"Perspektive 2025" Sicherung und Fortentwicklung der Thüringer Theaterlandschaft

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Staatssekreträrin Dr. Babette Winter während der RMK am 01.03.2016 (Foto: TSK)

Endspurt für künftige Theaterverträge

Das Kabinett hat sich in seiner Sitzung am 1. März 2016 unter anderem mit der Theater- und Orchesterfinanzierung ab 2017 befasst. In der anschließenden Regierungsmedienkonferenz berichtete Staatssekretärin für Kultur und Europa, Dr. Babette Winter, über den Stand der Verhandlungen mit Trägern und Zuwendungsgebern.

Vorgesehen ist, dass die Orchester in Gotha und Eisenach verschmelzen und zukünftig an beiden Standorten das Angebot an Konzerten, Ballettaufführungen usw. absichern.

Auf den Weg gebracht wird ein Produktionsaustausch zwischen den Standorten Rudolstadt und Eisenach im Bereich Schauspiel. Das Deutsche Nationaltheater Weimar und das Theater Erfurt sollen die bewährte Zusammenarbeit mit dem Austausch von Produktionen bzw. gemeinsamen Produktionen vertiefen und ausbauen. Die Jenaer Philharmonie und das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera werden gemeinsame Projekte umsetzen. Das Thüringer Staatsballett soll zukünftig regelmäßige Präsenzen in Erfurt haben.
 

Medieninformation Nr. 42/2016 vom 01.03.2016 (140.3 kB)
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Perspektive 2025 – Kulturminister und Staatssekretärin stellen Vorschläge für tragfähige Theaterfinanzierung ab 2017 vor – Qualität und Vielfalt sichern

In einer Regierungsmedienkonferenz stellten am 5. November 2015 Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff und Staatssekretärin Dr. Babette Winter die Vorschläge für die Finanzierung der Thüringer Theater durch den Freistaat ab dem 01.01.2017 vor. Die Neuregelung ist vor dem Hintergrund der zum 31.12.2016 auslaufenden Finanzierungsperiode der Thüringer Theaterverträge nötig. Die Vorbereitungen dafür begannen unmittelbar nach Amtsantritt der rot-rot-grünen Landesregierung im Dezember 2014.

Die Vorschläge der Staatskanzlei verfolgen das Ziel, dauerhafte, leistungsfähige Strukturen auf den Weg zu bringen, die auch in Finanzkrisen und sinkenden Haushalten Bestand haben können und zugleich bestehende Strukturdefizite überwinden.‎ Die ungeachtet der dargelegten Herausforderungen stabile Haushaltslage des Freistaates soll genutzt werden, um ohne den Druck von Einsparungen aufgrund von Haushaltsdefiziten, die  Rahmenbedingungen für eine bis 2025 verlässliche Theaterentwicklung zu gestalten. Die Thüringer Theaterentwicklung soll geprägt sein von Verlässlichkeit, tarifgerechter Vergütung guter Arbeit und dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Theater und Orchester weiterhin ihre wichtigen Aufgaben in unserem Kulturland erfüllen und sich künstlerisch positiv entwickeln können.

Für das Land möchte die Staatskanzlei Gewissheit haben, dass mit den eingesetzten Mitteln die Ziele eines flächendeckend qualitativ anspruchsvollen Theaterangebotes, der Zusammenarbeit von Stadt- und Staatstheatern mit der freien Theaterszene, kulturelle Jugendbildung und interkulturelle Aktivitäten erreicht werden. Dazu wird es aber erforderlich sein, alle bestehenden Strukturen auf den Prüfstand zu stellen und das Potenzial für Kooperationen zwischen den Einrichtungen zu prüfen und dort, wo es notwendig und nützlich ist, auch umzusetzen.

Die Vorschläge gliedern die Thüringer Theaterstandorte in drei Regionen – Ostthüringen, Mittelthüringen sowie das Thüringer Kooperationsdreieck – und legen für diese Regionen jeweils mehrere mit einer Folgenabschätzung verbundene Struktur- und Entwicklungsmodelle vor, die nun zur Diskussion stehen. Die Staatskanzlei legt in diesem Schritt für jede der drei Regionen offen, welches Modell sie präferiert. In allen drei Regionen setzt die Staatskanzlei auf verstärkte Kooperationen unter den Standorten.
 

Medieninformation Nr. 197/2015 vom 05.11.2015 (153.8 kB)
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Sehen Sie hier die Regionale Medienkonferenz vom 5. November 2015:


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Arbeitspapier zur „Perspektive 2025“


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Powerpoint zur „Perspektive 2025“


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Umfrage zu den Vorschlägen zur Sicherung und Fortentwicklung der Thüringer Theaterlandschaft:


Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Umfrage zu den Vorschlägen zur Sicherung und Fortentwicklung der Thüringer Theaterlandschaft ist nun abgeschlossen.
Wir haben Ihre Wünsche, Ideen und Anregungen in den Diskussionsprozess mit einfließen lassen. Dabei hat uns Ihre Kritiken geholfen, die Planungen zur Sicherung und Fortentwicklung der Thüringer Theaterlandschaft zu optimieren.

Wir bedanken uns bei allen, die sich an dem Diskussionsprozess beteiligt haben, denn Ihre Meinung ist uns wichtig!

Ihre Online-Redaktion
Erfurt, 1. März 2016

8 Kommentare auf diesem Blog
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Der Fortschritt ist eine Schnecke...

Ich finde es sehr bedauerlich, dass auch nach dieser langen Zeit der Vorplanung und anschließender Diskussion, noch immer kaum belastbare Fakten auf dem Tisch liegen.

Abgesehen von der Fusion Gotha - Eisenach die als beschlossen gilt, aber noch kaum mit Detailverhandlungen oder gar Finanzierungszusagen unterfüttert ist, gibt es keine echte Richtung bislang.

Das ist auch kaum verwunderlich, denn die Vorgabe seitens des Kultusministeriums ist unmöglich zu erfüllen! Es wird nicht weniger als die Quadratur des Kreises, nämlich alle Standorte zu erhalten, allen mehr Geld zu geben, aber gleichzeitig nicht mehr Geld auszugeben.

Erreicht werden soll dies durch einen "Sozialverträglichen Stellenabbau" über 10 Jahre, also schlicht der Verzicht auf Neubesetzungen bei Verrentungen.

So einfach wie man sich das anhört ist es jedoch nicht, denn es existiert in Thüringen wegen der Einsparungen in den letzten 25 Jahren z.B. kaum mehr ein intaktes Orchester, und weitere Stellen zu streichen ist dann nunmal nicht möglich, dann ist ein Orchester nämlich nicht mehr spielfähig! Kooperationen sind auch keine Lösung, denn diese funktionieren nur dann sinnvoll, wenn jemand etwas hat, und ein anderer dieses braucht. So z.B. mit Erfurt und Weimar. Weimar hat Schauspiel, Erfurt nicht, also kann man kooperieren indem Erfurt das Schauspielt aus Weimar einkauft. Hätte Erfurt ein Ballett, gäbe es sogar eine "faire" kooperation, dann könnte man nämlich etwas "austauschen" anstatt einfach nur "einzukaufen". Kooperationen um fehlende Orchesterstellen auszugleichen sind hingegen nur bedingt sinnvoll, denn solche eine Lösung würde nur dann funktionieren, wenn man sich auf wenige, ausgewählte Projekte konzentriert (Großprojekte die ein "normales" Theater oder Orchester nicht allein stemmen kann) oder wenn ein Orchester so groß ist, dass es regelmäßig freie Kräfte für den anderen Standort zur Verfügung stellen könnte. Dann bietet sich aber möglicherweise eine andere Lösung an...

Diese Sachverhalte sind dem Minister und seiner Staatssekretärin inzwischen bekannt, neue Einsichten hat es aber seitens der Politik nicht gegeben.

Anstatt zu versuchen, langfristig tragfähige Strukturen zu schaffen hält man krampfhaft an einem Abbaukonzept fest, und auch damit kommt man nicht wirklich voran.

Was spricht denn dagegen, eine Grundlegende Evaluierung von Angebot und Nachfrage anzustellen? Aktuellen Bedarf und zukünftige Entwicklung lassen sich doch relativ leicht einschätzen, und danach legt man fest wo Investition sinnvoll ist, und wo man - sozialverträglich - einsparen und abbauen kann.

Ich hoffe es wird noch ein Umdenken in der Politik geben, und dass der Schaden an der Theater und Orchesterlandschaft nicht allzu groß ausfällt. In den letzten 25 Jahren wurde schon genug kaputt gespart, irgendwann muss es damit mal genug sein!

23.01.2016 17:10:14 | von Roland Rohde
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Alea iacta est

Seit der ungeplanten Lancierung vertraulicher Informationen und

der geplanten Eröffnung der Diskussion sind Wochen ins Land gegangen;

Wochen, in denen alle Seiten ihre jeweiligen Eigeninteressen,

Ansprüche und Eitelkeiten offenbart haben.

Die Fronten sind klar und auch keineswegs neu:

Die kleinen Häuser zeigen Einsicht in die Notwendigkeiten und sind eher kooperationsbereit.

Weimar: hat noch nie auf etwas verzichtet und will das auch weiterhin nicht tun. Die Bewahrung des Status quo wird an eine nicht beweisbare Exzellenzbehauptung geknüpft, die jede gleichberechtigte Zusammenarbeit a priori ausschließt. Zu allem Überfluss wird auch noch ein Sonderweg in der Gebietsreform gefordert.

Gotha: hat die Selbstüberschätzung Weimars zu kopieren begonnen und will sein Orchester als kulturellen Leuchtturm wahrgenommen wissen.

Nun wäre die Zeit für die Offenbarung eines kraftvollen kulturpolitischen Gestaltungswillens gekommen.

Das Staatstheater Thüringen wird gebildet, mit der Staatsoper Erfurt und dem Staatsschauspiel Weimar. Das Erfurter Orchester wird, neben der ein Eigeninitiative etablierten Orchesterakademie, um 10 bis 15 Planstellen vergrößert; die Finanzierung trägt der Freistaat Thüringen. Eine Kooperation mit benachbarten Exzellenz- Orchestern wird dadurch überflüssig.

Das Gothaer Orchester fusioniert mit Eisenach und muß sich nicht mehr für Dienste in der Landeshauptstadt hergeben; dadurch entfallen für Erfurt eine knappe halbe Million an Kosten für die Gothaer Orchesterdienste.

Diesen Verlust wird Gotha durch seine überregionale Strahlkraft leicht ausgleichen können.

Weimar kocht weiter im eigenen Saft, aber nicht mit noch höheren Alimentationen (19 Millionen im Ggs. zu 6,5 Mio. für die Hauptstadt !).Erpressungsversuchen wird nicht stattgegeben.

Will Weimar die Verpflichtungen als Kreisstadt nicht übernehmen, kann es auf Wunsch auch eine Gemeinde im Landkreis Jena werden. Das verhilft zu mehr Bodenkontakt.

11.12.2015 09:17:38 | von Dr.Ulrich Hauch
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Konzeptpapier der Staatskanzlei zu den Theatern

In dem Konzept vermisse ich Aussagen zu den Bespieltheatern. Ich bin Vorsitzender des Theatervereins Arnstadt. Wir bespielen das Theater im Schlossgarten in eigener Verantwortung als e.V. Bisher hat die Stadt Arnstadt einen Zuschuss von 250 000€ zu den Kosten gegeben. Das war auskömmlich. Durch die Haushaltsnotlage der Stadt ( ein Minus von 4 Milo € an Gewerbesteuer) wird das nicht mehr möglich sein. Der Ilm-Kreis beteiligt sich nicht an den Kosten, obwohl nachweislich 56 % der Besucher aus dem Ilm-Kreis stammen auch teilweise aus Erfurt und Gotha. Unsere Zuschauerzahlen haben sich von 20 000 Besuchern im langjährigen Durchschnitt auf 22 000 erhöht. Wir sind gleichzeitig das einzige Kino in der Stadt. 30 % unserer Besucher sind Kinder und Jugendliche. Unser Sterben ist Programm. Gleichzeitig erhöht der Ilm-Kreis die Kreisumlage um 700 000€ für die Stadt.Das ist das Dreifache des Theaterzuschusses ohne etwas für das Theater zu tun. Die linke Landrätin erklärt ebenso wie der Bürgermeister das das Geld wegen der Kürzung des kommunalen Finanzausgleichs durch das Land fehlt. Wir brauchen keine Diskussion über Bespielkonzepte sondern zunächst Hilfe um überhaupt zu überleben. Ich bin gezwungen als Träger (e.V.) Insolvenz anzumelden, wenn im Januar die Zuschüsse, wie angekündigt, ausbleiben. Sonst macht sich der Vorstand wegen Insolvenzverschleppung strafbar. Arnstadt wird dann weder ein Theater noch ein Kino haben. So erleben wir rot-rot-grüne Politik.

07.12.2015 13:02:46 | von Dr. Reinhard Köhler
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Arbeitspapier Perspektive 2025

Arnstädter Theater akut gefährdet

Das Arbeitspapier enthält leider fast keine Aussagen zu den Bespieltheatern. Somit relativiert sich die Ankündigung der rot-rot-grünen Regierung Theaterschließungen verhindern zu wollen.

Ich bin Vorsitzender des Theatervereins, der als e.V. eigenverantwortlich die Bespielung des Theaters im Schlossgarten verantwortet. Während die Haushaltsnotlage von Eisenach und Gera zu keiner Schließung der Theater führt, bin ich vom Bürgermeister Arnstadt in Kenntnis gesetzt worden, dass der notwendige Zuschuss von 250 000€ , den die Stadt bisher allein aufbringt, 2016 nicht mehr gezahlt werden kann, da die Gewerbesteuereinnahmen um 4 Milo € geringer ausgefallen sind.Der Ilm-Kreis zahlt keinerlei Zuschüsse, obwohl unsere Statistik belegt, dass ca. 60% unserer Besucher aus dem Ilm-Kreis sowie aus Erfurt und Gotha stammen. Aus dem Arbeitspapier habe ich entnommen, dass alle anderen Landkreise ihre Theater bzw. Orchester zumindest mit einer Drittelfinanzierung unterstützen. Die linke Landrätin erhöht die Kreisumlage um 700 000€. Das ist der dreifache Betrag, der unser Theater am Leben erhalten würde. Der um 100 Milo € verringerte kommunale Finanzausgleich erschwert die Finanzierung zusätzlich. Insofern sind für uns Bespielkonzepte nachrangig, da es ums schlichte Überleben geht. Macht man sich deutlich, dass der Zuschuss für ein Theaterticket in Thüringen ca. 100€ beträgt, bei uns aber nur 10€ und unsere Besucherzahlen im Gegensatz zum Trend von 20 000 auf 22 000 gestiegen sind, werden die Defizite des Konzepts der Staatskanzlei noch deutlicher.

Die Überlegung im Arbeitspapier, dass uns Meiningen bespielen soll, sind von Unkenntnis getragen, da Meiningen eine sehr viel größere Bühne besitzt. Kulissen müssten umgebaut werden, was viel zu teuer ist. Das, haben wir bereits mit dem Theater Eisenach probiert. Wirklich hilfreich sind für uns die Konzerte der Jenaer Philharmonie, da sie stets ausverkauft sind. Seit vielen Jahren verbindet uns eine enge Zusammenarbeit, die einen Baustein zum Erhalt des Theaters leistet. Sollte Jena in Altenburg und Gera spielen müssen, wäre keine Möglichkeit mehr für Gastspiele in Arnstadt. Deshalb lehnen wir diese Überlegung ab.

Sofern uns keine Hilfe durch dem Landkreis oder das Land gewährt wird, bin ich gezwungen, nach Ausbleiben des monatlichen Zuschusses durch die Stadt Arnstadt Insolvenz anzumelden, um den Vorstand und mich nicht der Insolvenzverschleppung schuldig zu machen. Die Lage ist sehr ernst. Es wäre außerordentlich bedauerlich, wenn unser Theater das erste Opfer der rot-rot-grünen Politik würde.

05.12.2015 23:21:52 | von Dr. Reinhard Köhler
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Kultur- und Stellenabbaukonzept

Wie man es dreht und wendet, zum Schluss ist es nur ein Kultur-und Stellenabbau. Herr Hoff kann doch wohl nicht im Ernst glauben, dass das Kulturangebot dadurch nicht zurückgeht, wenn immer weniger Künstler da sind. Die jetzigen arbeiten schon am Limit, insbesondere diejenigen die auf Lohn verzichten. Wenn dann noch der geplante Stellenabbau kommt, kann das bisher geleistete nicht mehr erbracht werden. Es ist auch immer nur die Rede von z.B. Konzerten in den Theatern die die Musiker spielen, aber deren Aufgaben sind vielfältiger. Es gehören auch die musikalischen Einsätze bei Ballettaufführungen, Oper, Operette, Musical und sogar beim Schauspiel dazu. Und nicht zu vergessen die Einsätze außerhalb der Theater, also in der Fläche des Landes. Die Theater und Orchester haben seit der Wende schon so viele Stellen gestrichen bekommen, dass sie an der Schmerzgrenze sind. Es reicht!!!!! Und diese Regierung, insbesondere Herr Ramelow und Herr Hoff haben mich schwer enttäuscht. Ich und viele meiner Bekannten haben die Linken gewählt, da sie versprochen haben alle Orchester und Theater zu erhalten und es wurde auch davon gesprochen die Tariflöhne für alle zu zahlen. Des weiteren wollten sie eine bessere Kulturpolitik als die Vorgängerregierungen machen. Im Konzept hatte ich von Verlusterfahrungen in den letzten Jahren gelesen, die dass Publikum gemacht hatte, und mit diesem Konzept geht es weiter. Dieses Konzept ist einfach nur Wahlbetrug!

27.11.2015 00:57:08 | von R.M.
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Perspektive für die Zukunft

Das vorgestellte Theaterkonzept hat mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt. Die Vorschläge die dieses Konzept beinhaltet sind zum Teil nicht neu aber durchaus überdenkenswert. Insbesondere die Idee einer koordinierten Struktur für die Thüringer Theaterlandschaft, in ihrer ganzheitlichen Betrachtung, gefällt mir.

Ob eine zukunftsfähiges Modell sich durch lediglich Einsparungen definiert, bezweifle ich. Jedoch sind diese in der momentanen Finanzierungssituation der Kommunen, die sich eindeutig - geht man nach den vorgelegten Zahlen - nicht verbessern wird, nicht vermeidbar.

Ich möchte hier auf ein paar Punkte eingehen und Vorschläge unterbreiten, die mir beim Lesen gekommen sind.

Punkt 1

ist der Punkt der mir am wichtigsten erscheint. Eine Einsparung von Stellen, wie die Landesregierung sie in dem Konzept vorschlägt, ist eine künstlerisch schwer zu kompensierende Maßnahme. Die Reaktion der Theater und Gewerkschaften seit der Veröffentlichung von Verhandlungszwischenergebnissen durch die TLZ spricht Bände - verständlich. Weggestrichene Stellen sind immer ein erheblicher Verlust im künstlerischen Bereich.

Mein Vorschlag ist ein anderer, um die Personalkosten kommt dieser zwar auch nicht rum, jedoch ist es eine wesentlich flexiblere Idee.

Ich gebe Ihnen Recht, dass die beste Art an den Personalkosten zu sparen die ist, bei den Rentenabgängen zu schauen, da diese keine Entlassungen fordern.

Die Stellen nach Renteneintritt abzubauen ist eine Endgültigkeit und spart finanzielle Mittel nur insoweit ein, bis die Abbauzeit vorbei ist.

Sehen Sie die Rentenabgänge lieber als eine Art Stellschraube. Ich denke man kann viel mehr erreichen wenn man einen „Nachbesetzungsverzug“ in Betracht zieht. Richtet man beispielsweise einen Nachbesetzungsverzug von 3 Monaten für Rentenstellen ein, hat man jährlich eine höhere Ersparnis bei den Personalkosten als durch den vorgeschlagenen Stellenabbau. Die Zeit die ein Nachbesetzungsverzug dauert ist dabei die Variable und kann über die Jahre angepasst werden bzw. im Falle einer Erholung der Finanzierung aufgehoben werden. Ein Ausgleich in der Zeit des Nachbesetzungsverzuges für Stellen die künstlerisch nicht durch Eigenpersonal vertreten werden können, könnte durch einen thüringenweiten Vertreterpool reguliert werden.

Punkt 2

Eine Umstrukturierung der Theaterlandschaft ist der ideale Zeitpunkt, um eine Informationsanpassung vorzunehmen. Ein gemeinsamer Internetauftritt der Theater mit Programmabfragen und einer Beurteilung der Highlights wäre wünschenswert. In unserer mobilen Zeit ist es nicht ungewöhnlich, dass der geneigte Theaterfreund auch einen Weg von Erfurt nach Altenburg auf sich nimmt um ein Stück zu sehen, welches ihn interessiert.

Punkt 3

An Punkt 2 schließt sich der nächste Vorschlag direkt an. Wenn wir davon ausgehen, dass hinter Rudolstadt die Kulturlandschaft nicht endet und Theaterfreunde nicht nur in den Landkreisen leben in denen ein Theater steht, ist es für mich unbegreiflich, dass es Landkreise gibt, die nichts in die Theaterlandschaft einbezahlen. Sind die kommunalen Träger nicht in der Lage sich solidarisch für die Theaterlandschaft einzusetzen? Daran sollte dringend gearbeitet werden. Besucht werden die Theater aus ganz Thüringen.

Punkt 4

Eine zukunftsfähige Struktur schaffen heißt auch, das leidige Thema der Nachwuchsgewinnung wieder auf den Tisch zu bringen. Jedoch war hiervon nichts in dem Konzept zu lesen. Für wen will man die Theaterlandschaft zukunftsfähig machen, wenn in 20 Jahren niemand mehr ein Theater besucht?

Ich schlage einen Theaterwettbewerb für jede Sparte vor, bei denen sich Schulklassen mit einem Stück bei den zuständigen Theatern bewerben und das gewinnende Stück darf auf der Großen Bühne mit Unterstützung aufgeführt werden. Das würde nicht nur Schüler wieder an Schauspiel heranführen (in den USA sind Theatergruppen an Schulen das Normalste der Welt) sondern auch zu den Aufführungen Familie und Freunde der Kinder in die Theater holen. Menschen die mit dem Theater keine Kontaktpunkte haben, könnten sich so viel einfacher an die Materie herantasten und ein neues Publikum kann erschlossen werden.

Punkt 5

Die "heilige Kuh" DNT Weimar. Das Haus hat eine geschichtlich verankerte Tradition, die nicht angetastet werden darf? Eine Gleichbehandlung der Kunstschaffenden muss gewährleistet werden. Alle oder Keiner. Die Landesregierung verhandelt im Moment nicht, sie lässt sich über Pressehetze und Demonstrationen einschüchtern. Ich kann Ihnen nur wünschen, einen klaren Kopf zu bewahren und die beste Entscheidung für die Kulturlandschaft zu treffen. Nur gemeinsam kann man stark sein und Tradition zu erhalten ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme. Veränderungen gehören im Wandel der Zeit dazu, dass sollten auch Herr Weber und die Beschäftigten des DNT einsehen und konstruktive Vorschläge machen, statt in dieser Trotzposition zu verharren.

Eine öffentliche Diskussion zu schalten finde ich einen sehr mutigen Schritt Herr Minister. Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Meinung einen neuen Blickwinkel eröffnen und würde mich über eine Reaktion Ihrerseits freuen. Schließlich ist eine Diskussion kein Monolog. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Schaffenskraft und neuen Wind in der öffentlichen Diskussion.

18.11.2015 21:46:19 | von Elias Kain
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Gedanken zum Orchester- und Theaterkonzept

Ich finde es immer wieder erstaunlich wie mache Theater finanziell massiv bevorteilt werden. Wie in dem Papier zu lesen ist und auch speziell hervorgehoben wird, würden Meiningen und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen ihren Finanzierungsanteil erhöhen. Das ist ja auch ein leichtes, bei einem Landeszuschuss von 80%. Würden die anderen Theater genauso finanziell vom Land ausgestattet werden, dann könnten die Kommunen dieser Theater sogar ihre Eigenanteile senken um den gleichen prozentualen Anteil an der Finanzierung zu haben wie Meiningen. Das die Theater vom Land finanziell so unterschiedlich unterstützt werden empfinde ich als eine absolute Ungerechtigkeit.

Es wurde während des Wahlkampfes von der Linken immer wieder gesagt, und auch im Koalitionsvertrag vereinbart, dass alle Theater und Ohrchester erhalten bleiben sollen. So sieht es nun nicht mehr aus, dass nenne ich Betrug am Wähler. Und das Argument der Nichtkündigungen soll ja nur wieder verschleiern, dass zukünftig doch Arbeitsplätze gestrichen werden, wie schon seit der Wende immer wieder. Was mir bei der ganzen Betrachtungsweise auch fehlt ist, dass die Theater und Orchester auch immer einen sehr hohen Bildungsauftrag haben, der aber nicht immer im Theater stattfindet. Wie soll das denn zukünftig gewährleistet werden, wenn Standorte zusammengelegt werden bzw. de facto gestrichen werden. Ich denke dabei an die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten, in dem Zusammenhang müsste eigentlich dass Bildungsministerium noch extra Geld bereitstellen. Wie heißt es, Bildung ist unser Höchstes Gut, und dazu gehört auch die Kulturbildung.Sicherlich würden auch die vielfältigen Konzerte außerhalb der Theater verringert, also in der Fläche, wie z.B.: Kurkonzerte, Auftritte in der Stiftsruine Bad Hersfeld (Hessen). Mittagsmusiken in der Kirche usw. Wieso wird auch nicht bedacht, dass Theater und Orchester immer auch starke Wirtschaftsfaktoren sind für die Steuereinnahmen, wegen des Tourismus auch aus anderen Bundesländern. Ich kenne viele Besucher aus Hessen die speziell für "ihr" Orchester nach Thüringen fahren und dieses gleich mit einem Einkauf und einem Restaurantbesuch verbinden und die sonst nicht nach Thüringen fahren würden. Eigentlich müssten die bestehenden Orchester und Theater noch personell aufgestockt werden um noch mehr auswärtige Gäste nach Thüringen zu locken. Es gibt auch Firmen die speziell auf das kulturelle Angebot für ihre Mitarbeiter achten um sich anzusiedeln. (Da kenn ich speziell eine Firma deren Name nicht genannt werden darf, die sich in Eisenach ansiedeln wollte, aber als es darum ging eine Sparte im Theater zu schließen, dass war vor etlichen Jahren, hat sie sich dann in Dresden angesiedelt) Was noch zu bedenken ist, dass es in anderen Ländern Untersuchungen, bzgl. der Finanzierung der Theater und der Steuereinnahmen, gab bei denen festgestellt wurde, dass für jeden eingesetzten Euro im Rückfluss 3-4 Euro Steuereinnahmen erzielt wurden, hierbei z.B.: Portugal und als Nichteuroland die Schweiz. Wenn man jetzt mal das ganze Konzept auf die kleinsten Nenner runterbricht, geht es wieder einmal nur um Einsparungen und Stellenstreichungen. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass damals noch die oppositionellen Linken Politiker mit auf die Straße gegangen sind und protestiert haben als die Vorgängerregierungen Standortveränderungen, und Stellenabbau durchführen wollten, Stichwort "Verödung Thüringens". Und nun, selber an der Regierung, eigentlich genau das selbe machen wollen. Und da wundern sich die Politiker über Politikverdrossenheit? Und wenn man sich den fast 10 Milliardenhaushalt des Landes ansieht, dann ist doch der Theater und Orchesteranteil ein sehr geringer. Es ist in diesem Zusammenhang somit auch nicht verwunderlich dass immer mehr Menschen auf die Straße gehen, weil sie das Gefühl haben, dass für andere unbegrenzt Geld da ist "Wir schaffen das" und die eigene Bevölkerung dabei vergessen wird bzw. immer mehr Kürzungen und Kostenerhöhungen hinnehmen soll.

Dieses waren meine Gedanken die mir spontan eingefallen sind.

06.11.2015 00:08:33 | von R.M.
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Theaterreform

Bemühungen um den Erhalt einer gewachsenen Kulturlandschaft sind stets berechtigt, sollten aber nicht, wie hierzulande geschehen, zur Besitzstandswahrung missbraucht werden.

Die Tatsache, dass eine Zeitung eben nicht die Interessen der Kultur an sich, sondern ausschließlich die Interessen ihrer lokalen Klientel bedient, ist skandalös genug; dass eine diffamierende Medienkampagne dazu führt, einen sinnvollen Strukturvorschlag erst gar nicht weiter zu diskutieren (IV.2), ein Armutszeugnis für die Durchsetzungskraft eines Fachgremiums.

Darstellung der Fakten:

1.) In der Landeshauptstadt Erfurt leben mit ca. 205.000 Einwohnern deutlich mehr als 10% aller Thüringer. Erfurt hat auf Grund seiner Funktion überregionale Versorgungs- und Repräsentationsfunktionen. Diese Tatsache rechtfertigt es, hier finanzielle Mittel überproportional einzusetzen.

Demgegenüber beträgt die finanzielle Beteiligung des Landes am Theater nur 39%.

2.) Das Erfurter Theater hat bereits überproportionale

Verluste durch den Abbau der Schauspiel- und Ballettsparte hinnehmen müssen, indem es sich vertrauensvoll an den Empfehlungen der Everding-Kommission ausrichtete, ohne dass die vorgesehenen Kooperationspartner desgleichen taten.

Durch Konzentration auf die Kernkompetenz Musiktheater hat das Haus trotzdem ein überregionales Renommee erwerben können.

3.) Das Orchester der Erfurter Oper ist auch nach Einschätzung des Deutschen Orchesterverbandes unterdimensioniert. Die weitere Entwicklung und nicht zuletzt die Attraktivität für gegenwärtige und zukünftige musikalische Leiter

verlangen dringend eine Erhöhung der Planstellen.

Mit der Thüringen-Philharmonie Gotha besteht eine bewährte Zusammenarbeit; gleichzeitig sichert das Gothaer Orchester seine Einnahmen weitgehend aus den Erfurter Orchesterdiensten.

Folgerichtig ergäbe sich:

1.) Das Land übernimmt einen höheren Anteil der Finanzierung, indem das Erfurter Theater zur „Thüringischen Staatsoper Erfurt“

ernannt wird. Das Theater verzichtet im Gegenzug auf die Wiedererrichtung einer Schauspielsparte.

2.) Das Land bemüht sich darum, finanzielle Zuwendungen, welche der Größe der begünstigten Stadt angemessen sind, festzulegen, und vermeidet Hyperalimentierung aus vermeintlichen Gewohnheitsrechten.

3.) Das Philharmonische Orchester Erfurt verschmilzt mit dem Gothaer Orchester zum „Staatsopernorchester“, wodurch ein eigenständiger Klangkörper mit auch künstlerischem Entwicklungspotential unter der Leitung der Erfurter Generalmusikdirektorin entsteht.

Dies bedeutet Planungssicherheit für alle Beteiligten, da aus der

Kooperation eine Anstellung wird.

Sollte dies aus Profilierungsgründen abgelehnt werden, könnten die Eisenacher den Platz der Gothaer einnehmen.

05.11.2015 18:10:50 | von Dr. Ulrich Hauch
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