-Rudolstadt“ gegründet werden und die SPD des Fürstentums damit aus einer rechtlichen Grauzone heraustreten, die der Zahl ihrer Wähler schon lange nicht mehr entsprochen hatte.
 
Die kritische Edition der vier Überwachungsprotokolle wird ergänzt durch eine ausführliche Übersicht über die Landesparteitage der Sozialdemokratie des Fürstentums/Freistaats Schwarzburg-Rudolstadt zwischen 1889 und 1919 sowie Kurzbiographien der in den Parteitagsmitschriften erwähnten Personen.
 
Stenographen hinterm Vorhang. Geheime Überwachungsprotokolle von Parteitagen der Sozialdemokratie im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt 1896 - 1904. Herausgegeben und bearbeitet von Dieter Marek und Jochen Lengemann. Jena 2009: Verlag Vopelius (Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Schwarzburg, Gleichen und Hohenlohe in Thüringen 7, zugleich Veröffentlichung des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt). – Broschur, 176 Seiten, 42 Abb. - ISSN 1611-9215; ISBN 978-3-939718-42-0. – Preis: 16,80 €.-  Zu beziehen über den Buchhandel.
 

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Online-Katalog zum historischen Notenbestand der Hofkapelle Sondershausen im Staatsarchiv Rudolstadt

Partitur der Mozart-Oper "Figaros Hochzeit" (Hofkapelle Sonders-hausen [Notenbestand], Nr. 301)

Der Katalog des im Staatsarchiv Rudolstadt überlieferten Musikalienbestandes der Hofkapelle Sondershausen ist kürzlich fertig gestellt worden und kann nun auch in einer Online-Version eingesehen werden. Er wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG getragenen Verzeichnungsprojektes „Der historische Notenbestand der Hofkapelle Sondershausen“ von Dr. Axel Schröter (Thüringisches Landesmusikarchiv/Archiv der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar) in Kooperation mit dem Staatsarchiv Rudolstadt und dem Internationalen Quellenlexikon RISM (Frankfurt/Dresden) angefertigt. Weitere Musikalien des insgesamt weitaus umfangreicheren Hofkapellenbestandes befinden sich im Schlossmuseum Sondershausen, im Lohorchesterarchiv Sondershausen sowie im Thüringischen Landesmusikarchiv/Archiv der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Die Aufarbeitung derselben befindet sich in Vorbereitung, so dass dank der Förderung durch die DFG der Gesamtbestand dieser disparat überlieferten Musikalien erstmalig in Gänze der Öffentlichkeit nutzbar gemacht wird. Neben der vorliegenden Katalogversion als PDF-Datei werden die Daten ab Dezember 2009 in modifizierter Form (unter anderem ausgestattet mit Notenincipits und gezielten Suchfunktionen) auch über die Quellendatenbank von RISM zugänglich sein.

  Die Hofkapelle Sondershausen mit ihrer Musikaliensammlung hat einen besonderen Stellenwert, weil ihr eine nicht hoch genug einzuschätzende Bedeutung für die Infrastruktur der musikalischen Institutionen im Thüringen des 19. Jahrhunderts zukommt und sie die Tradition der historisch einmaligen Thüringer Orchesterlandschaft in einem hohen Maß zu dokumentieren vermag, was gerade in Weimar, dem thüringischen Musikzentrum schlechthin, aufgrund der zahlreichen Brandverluste (Schlossbrand 1774, Theaterbrand 1825, Brand der Anna Amalia Bibliothek 2004) nur noch bedingt möglich ist.

 

Zum Online-Katalog (Archivportal Thüringen)


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Änderung bei Gebühren und Auslagen für archivische Dienstleistungen

Mit der "Zweiten Verordnung zur Änderung der Thüringer Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Kultusministeriums" vom 10. November 2008 wurden die Gebühren und Auslagen für mehrere Dienstleistungen des Staatsarchivs (u. a. für Reproduktionen) geändert. Den Benutzerinnen und Benutzern des Archivs wird deshalb empfohlen, sich vor einer Bestellung von Reproduktionen über diese neuen Kostensätze zu informieren.

Die Verwaltungskostenordnung kann im Lesesaal des Archivs oder über den nachfolgenden Link eingesehen werden:

Zur Verwaltungskostenordnung (Kostenverzeichnis)


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"Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt" erschienen

Leichen

Die Marburger Forschungsstelle für Personalschriften hat mit dem „Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt“ den dritten Band ihres Thüringen-Projekts vorgelegt. Mit seinen 1401 Einträgen ist er ein reichhaltiger personengeschichtlicher Quellenfundus, aber auch ein wichtiges Findhilfsmittel für die Bestände des Staatsarchivs Rudolstadt. Der Katalog kann im Lesesaal des Staatsarchivs Rudolstadt benutzt werden.

Rudolf Lenz (Bearb.), Eva-Maria Dickhaut (Bearb.), Jael Dörfer (Bearb.), Birthe zur Nieden (Bearb.), Jörg Witzel (Bearb.):

Katalog der Leichenpredig­ten und sonstiger Trauerschriften im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt (Marburger Personalschriften-Forschungen, Band 45), 1. Auflage, Franz Steiner Verlag Stuttgart 2008.

XIII, 668 S. Kartoniert. € 54,00 / € (A) 55,60 / sFr 91,80 - ISBN 978-3-515-09206-7

Zur Verlagsinformation

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"Tag der Archive" am 18. Mai 2008 in Rudolstadt

Aaz
Erste Ausgabe der ab 1846 in Rudolstadt erschienenen "Allgemeinen Auswanderungs-Zeitung"

Auf Initiative des VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. findet im Jahr 2008 wieder ein bundesweiter „Tag der Archive“ statt. Das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt sowie das Stadtarchiv und die Historische Bibliothek der Stadt Rudolstadt führen diese Veranstaltung am Sonntag, dem 18. Mai 2008 durch.

Der „Tag der Archive“ im Jahr 2008 widmet sich dem Thema „Heimat und Fremde“. Durch die Präsentation ausgewählter Archivalien, eine Ausstellung zu historischer Reiseliteratur sowie eine Filmvorführung soll ein Schlaglicht darauf geworfen werden, in welcher Vielfalt sich das Thema der „Fremde“ in der Überlieferung der Archive und Bibliotheken widerspiegelt: Die Fremde als Sehnsuchtsziel des Reisenden bis hin zur neuen Lebensstation von Emigranten, die ihre Heimat aus vielfältigen Zwängen heraus verlassen mussten.

Auf Schloss Heidecksburg finden parallel zum „Tag der Archive“ die Veranstaltungen des Landesmuseums Heidecksburg zum „Internationalen Museumstag“ statt.

Zum Programm des "Tages der Archive" am 18. Mai 2008 in Rudolstadt (655.4 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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Neues Online-Findbuch zum Bestand "Greifenverlag zu Rudolstadt"

Karl Dietz
Karl Dietz (1890-1964), Mitbegründer und langjähriger Chef des Greifenverlages (Aufnahme: Foto-Lösche, Rudolstadt)
Mit dem Online-Findbuch zum Bestand „Greifenverlag zu Rudolstadt“ liegt seit kurzem eine Übersicht über die archivalischen Quellen eines traditionsreichen deutschen Verlagshauses vor. Der Greifenverlag wurde 1919 in Hartenstein (Sachsen) gegründet und war ab 1921 in Rudolstadt (seit 1926 auf der Heidecksburg) ansässig. Sein Mitbegründer und langjähriger Leiter Karl Dietz (1890 – 1964; Verlagsleiter 1921 – 1964) gehörte zu den renommiertesten Verlegerpersönlichkeiten der Weimarer Republik und der DDR. Im Jahre 1945 konnte der Verlag mit sowjetischer Lizenz neu gegründet werden. Mit Ausgaben von Lion Feuchtwanger, Victor Klemperer, Paul Zech und Inge von Wangenheim erwarb er sich den Ruf eines der führenden belletristischen Verlage in der DDR. Der Greifenverlag wurde im Jahre 1993 nach letztlich gescheiterten Privatisierungsbemühungen liquidiert und sein Verlagsarchiv gelangte in das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt. Hier korrespondiert der Bestand „Greifenverlag zu Rudolstadt“ (1913-1993; Umfang: 44,2 lfm = 2055 Archivalieneinheiten) sehr eng mit den Nachlässen seines ehemaligen Cheflektors Helmut Nitzschke sowie der Hausautorin Inge von Wangenheim, die ebenfalls durch Online-Findbücher erschlossen sind. Ein persönlicher Nachlass von Karl Dietz (Umfang: 0,1 lfm) befindet sich im Archiv der Akademie der Künste zu Berlin.
 

Bilder (Zur Großansicht bitte anklicken)

Zum Online-Findbuch (260 Seiten)

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Neues Online-Findbuch zum Nachlass der Schriftstellerin Inge von Wangenheim (1912-1993)

Wangenheim
Inge von Wangenheim (Aufnahme um 1980)

Das Findbuch zum persönlichen Nachlass der Schriftstellerin Inge von Wangenheim (1912 – 1993) liegt nun auch in einer Online-Version vor. Besonders der in diesem Bestand enthaltene Briefwechsel erlaubt einen reflektierten Einblick in den Alltag und den Kulturbetrieb der DDR. Inge von Wangenheim lebte von 1961 bis 1974 in Rudolstadt; im hier ansässigen Greifenverlag erschien auch der größte Teil ihrer Bücher. Aus dieser Verbundenheit mit Rudolstadt heraus übereignete die Schriftstellerin ihren persönlichen Nachlass dem Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt, während ihr schriftstellerischer Nachlass heute in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena überliefert ist.

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Informationshefte als Download-Version

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Informationshefte Nr. 3 und 7

Die vom Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt herausgegebenen Informationshefte Nr. 3 (Abkürzungen aus DDR-Beständen, 1998) und Nr. 7 (Münzen, Maße und Gewichte in Thüringen, 2. Auflage 1998) stehen nunmehr auf der Homepage des Staatsarchivs unter der Rubrik "Veröffentlichungen" (dort "Online-Publikationen") im PDF-Format zum Download zur Verfügung. Das Informationsheft Nr. 7 ist bereits seit langem vergriffen und deshalb nur noch in der Online-Version erhältlich.

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Neue Öffnungszeiten des Archivs

Ab 1. August 2006 ändert das Staatsarchiv Rudolstadt seine Öffnungszeiten wie folgt:

Montag 8.00 - 16.00 Uhr
Dienstag 8.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch 8.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 8.00 - 16.00 Uhr
Freitag geschlossen.

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Das war der "Tag der Archive" am 13. Mai 2006 in Rudolstadt:

AKTENZEICH(N)EN - Kunst des Erinnerns. Ein Projekt des Staatsarchivs und der Kunstwerkstatt Rudolstadt e. V.

Auf Initiative des VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. wurde in diesem Jahr wieder ein deutschlandweiter „Tag der Archive“ durchgeführt. Wie schon 2004 hat das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt diese Veranstaltung in die Rudolstädter KulTourNacht eingebunden, die am 13. Mai 2006 stattfand. Jenseits der üblichen Magazinbegehungen und Zimelienschauen wollte das Archiv einen ganz speziellen Akzent setzen: In einem gemeinsamen Projekt mit der Kunstwerkstatt Rudolstadt wurde ausgelotet, ob die häufig als staubtrockene Verliese unterschätzten Archive auch als Objekt künstlerischer Inspiration dienen können. Denn wer seinen Blick für längere Zeit auf den in schier endlosen Regalreihen verstauten Akten ruhen lässt, wird wohl unweigerlich zum Nachdenken über die Vergangenheit an sich, die Endlichkeit des eigenen Seins und die Spuren angeregt, die ein Menschenleben in den Textmassen der Bürokratie hinterlässt.

Aus der Konfrontation von künstlerischer Freiheit und den Regeln des bürokratischen Geschäftsganges ist eine gelungene Symbiose in Form von 20 Kunstwerken erwachsen, von denen die nachfolgende Bildergalerie leider nur einen kleinen Ausschnitt vermitteln kann. So entdeckte eine Skulptur aus keramischen Objekten (Sylvia Bohlen) das Wesen eines Archivs in zwischen Aktendeckeln gepressten Seelen. „Der Flügelschlag eines Schmetterlings im Archiv kann einen Wirbelsturm unter Historikern auslösen!“ – das Motto einer Installation namens „Chaostheorie“ (Sabine Bujack-Biedermann). Schon einmal darüber nachgedacht? In mehr oder weniger tiefes Nachdenken angesichts solch origineller Thesen waren jedenfalls die annähernd 170 Besucher versunken, die sich auf das Angebot dieses Projekts am Abend des 13. Mai eingelassen hatten.

An dieser Stelle sei der Kunstwerkstatt Rudolstadt und ihrer überaus engagierten Leiterin Johanna Fischer für die produktive und menschlich erfrischende Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv gedankt. Selbstverständlich werden die Ergebnisse dieses Archivprojekts sorgsam archiviert und stehen auf Anfrage bei der Kunstwerkstatt Rudolstadt (Link siehe unten) auch anderen Archiven und interessierten Einrichtungen für Ausstellungszwecke zur Verfügung.

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Fotoimpressionen zum Projekt "Aktenzeich(n)en - Kunst des Erinnerns" am "Tag der Archive" 2006

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Neuer Aktenbestand zum politischen Umbruch 1989/90 in Thüringen

Im Februar 2004 übergab Herr Tilo Wetzel (Gera) dem Staatsarchiv Rudolstadt eine Sammlung von Unterlagen aus seiner beruflichen und parteipolitischen Tätigkeit in der Umbruchszeit 1989/90. Sie dokumentieren den Aufbau der SDP/SPD in der DDR (insbesondere in Ostthüringen/Gera), die Tätigkeit des Rates des Bezirkes bzw. der Bezirksverwaltungsbehörde Gera, des „Runden Tischs“ in Gera sowie des Politisch-Beratenden Ausschusses zur Bildung des Landes Thüringen. Der „Persönliche Bestand Tilo Wetzel“ umfasst nach einer intensiven Ordnung und Verzeichnung insgesamt 42 Akteneinheiten. Das Anfang 2006 erarbeitete Findbuch wird auch in einer Online-Version (PDF-Format) angeboten.

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Neue Online-Findbücher mit Navigationsfunktion

Die unter der Rubrik "Online-Findbücher" veröffentlichten Findmittel werden künftig durch Ausstattung mit der Navigationsfunktion des Acrobat-Readers komfortabler benutzbar sein. Zu diesem Zweck muss in der linken Spalte des Acrobat-Readers der Reiter "Lesezeichen" aktiviert werden (siehe Abbildung unten), worauf die Systematik des Bestandes sichtbar wird. Nach dem Anklicken einer Aktengruppe wird diese im Findbuch (rechte Spalte) angezeigt.

Künftig werden alle Online-Findbücher des Staatsarchivs Rudolstadt (sowohl neue als auch bereits veröffentlichte) mit dieser Navigationsfunktion ausgestattet. Bitte informieren Sie sich über den aktuellen Stand der Überarbeitung dieser Online-Findmittel durch den regelmäßigen Besuch unserer Website.

Ansicht eines navigierbaren Online-Findbuchs

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Ausstellung und Publikation zum fotografischen Nachlass der Fürstin Anna Luise von Schwarzburg (1871-1951)

Herrschaftliche Rauchpause: Fürstin Anna Luise von Schwarzburg-Rudolstadt (Juli 1908)

Im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt werden im Nachlass der Fürstin Anna Luise von Schwarzburg (1871-1951) u. a. über 8000 Fotonegative und Positive verwahrt. Die Tatsache, dass die letzte Schwarzburger Fürstin zum großen Teil selbst Urheberin dieser Fotografien ist, macht die Auswertung dieses Bestandes überaus interessant und erlaubt einen facettenreichen und bisweilen intimen Einblick in das Alltagsleben eines thüringischen Adelshauses zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik und nationalsozialistischer Herrschaft bis hin zur Zeit der Teilung Deutschlands.
Etwa 100 ausgewählte Fotografien der Jahre zwischen 1891 und 1951 werden nun erstmals in einer Ausstellung gezeigt und vermitteln das Bild von einem Leben im Spannungsfeld höfischer Repräsentationspflichten und privater Zurückgezogenheit. So zeigen die Aufnahmen Familienszenen in den privaten Wohnräumen der Schlösser in Schwarzburg, Rudolstadt und Sondershausen, vermitteln einen Eindruck von Reisen nach Neapel oder Venedig, belegen Begegnungen mit Personen der Zeitgeschichte - wie Henry van de Velde und Elisabeth Förster-Nietzsche - oder zeigen das Fürstenpaar beim Bogenschießen im Garten vor dem Kaisersaal des Schwarzburger Schlosses.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg, des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt und des Schlossmuseums Sondershausen. Sie wird noch bis zum 5. Juni 2006 im Schlossmuseum Sondershausen gezeigt.
Weitere Informationen unter: Schlossmuseum Sondershausen

Der Begleitband zur Ausstellung

Titel Al
Buchtitel

Zur dieser Ausstellung erscheint als Katalog: Anna Luise von Schwarzburg (1871-1951). Ein Leben in Bildern aus ihrem photographischen Nachlass. Ausgewählt und kommentiert von Doreen Winker unter Mitarbeit von Dieter Marek, Rudolstadt und Sondershausen 2005 (Broschur, 200 Seiten mit 75 ganzseitigen Abbildungen, 16,50 Euro). Die Publikation entstand in Zusammenarbeit mit dem Schlossmuseum Sondershausen, dem Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt und dem Historischen Verein für Schwarzburg, Gleichen und Hohenlohe in Thüringen. Das Buch kann auch beim Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt käuflich erworben werden (bei Versand zzgl. Versandkosten).

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Neue Online-Publikation des Staatsarchivs: "Geschichte der Behördenorganisation in Schwarzburg-Sondershausen" von Hans Eberhardt

Die im Jahre 1943 als Beiheft 28 der "Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde" erschienene "Geschichte der Behördenorganisation in Schwarzburg-Sondershausen" von Hans Eberhardt ist bereits seit langem vergriffen. Für landesgeschichtliche Forschungen zu diesem thüringischen Kleinstaat stellt sie allerdings nach wie vor ein unverzichtbares Hilfsmittel dar. Aus diesem Grund hat das Staatsarchiv Rudolstadt diese verdienstvolle Arbeit als Online-Publikation im Jahre 2005 neu herausgegeben.

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Auswertung der Benutzerumfrage im Staatsarchiv Rudolstadt

Wahlurne 1
Vor der Stimmenauszählung...

Vom 3. Januar bis zum 15. September 2005 hat das Staatsarchiv Rudolstadt eine Benutzerumfrage durchgeführt. Von den 327 Benutzerinnen und Benutzern, die das Archiv in diesem Zeitraum besucht haben, gaben 110 Personen einen (anonym) ausgefüllten Fragebogen ab. Dies entspricht einer Teilnahmequote von über 30 Prozent. Trotz eines überwiegend positiven Umfrageergebnisses wurden einige Ansatzpunkte aufgezeigt, um die Qualität unserer Dienstleistungen für die Öffentlichkeit noch zu verbessern. Manche dieser Vorschläge werden sich kurzfristig realisieren lassen, andere wiederum stoßen derzeit leider noch an personelle und finanzielle Grenzen. Ich möchte an dieser Stelle allen Besucherinnen und Besuchern unseres Hauses herzlich danken, die sich die Zeit für eine Meinungsäußerung zur Arbeit des Archivs genommen haben. Zur ausführlichen Auswertung der Benutzerumfrage gelangen Sie über den nachfolgenden Link. Dieter Marek Direktor

Zur ausführlichen Auswertung der Benutzerumfrage (Word-Format)
Größe: 1.6 MB

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Edition über Graf Günther XLI. von Schwarzburg (1529-1583) als Veröffentlichung des Staatsarchivs erschienen (März 2004)

Bellicosus
Buchtitel

Bedeutsamkeit über die engen Grenzen ihrer kleinstaatlichen Territorien hinaus konnten nur wenige Persönlichkeiten aus dem Hause der Schwarzburger beanspruchen. Zwar ragen viele der baulichen und kulturellen Hinterlassenschaften der Grafen und Fürsten beider Schwarzburger Linien als schützenswertes Erbe in unsere Gegenwart hinein, doch in den historischen Annalen der großen Politik wird man die Namen und Taten ihrer Schöpfer meist vergeblich suchen. Umso deutlicher hebt sich Graf Günther XLI. als Gegenstand der vorliegenden Publikation vor diesem Hintergrund ab. Als Heerführer in den Diensten Kaiser Karls V. und des Königs Philipp II. agierte er an Brennpunkten deutscher und europäischer Geschichte des 16. Jahrhunderts; seine Ehe mit der Schwester des Prinzen Wilhelm von Oranien brachte die familiäre Verankerung in einem namhaften europäischen Herrschergeschlecht mit sich. Doch ist das Wirken von Günther XLI. fernab seiner Schwarzburger Stammlande, in denen er ab 1552 gemeinsam mit seinen Brüdern die Regierung ausübte, nicht losgelöst von eigenen dynastischen Interessen zu betrachten. Im Einsatz für die Reichsgewalt, in welchem er sich den Beinamen "Der Streitbare" ("bellicosus") erwarb, sicherte er mit diplomatischem Geschick zugleich die Reichsstandschaft der Schwarzburger gegenüber wettinischen Begehrlichkeiten. Diese Persönlichkeit in ihrem weit gefassten Wirkungskreis aus der archivalischen Überlieferung heraus lebendig werden zu lassen, ist das Anliegen dieser Quellenedition. Aus einer Veröffentlichung des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt und des Historischen Vereins für Schwarzburg, Gleichen und Hohenlohe in Thüringen ist im Zuge ihrer Realisierung ein Projekt geworden, in dem das Zusammenwachsen Europas einen konkreten und greifbaren Niederschlag gefunden hat. Es sei daher an dieser Stelle zuerst den Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Archiven Spaniens, Belgiens, der Niederlande und Österreichs gedankt, deren Kooperationsbereitschaft zum Zustandekommen dieses Bandes maßgeblich beigetragen hat. Besondere Würdigung verdienen die spanischen Kollegen José Luis Rodríguez de Diego (Director del Archivo General de Simancas) und Eduardo Pedruelo Martín (Director del Archivo de la Real Chancillería de Valladolid), die über die Bereitstellung von Dokumenten hinaus auch deren editorische Bearbeitung übernommen haben. Der Quellenband soll weiter gehende Untersuchungen zum Herrschergeschlecht der Schwarzburger anregen und als Initialzündung dienen, mit einer fundierten Biografie von Günther XLI. einem Desiderat abzuhelfen, von dessen wissenschaftlicher Bewältigung ganz gewiss nicht nur die Thüringer Landesgeschichtsforschung profitieren würde. Günther XLI. Graf von Schwarzburg in Diensten Karls V. und Philipps II. in den Niederlanden (1550) 1551-1559 (1583). Briefe, Berichte und andere Dokumente aus den Jahren 1550-1583. Edition. Bearbeitet von Jens Beger, Eduardo Pedruelo Martín, José Luis Rodríguez de Diego, Joachim Emig und Jochen Lengemann. Projektkoordination: Jochen Lengemann. Veröffentlichung des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt. Zugleich: Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Schwarzburg, Gleichen und Hohenlohe in Thüringen Nr. 1. HAIN-Verlag Weimar und Jena 2004 (776 Seiten; ISBN 3-89807-056-5; ISSN 1611-9215, Preis: 25,80 € - Zu beziehen über den Buchhandel)

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Neues Repertorium des Staatsarchivs Rudolstadt zur Kirchenmusik Georg Gebels (1709-1753) erschienen (März 2003)

Gebel
Buchtitel

Als Band 5 der Reihe "Repertorien des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt" ist der Titel "Zur Kirchenmusik Georg Gebels (1709-1753). Ein Verzeichnis der in Rudolstadt vollendeten Werke" erschienen. Dieses Verzeichnis gibt erstmals einen detaillierten und vollständigen Überblick über die erhaltenen kirchenmusikalischen Kompositionen Georg Gebels (1709 – 1753). Besonderer Wert wurde auf die Vermittlung eines Eindrucks seiner Musik gelegt. So sind sämtliche Werke und Werkteile mit Incipits ausgewiesen. Auch wurde zur Veranschaulichung des Gebelschen Kompositionsstils exemplarisch der komplette erste Teil der Kantate "Frommer Gott, voll reiner Triebe" zu Estomihi (1748) in Partitur gesetzt. Die Publikation soll als Impuls verstanden werden und auf bislang von der Forschung kaum beachtete Werke aufmerksam machen, die wohl nicht unerhebliche Mosaiksteine zur Kantatengeschichte im deutschsprachigen Raum Mitte des 18. Jahrhunderts bilden. Zur Kirchenmusik Georg Gebels (1709-1753). Ein Verzeichnis der in Rudolstadt vollendeten Werke. Erstellt, redigiert und mit einer Einleitung versehen von Axel Schröter. Peter Lang - Europäischer Verlag der Wissenschaften 2002 (ISBN3-631-50435-7, Preis 46,80 €. - Zu beziehen über den Buchhandel)

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