Ministerin Marion Walsmann beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk muss Programm für Jugendliche bieten
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- Dass es kein zusätzliches Budget für den Jugendkanal geben könne, sondern dem Grundsatz der Beitragsstabilität gefolgt werden müsse, machten Thüringens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Marion Walsmann und der sächsische Staatsminister Dr. Johannes Beermann deutlich
Der als Forderung im Raum stehende gemeinsame Jugendkanal von ZDF und ARD war eines der Schwerpunktthemen bei einer Podiumsdikussion am Abschlusstag des Medientreffpunkts Mitteldeutschland am Mittwoch in Leipzig. Lutz Marmor, NDR-Intendant und ARD-Vorsitzender, stellte fest, dass ein anspruchsvolles Fernsehangebot für Jugendliche fehle. Karola Wille, Intendantin des MDR, stimmte ihm zu und verwies auf die positiven Erfahrungen mit dem gemeinsamen Kinderkanal KiKA. Thomas Bellut, ZDF-Intendant, sagte, es spreche nichts gegen ein solches Vorhaben, aber man müsse es bezahlen können. "Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen ein speziell an Jugendliche gerichtetes Programmangebot entwickeln", forderte Thüringens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Marion Walsmann. Dank des in Erfurt ansässigen Kinderkanals werde der Bereich der jüngsten Zuschauer bereits erfolgreich abgedeckt. Es sei aber deutlich feststellbar, dass Jugendliche, die dem Kika-Alter entwachsen, die Bindung an das öffentlich-rechtliche Fernsehen verlieren. "Nur wenn alle Altersgruppen angesprochen werden, kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk zudem seinen breiten Rückhalt in der Bevölkerung bewahren", ergänzte die Ministerin. Zur Finanzierung eines gemeinsamens Jugendkanals stellte Walsmann fest, dass dieser im Rahmen des geltenden Budgets getragen werden müsse. Eine Beitragserhöhung komme dafür nicht in Frage. Vielmehr sei denkbar, dass ARD und ZDF in Zukunft nur noch drei statt der bislang sechs digitalen Spartenkanäle fortführen. Dass es kein zusätzliches Budget geben könne, sondern dem Grundsatz der Beitragsstabilität gefolgt werden müsse, machte auch der sächsische Staatsminister Johannes Beermann deutlich.
Der Jugendkanal war bereits am Montag Gegenstand des Auftakt-Podiums mit Ministerpräidentin Christine Lieberknecht. Zum Bericht auf den Web-Seiten des Medientreffpunkts.