Der Schmied wird zum Opernstar
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- Notenblatt aus der Oper "Der Schmied von Ruhla" (Foto: Lux- Festspielverein)
Der aus Thüringen stammende Opernkomponist Friedrich Lux (1820-1895) steht in diesem Jahr erstmals im Mittelpunkt einer eigenen Festwoche. Mit den Lux-Festspielen in Ruhla soll der Musiker dem Vergessen entrissen werden. Ruhla im Thüringer Wald ist die Geburtsstadt des Komponisten, dessen Wirkungsstätten Dessau und Mainz waren. Er komponierte unter anderem die Oper „Der Schmied von Ruhla“ nach der gleichnamigen Heimatsage von Ludwig Bechstein. Teile der 1882 in Mainz uraufgeführten Oper werden bei den Lux-Festspielen vom 15. bis 21. Juli erklingen.
Für die Festspiele in Ruhla sind zahlreiche Ausstellungen, Liederabende, Konzerte sowie ein Traditions- und Brauchtumsmarkt geplant. Ein Bühnenprogramm soll die Vielfalt des musikalischen Schaffens von Friedrich Lux und seiner Zeitgenossen zeigen.
„Die Aufführung des Stücks ist ein weiterer Schritt auf dem Weg die Lux-Festspiele als Thüringer Kulturmarke von überregionaler Bedeutung zu etablieren“, sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Schirmherrin der geplanten Wiederaufführung von Musik aus der Lux-Oper „Der Schmied von Ruhla“ im Juli 2013.
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- Portrait Friedrich Lux (Foto: Lux-Festspielverein)
Lux und sein Schaffen
Der Komponist Friedrich Lux wurde im Jahr 1820 im thüringischen Ruhla geboren. In Mainz schrieb er die einzige authentische Thüringer Volksoper „Der Schmied von Ruhla“ und setze damit seiner Geburtsstadt ein würdiges Denkmal. Nach der Uraufführung 1882 in Mainz eroberte die Oper mehr als 30 Bühnen in Thüringen und Europa, um im Laufe der Zeit in Vergessenheit zu geraten. Durch intensive Recherchen konnte sie in den Archiven der Stadtbibliothek Mainz aufgefunden und zurück nach Ruhla gebracht werden. Unter der Schirmherrschaft der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und des Landrates des Wartburgkreises Reinhard Krebs wird sie jetzt im Juli 2013 wiederaufgeführt.
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- Der Schmied von Ruhla; Gemälde des Moritz von Schwind auf der Wartburg in Eisenach (Foto: Lux-Festspielverein)
Der sagenhafte Schmied
Landgraf Ludwig II. von Thüringen, Burgherr auf der Wartburg, verirrte sich auf der Jagd in den Wäldern. Er traf auf den Ruhlaer Waldschmied und bat diesen um Herberge. Ludwig, der sich als Jäger ausgab, war als sehr milder Herrscher bekannt. Er ließ seinen Vasallen zu viel freie Hand. Sie knechteten Bauern und Bürger. Der Schmied arbeitete die ganze Nacht hindurch, sodass der Landgraf kaum ein Auge zutun konnte. Bitter beklagte sich der Schmied über den Zustand des Landes und darüber, wie die Edelleute mit ihren Untergebenen umgingen.
Der Schmied hämmerte auf das Eisen und rief dabei immer wieder: "Landgraf, werde hart! Landgraf, werde hart, so hart wie dieses Eisen!" und "Du böser, unseliger Herr! Siehst du nicht, wie deine Räte das Volk plagen?" Als Ludwig am Morgen unausgeschlafen von dannen zog, besann er sich der Worte des Schmiedes und regierte fortan mit eiserner Hand. Das bekamen nun die Edelleute zu spüren. (Sage nach Ludwig Bechstein)
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- Im Vordergrund die Concordia-Kirche, im Hintergrund die Trinitatis-Kirche. Beide Kirchen sind unter anderm Austragungsorte der Festspiele. (Foto: Lux Festspielverein)