Restaurierung (2000 - 2002)
Zur Erweiterung der
Thüringer Staatskanzlei bot sich der benachbarte Gebäudekomplex an - das „Weimarische Geleitshaus", auch „Haus Vaterland" genannt. Er besteht aus sechs Häusern unterschiedlicher Bauepochen, die im Inneren zwei Höfe bilden. Die heutige Bebauung entstand im 16. Jahrhundert. Stilmerkmale der Renaissance sind die haufigsten.
Die Anlage ist ein kleines Stadtquartier mit umgebenden Straßen und Gassen und als vierseitige Hofanlage einzigartig in Erfurt. Das siebente Haus, ein Brauhaus aus der Gründerzeit wurde abgerissen und durch einen modernen Bürobau ersetzt.
Alle Jahrhunderte haben ihre Spuren hinterlassen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten prägt ein weiterer bedeutender Komplex wieder das Erfurter Stadtbild.
2000 - Beginn einer umfassenden Sanierung und Restaurierung der gesamten Anlage
Das Haupthaus mit seiner weitgehend vorhandenen Renaissancefassung wurde restauriert. Hier ist jetzt das
„Europäische Informations-Zentrum" untergebracht.
Im östlichen Seitenhaus wurde - eine Bohlenstube entdeckt und wieder hergestellt. Dentrochronologische Untersuchungen datieren sie auf das Jahr 1530.
Hier fand man auch Teile der ältesten Thüringer Papiertapeten, sogenannte Fladertapeten. Sie sind eine frühe Tapetenform, bei denen verschiedene Druckbögen zu bildlichen Darstellungen zusammengesetzt wurden.
Das Haus vier in der Marstallstraße hat als Speicher einen gewaltigen Längsunterzug mit Stützen und Sattelhölzern. Diese beeindruckende Konstruktion wurde in die Sanierung einbezogen und erhalten.
Die Philipp Holzmann AG (Niederlassung Erfurt), Kommunalprojekt Leipzig, das Bauforschungsbüro Weißensee, das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege, das Amt für Stadterneuerung und Denkmalpflege und viele Spezialfirmen gingen nach einem detaillierten Sanierungsplan vor.
Archäologische Bodenfunde, die im Eingangsbereich ausgestellt sind, zeugen von der langen Geschichte dieses Quartiers.
2002- Im September 2002 nimmt die Thüringer Staatskanzlei als neuer Nutzer den Gebäudekomplex „Haus Vaterland" in Besitz.
Eröffnet durch den Thüringer Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel am 8. September, dem "Tag des Offenen Denkmals" im Freistaat Thüringen.