Ministerin Walsmann zur feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel für Bundeskanzler a.D. Dr. Kohl in Mödlareuth
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- Eine Betonstele auf dem Gelände des deutsch-deutschen Museums im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth, die als Symbol für das einst gespaltene Deutschland einen Riss trägt. (Foto: dpa)
„Das Wirken Helmut Kohls ist untrennbar mit der Deutschen Wiedervereinigung verbunden. Seine politische Entschlossenheit und sein Verhandlungsgeschick haben maßgeblich zum Ende der schmerzhaften Trennung Deutschlands beigetragen. Dafür gebührt ihm unser aller Dank.“ Dies sagte die Chefin der Thüringer Staatskanzlei Marion Walsmann heute im Vorfeld eines Festaktes der Bayerischen Staatsregierung in Hof und in dem ehemals durch die innerdeutsche Grenze geteilten Dorf Mödlareuth. „Mödlareuth ist der richtige Ort, um an Helmut Kohls Verdienste um die Wiedervereinigung zu erinnern. Geschichte ist hier für kommende Generationen erlebbar und noch immer allgegenwärtig“, so Walsmann.
Die Ministerin nimmt als Vertreterin der Thüringer Landesregierung an dem Festakt in Hof und Mödlareuth teil. Zum offiziellen Beginn in der Hofer Freiheitshalle werden neben dem bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Sachsens Regierungschef Stanislav Tillich auch Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl und dessen ehemaliger österreichischer Amtskollege Dr. Wolfgang Schüssel sprechen. Im Anschluss fahren die Gäste des Festakts zur Enthüllung der Gedenktafel zu Ehren des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Kohl nach Mödlareuth. Die Enthüllung wird von zwei Jugendlichen aus dem bayerischen und thüringischen Teil von Mödlareuth vorgenommen.
Stichworte zur Geschichte Mödlareuths nach 1945:
Der Osten Mödlareuths gehörte zur DDR, der Westteil zur Bundesrepublik. 1952 ließ die DDR-Regierung einen Bretterzaun errichten, der später durch Stacheldraht verstärkt wurde. Die Errichtung der innerdeutschen Grenzmauer erfolgte im Jahr 1966. Im Dezember 1989 gab es die ersten Demonstrationen, für eine Beseitigung der Mauer. Am 17. Juni 1990 wurde die Mödlareuther Mauer bis auf ein Teilstück abgerissen, das heute zu einem Museum gehört. Das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth wird durchschnittlich von 70.000 Besuchern jährlich aufgesucht. Träger ist ein Zweckverband der Landkreise Hof, Saale-Orla und Vogtlandkreis sowie der Gemeinde Töpen und der Stadt Gefell. Mödlareuth hat heute 53 Einwohner. Der Bayerische Teil gehört zur Gemeinde Töpen (Postleitzahl: 95183, Telefonvorwahl: 09295, Kfz-Kennzeichen «HO» für Hof). Der Thüringische Teil gehört zur Stadt Gefell (Postleitzahl: 07926, Telefonvorwahl: 036649, Kfz-Kennzeichen «SOK» für Saale-Orla-Kreis).