Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit des Freistaats Thüringen ist die auf der Grundlage der 1996 vom Kabinett beschlossenen „Leitlinien der Thüringer Entwicklungszusammenarbeit“.
Kooperation mit dem Königreich Kambodscha
Im Mittelpunkt steht dabei die Erarbeitung von Konzepten für die Abfallentsorgung und Abfallverwertung sowie die Ausbildung entsprechender Fachleute.
Länderdaten Kambodscha
Geografische Lage | Südostasien |
Ländername | Königreich Kambodscha (Kingdom of Cambodia) |
| Hauptstadt | Phnom Penh (über 1,5 Millionen Einwohner) |
| Regierungsform | Konstitutionelle Monarchie |
| Einwohner | 14,7 Millionen (2008) |
| Bevölkerungswachstum | 2% (2008) |
| Altersstruktur | 37,6% unter 15 Jahre, 3,1% 65 Jahre und älter (2005) |
| Lebenserwartung | 60 Jahre (2007) |
| Fläche | 181.040 km² |
| Klima | feucht-heißes Monsunklima |
| Religionen | Buddhisten (Theravada) 95%, Moslems 4%, Sonstige 1% |
| Sprachen | Khmer |
| Bruttonationaleinkommen | 8,859 Milliarden US-Dollar (2008) |
Auslandsverschuldung gesamt | 3,761 Milliarden US-Dollar (2007) |
LDC-Kategorie | LDC = least developed country |
Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Projekte
Hierzu wurde 1996 ein Projekt entwickelt, in dessen Mittelpunkt die Ausbildung junger kambodschanischer Fach- und Führungskräfte aus dortigen Ministerien und der Stadtverwaltung der kambodschanischen Hauptstadt stand, die in den Bereichen Abfall, Wirtschaftsmanagement/Planung und Transport, Deponiebau und Recycling/ Kompostierung ausgebildet wurden. Mit der Umsetzung des Projektes waren das damalige Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt sowie die damalige Carl-Duisberg-Gesellschaft e. V. Landesstelle Thüringen (CDG) beauftragt. Bei diesem Projekt wurde die Strategie verfolgt, Fachkräfte für die höhere Verwaltung zu schulen und parallel Praxisbezug mit der Befähigung zu eigenständigen Firmengründungen zu vermitteln.
Pilotprojekt Kompostierung in Phnom Penh
Start im Jahr 2000, Träger waren das damalige Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt und die Staatskanzlei in Kooperation mit der kambodschanischen NGO COMPED
Leitlinie: Hilfe zur Selbsthilfe
Generelle Ziele:
- Nachweis, dass Komp. von organisatorischen Marktabfällen unter kambodschanischen Verhältnissen möglich und sinnvoll ist,
- Bereitstellung von Kompost als hochwertiger Bodenverbesserer und preiswertes Düngemittel,
- Aufbau von Verwertungswegen in der Landwirtschaft,
- wirtschaftliche Selbständigkeit der Anlage – tatsächliche Nachhaltigkeit.
2001 Bau der Anlage
2002 Konsolidierung des Anlagenbetriebes
2003 bis 2004 Fortführung des Pilotkompostierungsprojektes
Übergabe der Anlage an die NGO COMPED im Januar 2005
Weiterführung der EZ Thüringen - Kambodscha 2005 bis 2006
- Umsetzung eines Vermarktungskonzepts (Werkvertrag mit SWE), Ausbildung von Kompostexperten, Schulungen von Mitarbeitern der Administration, Bauern u. Kompostanwendern, Anbauversuche bei Bauern vor Ort (Umgebung von Pnom Penh)
Projekt „Wertschöpfung aus Biomasse in ländlichen Gebieten Kambodschas“,
In dem Projekt „Wertschöpfung aus Biomasse in ländlichen Gebieten Kambodschas“, das von 2007 bis 2009 lief, wurde ein Schulungsprogramm zu den Grundlagen der Kompostierung für nicht organisierte Bauern aus armen ländlichen Regionen in weiteren Provinzen Kambodschas erarbeitet. Ziel ist, den Gedanken der Kompostierung über die Umgebung der Hauptstadt hinaus in das Land zu tragen durch Ausbildung von Ausbildern bzw. Multiplikatoren. Es wird angestrebt, durch Zusammenarbeit mit deutschen Vorfeldorganisationen (GTZ, DED) in Kambodscha und Vernetzung der Kompostierung mit landwirtschaftlichen Projekten Synergien zu erzielen.
Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit Thüringen – Königreich Kambodscha 2010-2012
In der Nähe des Ortes Choeung Ek errichtet die Hauptstadt Phnom Penh ein modernes Abfallbehandlungs- und Ablagerungsareal. Die bisherige Deponie Stung Meanchey bei Phnom Penh soll zum Zweck der Sanierung geschlossen werden. Um die bisher auf und von der Pilotkompostierungsanlage in Stung Meanchey lebenden Kompostmitarbeiter und deren Familien nicht zu vertreiben und somit die inzwischen erworbenen Kenntnisse des Kompostierens untergehen zu lassen, sollen diese Menschen an den Standort der neu errichteten Deponie nahe Choeung Ek umgesiedelt werden. Sie erhalten somit eine neue Chance, ihr Wissen in einen geordneten Abfallwirtschaftsprozess einzubringen.
Darüber hinaus gibt es in Thüringen die Thüringisch-Kambodschanische Gesellschaft e. V.,TKG, die sich in den Bereichen Schulneubau, Umweltbildung und Ausbildungs- und Schülerpatenschaften Verdienste erworben hat. Die TKG wurde im Mai 2000 gegründet und hat 66 deutsche Mitglieder sowie 15 kambodschanische Ehrenmitglieder. Die Gesellschaft fördert die Freundschaft und das gegenseitige Verständnis zwischen den Menschen in Thüringen und dem Königreich Kambodscha. Der Verein arbeitet gemeinnützig. Die Mitglieder sind ehrenamtlich tätig.
Eines ihrer bisher größten Projekte ist das Modellvorhaben Soziales Abfallzentrum Battambang - (SAB):
Soziales Abfallzentrum Battambang (SAB) - Recycling als Mittel zur Armutsbekämpfung und zur Verbesserung des sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Umfelds sowie der Lebensbedingungen in Kambodscha.
Kontakt
Thüringer Staatskanzlei
Referat Internationale Angelegenheiten
Regierungsstr. 73
99084 Erfurt
Herr Jörg Schmid, Referatsleiter
Telefon: +49-361- 3792 140
Frau Heiderose Rötschke
Telefon: +49-361- 3792 144
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten,
Naturschutz und Umwelt
Beethovenstr. 3
99096 Erfurt
Herr Siegfried Kühne
Vorsitzender der Thüringisch-Kambodschanischen
Gesellschaft e. V., TKG
Herr Detlef Gutjahr