10.05.2013 16:22 Uhr

Internationaler Museumstag am 12. Mai

Museumstag-museum Am Gradierwerk Dpa
Am 12. Mai eröffnet das Salzmuseum in Bad Salzungen. Foto: dpa
Museumstag-museum-am Gradierwerk Dpa
Gradierwerk in Bad Salzungen. Foto: dpa

Neues Museum in Bad Salzungen öffnet am Sonntag

Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) hat die Museen im Freistaat als eine «einzigartige Visitenkarte des Landes» gelobt. «Jedes Jahr kommen mehr als vier Millionen Besucher in die Thüringer Museen», sagte er am Freitag anlässlich des bevorstehenden Internationalen Museumstages am Sonntag. Er wolle für die mehr als 200 Museen im Land 2013 rund acht Millionen Euro zur Verfügung stellen und 2014 noch einmal 200 000 Euro draufpacken.

Zahlreiche Museen wollen die Besucher am Sonntag mit besonderen Aktionen locken. Das Regionalmuseum Lobenstein bietet etwa eine Garten-Lesereihe, das Keramik-Museum in Bürgel ein Orgelkonzert. Andere Häuser haben zum Museumstag spezielle Führungen oder Workshops im Angebot.

In Bad Salzungen wird am Sonntag ein neues Museum eröffnet. Das «Museum am Gradierwerk», das mitten in den Kuranlagen gelegen ist, wird das früher kostbare Salz und seine Gewinnung thematisieren. Das Salz hatte Stadt und Region über die Jahrhunderte Wohlstand und Arbeit gebracht.
 

Das um 1870 gebaute Fachwerkgebäude «Alte Inhalation», in dem einst Kurgäste salzige Luft inhalierten, war vor Jahren noch in einem desolaten Zustand. Für 1,2 Millionen Euro - zumeist EU-Mittel - sei das Haus inzwischen saniert worden, erklärte Veronika Jung, Vorsitzende des Museumsvereins, am Montag. Weitere 175 000 Euro gaben Stadt und Kulturministerium für die Ausstattung hinzu.

Das Museum werde von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin betreut - auch dies sei bei neuen Einrichtungen eher eine Ausnahme, sagte Jung, hauptamtlich Leiterin des Metallhandwerkmuseums Steinbach-Hallenberg sowie Vizepräsidentin im Thüringer Museumsverband. Die Dauerausstellung soll durch weitere Ankäufe noch ergänzt werden.

Bereits bei der ersten urkundlichen Nennung der Siedlung im Jahr 775 seien Siedepfannen erwähnt worden, sagte Jung. Schon die Kelten, die einst in der Region lebten, seien für ihre Siedetechniken bekannt gewesen. «Über die Jahrhunderte wurde hier gutes Salz gewonnen», sagte die Historikerin. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich der ländliche Ort dank der Sole zu einer Kur- und Badestadt.

Museen virtuell

In Zeiten von Internet und Smartphone müssen Museen in Thüringen erfinderisch sein, um Besucher anzulocken. Auch der Museumsverband und andere Museen nutzen immer öfter neue Medien, um die Schätze digital zu erfassen und Ausstellungen interessanter zu machen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Museumstag Van De Velde Dapd
Van-de-Velde-Ausstellung "Leidenschaft, Funktion und Schönheit" Foto: dapd

«Ausgangspunkt sind zumeist historische Objekte, aber wie sie beispielsweise in 3-D-Technik präsentiert werden, das wird immer wichtiger», sagt Holger Nowak, Geschäftsführer im Museumsverband Thüringen. Im Neuen Museum Weimar können Besucher in der Van-de-Velde-Ausstellung «Leidenschaft, Funktion und Schönheit» ihr Glück beim Geocaching versuchen. Studenten der Bauhaus-Universität haben mit der Klassik Stiftung und der marke.6 das Projekt entwickelt.

Museumstag-geocaching Dpa
Geocaching. Foto: dpa

«Das Geocaching ist eine moderne Form der Schnitzeljagd, bei der es um das Finden von versteckten Schätzen geht», erklärt Regina Seeboth, Kulturvermittlerin bei der Stiftung. Kinder, Familien, Jugendliche, aber auch Erwachsene erschließen sich so spielerisch die Jubiläumsschau. «Der schwere Cache führt durch die gesamte Stadt Weimar, ist also etwas für erfahrene Geocacher.» Drei Schwierigkeitsstufen informieren über Werke des Belgiers. Der Schatz, den es zu finden gilt, ist in Galerie marke.6 im Museum von Donnerstag bis Sonntag 11.00 bis 16.00 Uhr zugänglich.

Museumstag-bauhausuni-virtuelleinstallation Dpa
Virtuelle Simulationen in der Bauhaus-Universität Weimar. Foto: dpa

Im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität, einem Van-de-Velde-Bau, lassen virtuelle Simulationen in 3D-Software 24 Bauten des «Alleskünstlers» entstehen. Ein Beamer wirft im Wechsel jeweils acht Gebäude von der Decke im Oberlichtsaal auf weiße Podeste: Innen- wie Außenansichten werden in einem Rundgang erlebbar, erklärt Professor Andreas Kästner, Professor für Darstellungsmethodik der Fakultät Architektur. Die Ausstellung ist bis 12. Mai geöffnet.

Medien-Guides in mehreren Fremdsprachen und in Versionen für Kinder und Erwachsene gehören zum Alltag vieler Museen in Thüringen. In der «Faust-Galerie» der neuen Dauerausstellung «Lebensfluten -Tatensturm» im Goethe-Nationalmuseum Weimar können Besucher nach einem Zufallsverfahren Stichworte aus Goethes Drama wählen. Diese werden dann mit Zusatzinformationen auf die Flächen einer Installation projiziert: Ein Reiz für Goethe-Kenner, wie auch diejenigen, die sich erstmals mit dem Kosmos Goethe befassen.

Museums-App

Der Thüringer Museumsverband, dem mehr als 200 Einrichtungen im Freistaat angehören, arbeitet an einer Museums-App. Damit sollen sich Interessenten über das iPhone Interessantes für mögliche Wochenendbesuche «rausfischen» können.

Immer mehr der Thüringer Museumsschätze können zudem im Internet über das Portal des Thüringer Museumsverbandes betrachtet werden: Kostbare frühe italienische Tafelmalerei aus dem Lindenau-Museum in Altenburg ebenso wie filigrane Glaskunst aus dem Museum in Lauscha. Rund 8000 Objekte von geschätzten mehreren Millionen in ganz Thüringen wurden bisher von drei Mitarbeitern fotografiert und digitalisiert. Dazu gibt es ausführliche Informationen zu jedem Objekt. Kunstliebhaber profitieren davon, in erster Linie aber Museumsleute und Wissenschaftler für Ausstellungen und Forschungen. Der Freistaat unterstützt das Projekt jährlich mit 200 000 Euro. (Quelle: dpa)

Aktionen der Museen im Überblick

www.museumstag.de/nc/museumsaktionen/liste/