Ministerpräsidentin Lieberknecht am Uni-Klinikum Jena – deutlich verbesserte Schlaganfallbehandlung
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- Prof. Dr. Otto W. Witte (rechts), Direktor der Hans-Berger-Klinik für Neurologie an der Uniklinik Jena, führt Ministerpräsidentin Lieberknecht zum stationären Bereich der Schlaganfallbehandlung im UKJ (Foto: TSK).
„Mit dem Neurovaskulären Netzwerk am Universitätsklinikum Jena wird Thüringen zu einem wichtigen Standort der Hochleistungsmedizin für Schlaganfallpatienten. Das Netzwerk ist einmalig in Mitteldeutschland. Ich freue mich sehr über die guten Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene hier vor Ort und wünsche den Medizinern für ihre verantwortungsvolle Arbeit viel Erfolg. Das insgesamt hohe Niveau der medizinischen Versorgung in Thüringen steht für die Attraktivität unserer Region“, sagte Ministerpräsidentin Lieberknecht bei ihrem Besuch im Jenaer Universitätsklinikum am Montag, 22. April 2013. Die Deutsche Schlaganfallgesellschaft hatte an diesem Tag das Jenaer Klinikum offiziell als Neurovaskuläres Netzwerk aufgenommen. Ziel der Netzwerke ist es, eine einheitliche, verlässliche und qualitätsgesicherte Schlaganfallversorgung zu etablieren. Das UKJ ist eines von 16 Zentren in der Bundesrepublik, das zur Teilnahme an dem Pilotversuch ausgewählt wurde. Der Freistaat Thüringen hat sich im Rahmen einer Anschubfinanzierung für die technische Ausstattung am Aufbau des Zentrums beteiligt. Ministerpräsidentin Lieberknecht lobte die engagierte Arbeit der Mediziner und zeigte sich beeindruckt von den technischen Möglichkeiten der modernen Behandlungsmethoden. „Das Neurovaskuläre Netzwerk in Jena ist ein wichtiger Baustein für das Gesundheitsland Thüringen. Das Universitätsklinikum unterstreicht damit einmal mehr seine Funktion als Ort der Heilung und Ort der Innovation“, so Lieberknecht weiter.
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- Ministerpräsidentin Lieberknecht zeigte sich beeindruckt von den modernen Behandlungsmöglichkeiten in Jena. Rechts: Thüringens Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit. Links: UKJ-Vorstand Prof. Dr. Klaus Höffken (Foto: TSK).
Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg bei der Ausschreibung der Deutschen Schlaganfallgesellschaft war das bereits vor einem Jahr offiziell gegründete telemedizinische Netzwerk „SATELIT“ („SchlagAnfall TELemedizin Netzwerk In Thüringen“). In diesem Verbund arbeiten Schlaganfallexperten der neurologischen Kliniken des Klinikums Altenburger Land, des Helios-Klinikums Erfurt und des Universitätsklinikums Jena mit anderen Kliniken Thüringens zusammen: Sie schalten sich per Videokonferenz ohne Zeitverlust in die Akut-Versorgung von Schlaganfallpatienten in den Versorgungskrankenhäusern ohne eigene neurologisch geführte Stroke Unit ein. Bislang sind sieben Kliniken an dieses Netzwerk angeschlossen. Rund 1.500 Patienten wurden so innerhalb eines Jahres gemeinsam betreut.
Stichwort: „Neurovaskuläres Netzwerk“
Ein Neurovaskuläres Netzwerk ist laut DSG eine überregionale Versorgungsstruktur, in der alle Patienten mit neurovaskulären Erkrankungen, also allen Erkrankungen, die die Blutversorgung des Gehirns und des Nervensystems betreffen, interdisziplinär behandelt werden. Am UKJ wird dies durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen realisiert. Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neurologie, Gefäßchirurgie und Kardiologie arbeiten interdisziplinär eng zusammen, um Schlaganfälle und andere Hirngefäßerkrankungen zu behandeln.
Gemeinsame Gefäßkonferenzen, bei denen Mediziner der unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam über die Therapieoptionen beraten, sind ein wichtiges Merkmal des Neurovaskulären Netzwerkes.
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- Oberarzt Dr. Albrecht Günther erläutert Ministerpräsidentin Lieberknecht und Gesundheitsministerin Tauber die Kommunikation zwischen den behandelnden Ärzten (Foto: TSK).