17.05.2013 16:13 Uhr

Eisenach ehrt Wagner - «Tannhäuser» und Wagneriana in Sonderschauen

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Sonderausstellung "Wie der Tannhäuser zum Sängerkrieg kam". Die Ausstellung dokumentiert die Verbindung von Richard Wagner zu Eisenach. Er hat in der Oper Tannhäuser der Wartburg in Eisenach ein Denkmal gesetzt. Foto: Martin Schutt/dpa

Mit den Augen Richard Wagners können Besucher von Samstag an in zwei Sonderschauen in Eisenach auf Entdeckungstour gehen. Die fast 950 Jahre alte Wartburg gehe in einer eher kleinen Ausstellung der Frage nach, «Wie der Tannhäuser zum Sängerkrieg kam», sagte Kuratorin Jutta Krauß am Freitag mit Blick auf den Titel der Ausstellung. Wagner, am 22. Mai vor 200 Jahren geboren, habe in der Oper «Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg» die beiden literarischen Stoffe zu großer Musik vereint. Die Initialzündung dazu habe er 1842 bekommen, als er die Burg und den Hörselberg aus der Ferne gesehen habe.

Im Stadtschloss sind «Wagneriana in Eisenach» zu sehen, darunter rund 100 Motive des Eisenachers Werner Weirich, der von 1933 bis 1945 Bühnenfotograf in Bayreuth war. «Ein Hauch des Spektakulären liegt auf dem fotografischen Vermächtnis Werner Weirichs, das mehr als sechs Jahrzehnte vergessen schien», teilte die Stadt mit. Nahezu 1000 historische Glasnegative und Farbablichtungen vom Beginn der 30er-Jahre wurden anlässlich des Wagner-Jubiläums erstmals gesichtet. Zu sehen sind Bühnenbilder, Probenszenen und Künstler-Porträts von Solisten, aber auch Szenen vom «Grünen Hügel».

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Sonderausstellung "Wie der Tannhäuser zum Sängerkrieg kam". Die Ausstellung dokumentiert die Verbindung von Richard Wagner zu Eisenach. Er hat in der Oper Tannhäuser der Wartburg in Eisenach ein Denkmal gesetzt. Foto: Martin Schutt/dpa
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Foto: Martin Schutt/dpa

Weimars Kunstfest-Chefin und Wagner-Urenkelin Nike Wagner, die in Bayreuth aufgewachsen ist, will zur Eröffnung ins Stadtschloss kommen. Dort vermitteln zudem 86 kostbare Objekte aus den Sammlungen von Nikolaus Oesterlein und Rüdiger Pohl einen Eindruck von der nicht endenden Wagner-Verehrung. Darunter sind eine Eintrittskarte zu den ersten Bayreuther Festspielen 1876 sowie ein legendärer Schmuck, der bei der Uraufführung der Oper «Parsifal» verwendet wurde.

Auch die Ausstellung auf der Wartburg präsentiert mehrere Kleinode, darunter die Dresdner Partitur vom «Tannhäuser», die später Wagners Freund und Schwiegervater Franz Liszt sowie Richard Strauß bei ihren Inszenierungen in Weimar mit Randbemerkungen versahen. «Weimar war die Pforte, durch die Wagner in Deutschland Einzug hielt», sagte Kustodin Krauß. Wieder ausgegraben haben die Eisenacher einen «Tannhäuser»-Film, der an den angeblichen «Originalschauplätzen» auf der Wartburg gedreht wurde, sagte Kustodin Krauß. Er wurde 1963 vom DDR-Fernsehen ausgestrahlt.

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Sonderausstellung "Wie der Tannhäuser zum Sängerkrieg kam". Die Ausstellung dokumentiert die Verbindung von Richard Wagner zu Eisenach. Er hat in der Oper Tannhäuser der Wartburg in Eisenach ein Denkmal gesetzt. Foto: Martin Schutt/dpa