08.05.2013 13:55 Uhr

Der Wolf kehrt heim

Wolf Im Wildpark Dpa
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In Thüringens Wäldern könnten bald wieder Wölfe unterwegs sein. «Thüringen wäre eine mögliche Gegend, wo sich Einwanderer aus dem Alpenbereich im Süden und den polnischen Regionen im Osten treffen könnten», sagte Markus Bathen, Leiter des Projektbüros Wolf des Naturschutzbundes Deutschland.

Es sei erstaunlich, dass im waldreichen Thüringen bisher noch kein Wolf gesichtet worden ist. «Es ist nicht die Frage: Kommt er oder kommt er nicht», so Bathen. «Er wird Teil der heimischen Tierwelt werden.» In zwölf Bundesländern seien inzwischen Wölfe nachgewiesen worden. Derzeit leben etwa 120 Tiere in Deutschland.

Seit etwa 1850 galt Deutschland nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF als weitestgehend frei von Wölfen. Zwischen 1945 und 1990 wurden laut Bathen 23 Tiere gesehen. Sie wurden jedoch geschossen. 1990 wurde der Wolf in allen Bundesländern streng geschützt. «Wölfe haben immer versucht, nach Deutschland zu kommen. Seit 1990 erlauben wir ihnen, hierzubleiben. Als 2000 das erste Rudel in der Lausitz gesichtet wurde, war die Irritation groß gewesen. Es gab heiße Diskussionen.» (Quelle: dpa)

www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/willkommenwolf/tagdeswolfes/index.html

www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/woelfe/neue-alte-heimat/

Wolf-plan _ Dpa
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Managementplan für den Wolf

Um auf die Ankunft des Wolfs vorbereitet zu sein, hat Thüringen frühzeitig eine Arbeitsgruppe Wolf eingerichtet. Ihr gehören neben Vertretern des TMLFUN auch Mitarbeiter der Landesanstalten für Umwelt, Landwirtschaft und ThüringenForst, sowie Wissenschaftler und Vertreter von Landnutzer- und Naturschutzverbänden an.

Am 8. Mai 2013 hat Thüringens Minister für Landwirschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, Jürgen Reinholz, einen Managementplan vorgestellt, der Probleme, die mit der Ansiedlung der Tiere einhergehen könnten, lösen soll:

Reinholz: „Thüringen ist gut für die Rückkehr des Wolfs vorbereitet“

Der Freistaat rüstet sich für die Einwanderung von Wölfen ins Landesgebiet. Eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) hat einen Wolf-Managementplan erarbeitet, der die Zuständigkeiten und den Umgang mit möglichen Konflikten regelt. „Wir nehmen die Sorgen von Landnutzern und Öffentlichkeit ernst. Mit diesem Plan wollen wir betroffene Berufsgruppen unterstützen und den Menschen ihre Ängste nehmen“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz heute anlässlich der Vorstellung der Managementplans in Erfurt. Der Managementplan für den Wolf in Thüringen legt den finanziellen Ausgleich bei Rissschäden fest, benennt Gutachter im Freistaat, den Ablauf der Schadensregulierung sowie die zuständigen Meldestellen. Als zentrale Meldestelle wird die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena dienen. Weitere Themen des Plans sind das zukünftige Wolfs-Monitoring, die Schadensprävention und die Öffentlichkeitsarbeit. „Auch wenn die Rückkehr des Wolfes sicherlich von Konflikten begleitet sein wird, dürfen wir nicht vergessen, dass er Teil einer intakten Natur ist und wir zu seinem Schutz verpflichtet sind. Im Sinne des Artenschutzes wäre die Wiederkehr des Wolfs ein Erfolg“, sagte der Umweltminister.

Die Broschüre „Managementplan für den Wolf in Thüringen“ kann ab sofort im Internet bestellt oder heruntergeladen werden.

www.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1398.pdf

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