Geschichtliche Entwicklung der Partnerschaft
Am 4. Dezember 1997 schlossen Thüringen und Malopolska eine Partnerschaftserklärung, die die Entwicklung der Kontakte und Beziehungen zwischen den Menschen und Institutionen in beiden Regionen zum Ziel hatte. Zahlreiche Projekte wurden initiiert. Die Wojewodschaft Krakau ging 1999 in der neu entstandenen Wojewodschaft Malopolska (Kleinpolen) auf. Zudem vollzog Polen die Einführung der regionalen Selbstverwaltung. Thüringen war die erste Region, mit der die neue Wojewodschaft Malopolska die Partnerschaft erneuerte. Dies geschah im Juli 1999 in Erfurt.
Die Entwicklung der Partnerschaft zwischen beiden Regionen kann als eine deutsch-polnische Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Heute kann man sagen, dass der größte Erfolg dieser Partnerschaft die Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander ist. War es 1997 etwas Besonderes, eher Unübliches und von vielen Seiten auch belächeltes Vorhaben, die Kontakte nach Polen zu entwickeln, hat Malopolska heute seinen festen Platz in den Außenbeziehungen von Thüringen.
Schwerpunkte der Zusammenarbeit
Ein wesentliches Element war und ist der Dialog der politischen Vertreter beider Regionen. Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass sich Politiker aus Thüringen und Malopolska regelmäßig treffen.
Schulpartnerschaften/Bildungsprojekte
Die Schulpartnerschaften sind eine wichtige Säule jeder regionalen Partnerschaft: Polen ist dabei das Land neben Frankreich, zu dem die meisten Schulpartnerschaften bestehen. 47 Thüringer und polnische Schulen sind partnerschaftlich verbunden, davon 10 in Malopolska.
Im Mai 2003 unterzeichnete das Thüringer Lehrerfortbildungsinstitut (ThILLM) einen Partnerschaftsvertrag mit dem kleinpolnischen Lehrerfort- und Weiterbildungszentrum (MCDN) in Krakau. Diese Partnerschaft wird z. B. durch gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen aktiv gepflegt.
Jährlich findet eine internationale Jugendbegegnung „Befreundete Regionen im Herzen Europas“ statt. Eine Woche lang arbeiteten 60 Jugendliche aus Thüringen, Malopolska (Polen), Zilina (Slowakei), Presov (Slowakei), Lemberg (Ukraine) und der Picardie (Frankreich) in Seminaren zusammen.
Jährlich nehmen auch Schüler aus Malopolska an der Goethe-Jugendsommerschule in Weimar teil. Zu erwähnen sind auch die zahlreichen Veranstaltungen der Thüringer Landeszentrale der politischen Bildung in der Thüringer Staatskanzlei, die unterschiedliche Personenkreise mit ihren Veranstaltungen erreichen und damit ein weiterer Multiplikator für die Kontakte zwischen Thüringen und Kleinpolen ist. Insbesondere Veranstaltungen wie das Thüringisch-Kleinpolnolnische Jugendparlament oder auch thematische Bildungsreisen nach Malopolska sind zu einer festen Größe in diesem Bereich geworden.
Hochschulkontakte
Die seit den 60er Jahren bestehende Partnerschaft zwischen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der traditionsreichen Jagiellonen-Universität in Krakau wurde von Anfang an als fester Bestandteil in die Partnerschaftsaktivitäten zwischen Thüringen und Malopolska integriert.
Mittlerweile gibt es zu Polen im Hochschulbereich 54 Kooperationsverträge bzw. SOKRATES/ERASMUS-Vereinbarungen. Allein mit Einrichtungen in Kleinpolen bestehen 10 derartige Kontakte. Hinzu kommen 3 Kooperationen von Thüringer außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit dieser Region. Studenten aus Malopolska konnten im Rahmen eines Stipendienprogrammes in Thüringen einige Semester studieren.
Das Leonardo-Büro Thüringen an der TU Ilmenau hat Hochschuleinrichtungen aus Kleinpolen in das Praktikantenvermittlungsnetzwerk aufgenommen. Wie auf anderen Gebieten auch zeigt sich ein zunehmendes Interesse der deutschen/thüringischen Studenten an einem Studien- oder Praktikumsaufenthalt in Polen.
Kommunale Kontakte
Die Kontakte zwischen den Kommunen sind ein Kernstück jeder Regionalpartnerschaft. Beispielhaft genannt werden sollen die Landkreispartnerschaft des Kyffhäuser Landkreises mit Olkusz sowie die Kontakte der Gemeinde Bad Berka nach Zabno.
Kultur
Die Entwicklung der kulturellen Kontakte spielte und spielt für die Gestaltung der Partnerschaft eine wesentliche Rolle. Künstlerworkshops, Lesungen und Ausstellungen eröffnen den Menschen einen Blick auf die Kultur der Partnerregion.
Die Jenaer Philharmonie ist z. B. mit der Filharmonia Cracow an dem EU-Orchesterprojekt ONE beteiligt.
Wirtschaftskontakte/Kooperation im Rahmen von EU-Projekten
Insgesamt ist Polen für Thüringen einer der wichtigsten ausländischen Wirtschaftspartner. Dennoch spielen Wirtschaftskontakte eine untergeordnete Rolle. Spätestens seit dem Beitritt Polens zur EU ist es für deutsche und damit auch thüringische Unternehmen noch einmal attraktiver aber auch einfacher geworden, auf dem polnischen Markt Fuß zu fassen oder mit polnischen Partnern zu kooperieren.
Mit der Förderperiode 2007 - 2013 kann Polen erstmals von Beginn an den Strukturfonds und anderen Förderinstrumenten partizipieren. Damit ergeben sich auch neue Möglichkeiten für die projektorientierte Wirtschaftskooperation. Im Rahmen des Transnationalen Entwicklungskonzeptes nimmt Malopolska einen prioritären Platz bei der Projektpartnersuche ein. In folgenden EU-Projekten arbeiteten Thüringer und Kleinpolen zusammen: INCORD, InnoRegio, HERMES, InterGetup, INTERREG-III B- Projekt „Kulturlandschaften“.
Im Jahr 2006 unterzeichnete die IHK Erfurt einen Kooperationsvertrag mit der IHK Krakau.
Kontakt:
Thüringer Staatskanzlei
Referat Internationale Angelegenheiten
Regierungsstraße 73
99084 Erfurt
Urząd Marszałkowski WojewództwaMałopolskiego
Biuro Współpracy Międzynarodowej
Kancelaria Zarządu
ul. Basztowa 22
31-156 Kraków
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