Geschichtliche Entwicklung der Denkmalpflege in Thüringen

Im Jahr 2006 erfolgte die Gründung des heutigen TLDA. Die zuvor historisch eigenständig gewachsenen Institutionen der  Archäologie und Bau- und Kunstdenkmalpflege haben hingegen eine lange Tradition und können auf gemeinsame geistige Wurzeln zurückblicken.

Die Voraussetzungen für eine einheitlich organisierte Denkmalpflege in Thüringen waren erstmals nach 1920 mit der Bildung des Landes Thüringen gegeben.  War doch das Gebiet des heutigen Freistaates in Kleinstaaten zersplittert und  Thüringen vormals ein eher geographischer und kultureller Landschaftsbegriff.

 

Bau U Kunstdenkmaeler Lehfeld Voss Band 37
Bau- und Kunstdenkmäler, Lehfeld Voss

Anfänge

Denkmalpflegerische Bestrebungen und das Interesse am baukünstlerischen Erbe reichen weit in das 19. Jahrhundert zurück. Befördert wurden sie durch das neu erwachte Nationalbewusstsein. Schon zu Beginn des 19. Jh. veranlasste J. W. v. Goethe in Weimar archäologische Ausgrabungen. Der erste Staatskonservator Preußens wurde auf Initiative Schinkels bereits 1844/45 eingesetzt.

Ab den 1870er Jahren entstanden dann auch in Thüringen die bis heute für die Inventarisierungsarbeit grundlegenden, wissenschaftlichen Denkmal-Inventare. Einer ihrer Begründer war der Kunst- und Prähistoriker Prof.  Klopfleisch aus Jena.

Allerorten schlossen sich interessierte Bürger  in Geschichts- oder naturwissenschaftlichen Vereinigungen zusammen, unter anderem in der 1888 durch Professoren gegründeten  „Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Weimar“. Aus deren Engagement entwickelte sich das spätere  „Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens“ .

 

 

 

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Ausstellung im Alten städtischen Museum

Etablierung eines archäologischen Museums

Ihre kostbaren zoologischen, mineralogischen, paläontologischen und botanischen Privatsammlungen sowie gesammelte Altertümer stellten die Gelehrten zunächst in einer Weimarer Schule aus.

Für den durch regionale archäologische Funde – insbesondere die Altsteinzeitlichen in aus den Travertinsteinbrüchen Weimar-Ehringsdorf -  stark anwachsenden und zunehmend auch systematisch erfassten Fundus wurde in der Humboldtstraße 11 (Weimar) eine geeignete und bis heute bestehende Heimstätte gefunden. Nachfolgend etablierte sich das Haus als Museum, das seine Sammlungstätigkeit auf Altertümer beschränkte und sich als archäologischen Museum profilierte.

Die kuratorische Leitung wurde 1934 dem Ordinarius für Ur- und Frühgeschichte der Universität Jena überlassen, der in Personalunion zugleich zum staatlichen Vertrauensmann für kulturhistorische Altertümer und damit zum ersten „Landesarchäologen“ bestimmt wurde.

Als zentraler Anlaufpunkt für den Schutz von Bau- und Kunstdenkmälern existierte parallel bis 1931 eine "Landesberatungsstelle für Heimatschutz und Denkmalpflege".

 

Entwicklung der staatlichen Denkmalpflege bis 1989

1933 wurde für die Bau- und Kunstdenkmalpflege als staatliche Institution das "Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Heimatschutz"  in Weimar gegründet, das nach 1945 als Abteilung dem Thüringischen Ministerium für Volksbildung eingegliedert wurde. 1947 gab es kurzfristig das "Amt für Denkmalpflege und Naturschutz" in Erfurt. Im Zuge der Auflösung des Landes Thüringen nahm ab 1952 die Denkmalpflege der neu gebildeten Bezirke Erfurt, Gera und Suhl das Hallesche Institut für Denkmalpflege wahr. Erst 1963 wurde in Erfurt eine Arbeitsstelle des „Instituts für Denkmalpflege“ eingerichtet, die in der Form bis 1989 fortbestand.

Der Aufbau einer staatlichen Bodendenkmalpflege und der Ausbau zu einem archäologischen Landesmuseum wurden 1953 mit der Unterstellung desselben unter das Staatssekretariat befördert, in dessen Folge dem Museum auch die Landesstelle für Vor- und Frühgeschichte als Forschungsstelle für die Bezirke Erfurt, Gera, Suhl angegliedert wurde.

 

Museum F _r Ur- Und Fr _hgeschichte Th _ringens
Weimar, Museum für Ur- und Frühgeschichte, Sitz der Archäologie in Weimar

Ein gemeinsames Amt entsteht

Mit der politischen Wende 1989 und damit einhergehenden neuen Verwaltungsstrukturen wurden beide Einrichtungen 1991 als nachgeordnete Fachbehörden des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst neu konstituiert:

Gebildet wurde das Thüringische Landesamt für archäologische Denkmalpflege in Weimar (TLAD), in dessen Trägerschaft das Museum fortbesteht.

Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Erfurt, Petersberg, Artilleriekaserne, Sitz der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Erfurt

In Erfurt entstand das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege (TLD), das in der denkmalgeschützten Artilleriekaserne auf dem Erfurter Petersberg ein eigenes Domizil fand.

1992 wurde mit dem 2004 novellierten Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG) die rechtliche Basis für eine umfassende, erfolgreiche Arbeit, des schließlich 2006 zum TLDA vereinigten und nun zwei Dienstsitze (Weimar und Erfurt)  umfassenden Amtes geschaffen.

 

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