Geschichtliche Entwicklung der Partnerschaft
| 1991 | | Vertreter der Thüringer Landesregierung führen erste Gespräche mit der französischen Botschaft in Bonn und dem Französischen Generalkonsulat in Leipzig über eine mögliche Partnerschaft mit einer Region in Frankreich. |
| 1992 | | Das Thüringer Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten wird geschaffen und übernimmt die Aufgabe, eine Partnerregion in Frankreich für Thüringen zu finden. |
| 1993 | | Das Kabinett der Thüringer Landesregierung beschließt am 15. September 1993 den Aufbau konkreter Partnerschaften des Landes Thüringen mit ausländischen Regionen, darunter mit der französischen Region Picardie. |
| 1994 | | Am 26. Juli 1994 unterzeichnen der Thüringer Ministerpräsident, Dr. Bernhard Vogel, der Präsident der Region Picardie, Charles Baur eine Erklärung über Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Thüringen und der Region Picardie. |
| 2007 | | Im Rahmen der Reise von Ministerpräsident Althaus in die Picardie vom 18.-20.03.2007 wurde eine Gemeinsame Erklärung zur Fortführung der Partnerschaft unterzeichnet. Als Felder der Zusammenarbeit wurden Forschung/Regenerative Energien, Wirtschaft, Tourismus, Hochschule / Schulen identifiziert. |
In der Pflege der Beziehungen des Freistaats Thüringen zur Picardie kommt seit 2001 dem Gesandten des Französischen Außenministeriums, der zugleich
Berater für thüringisch-französische Angelegenheiten in der Staatskanzlei (
http://www.institut-francais.fr/-erfurt-.html?lang=de) ist, eine entscheidende Ímpuls- und Mittlerfunktion zu.
Schwerpunkte der Zusammenarbeit
politischer Dialog
Ein wesentliches Element war und ist der Dialog der politischen Vertreter beider Regionen. Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass sich Politiker aus Thüringen und der Picardie treffen.
Bildung/Hochschulen/Kultur
Die Tourismusgebiete der Picardie konzentrieren sich an der Kanalküste und in den Wäldern im Süden der Region, wo an der Grenze zur Champagne auch Weinbau betrieben wird. Neben Segeln, Surfen, Bootstouren, Reit- und Wandertouristik kann der Urlauber auch eine Vielzahl von historischen Sehenswürdigkeiten besichtigen. Besonders die Gotik hat in der Picardie ihre Spuren hinterlassen. Neben mehreren befestigten Kirchen und Burgen gibt es sechs bedeutende Kathedralen. Die Kathedrale von Amiens ist mit 145 Metern Länge die größte Frankreichs. Jährlich wird ein Festival der Kathedralen veranstaltet. Die Picardie unterhält ein eigenes Sinfonieorchester und mit der Comédie de Picardie ein eigenes Schauspielhaus.
In Thüringen gibt es derzeit 80 Schulpartnerschaften mit französischen Schulen, davon 16 zur Picardie. Darüber hinaus finden 17 weitere, noch nicht vertraglich geregelte partnerschaftliche Projekte mit picardischen Schulen statt (Stand März 2010)
Am 8. Juni 2009 unterzeichneten das Humboldt-Gymnasium Weimar und das Lycée Félix Faure Beauvais einen AbiBac-Partnerschaftsvertrag und legten damit den Grundstein für den Aufbau der ersten AbiBac-Sektion in Thüringen. Einmal jährlich treffen sich Lehrerinnen und Lehrer sowie Länderbeauftragte des AbiBac zu einem deutsch-französischen AbiBac-Seminar.
Am 2. April 2009 informierte das Französische Erziehungsministerium offiziell über das Programm Jules Verne, das es französischen Lehrern ab dem Schuljahr 2009/2010 ermöglicht, für ein Jahr im europäischen Ausland zu unterrichten, während die Bezahlung durch das Französische Ministerium fortgesetzt wird. Die Akademie Amiens entsandte für das Schuljahr 2009/2010 einen Lehrer für Geschichte und Geographie, der im AbiBac-Zweig des Humboldt-Gymnasiums Weimar eingesetzt wurde.
Die Gemeinsame Erklärung im Bildungsbereich zwischen dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und der Akademie Amiens, die am 13. November 2008 in Beauvais unterzeichnet wurde wird jährlich durch einen Maßnahmenkatalog ergänzt.
Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), das im Jahre 2008 eine Gemeinsame Erklärung mit der Université de Picardie Jules Verne, dem Institut Universitaire de Formation des Maîtres (IUFM) d’Amiens unterzeichnet hat, plant ebenfalls konkrete Projekte in den Bereichen der Lehrerbildung, Lehrerfortbildung, Führungskräfteentwicklung und Lebenslanges Lernen.
Zwischen dem französischen Studentenwerk CROUS Amiens-Picardie und dem Studentenwerk Thüringen besteht seit 2009 ebenfalls eine Partnerschaftsvereinbarung, die durch vielfältige gemeinsame Aktivitäten umgesetzt wird.
Wirtschaft
In der Picardie sind etwa 9 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft, etwa 40% in der Industrie und etwa 50 % im Dienstleistungsbereich tätig. Aus der Picardie kommen 25 % der landwirtschaftlichen Exporte Frankreichs.
In der Picardie haben sich mehr als 250 nichtfranzösische Firmen niedergelassen. In diesen Firmen finden mehr als 30 % der picardischen Erwerbstätigen Beschäftigung. An deutschen Firmen unterhalten die BASF, die Fichtel & Sachs AG, Hoechst und Bayer Produktionsstätten in der Picardie.
In der Picardie arbeiten 350 Forschungslabors mit mehr als 3.500 Beschäftigten an den Schwerpunktthemen Biotechnologie, organische Chemie, neue Werkstoffe, elektronische Datenverarbeitung und Produktionstechnologie. Die Picardie gehört zu den vier Regionen Frankreichs in denen der Beitrag der Industrie zum wertmäßigen Wirtschaftswachstum mehr als 45 % beträgt. Die stärksten Industriestandorte liegen in Amiens und Compiègne.
Mit dem von beiden Regionen anlässlich ihrer 15-jährigen Partnerschaft 2009 initiierten europaweiten Wettbewerb „adream“ zum Thema Architektur und Design aus nachwachsenden Materialen soll die Partnerschaft durch die Initiierung von Wirtschaftskooperationen intensiviert werden. Studenten und Berufstätige aus ganz Europa konnten ihre ihre Projekte einreichen. Aus über 300 Projekten wurden von einer renommierten Jury am 8. Juli 2010 die Preisträger ausgewählt. Die ersten Preise sind mit einem Prototypenbudget verbunden, die Fertigung der Prototypen soll in Firmen oder technischen Einrichtungen der Picardie oder Thüringens erfolgen.
Kommunale Kooperation
Es bestehen über 51 Städtepartnerschafen Thüringens zu Frankreich. Davon sind 7 Städtepartnerschaften zwischen Thüringen und der Picardie bekannt. Eisenberg/Soisson, Triptis/Quessy, Pößneck/Chateau-Thierry, Berga/Gauchy, Königsee/Hirson, Eisfeld/Ham, Greiz/Saint-Quentin.
Kontakt
Thüringer Staatskanzlei
Referat Internationale Angelegenheiten
Regierungsstraße 73
99084 Erfurt
Herr Guillaume Lecoque
Direction de la prospective, de la programmation et de l´évaluation
Département Europe/OPER
Chargé de mission cooperation européenne
Conseil regional de Picardie
11 Mai Albert 1er
80000 Amiens
Telefon: (+33)0322973740
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