Auftaktveranstaltung zum „Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ in Jena
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- Europaministerin Marion Walsmann rief die Teilnehmer auf über ihre positiven Erfahrungen mit Europa zu berichten. (Foto: TSK)
„Die Europäische Union braucht die Akzeptanz, die Unterstützung und auch die kritische Begleitung der Bürger. Erst dann füllt sie sich mit Leben. Bei all den aktuellen Krisen, Rettungsmaßnahmen und Finanzpaketen sollten wir nicht aus dem Blick verlieren das uns Europa mehr bietet. Wir Europäer sind vor allem durch gemeinsame Werte und eine gemeinsame Kultur verbunden. Europa sichert Wohlstand und Stabilität. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union ist dafür ein deutliches Zeichen“, dies sagte Thüringens Europaministerin Marion Walsmann bei der Auftaktveranstaltung zum „Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ am Mittwoch, 10. April 2013, im Jenaer Rathaus. Das Jahr der Bürger ist eine Initiative der Europäischen Union bei der es um die EU-Bürgerschaft und die damit verbundenen Rechten geht. Ganzjährig finden EU-weit Veranstaltungen und Konferenzen statt, die den Dialog zwischen Regierungen, der Zivilgesellschaft und Unternehmen fördern und eine Vision dessen liefern sollen, wie die EU im Jahr 2020 aussehen sollte.
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- "Das Interesse an Europa darf nicht kalt werden - es muss heiß bleiben", so Ministerin Walsmann. (Foto: TSK)
Ministerin Walsmann verwies vor den rund 100 interessierten Gästen auf die umfangreichen europäischen Rechte jedes EU-Bürgers und ermunterte zu deren Gebrauch. „Europäische Rechte wirken direkt im Alltag von Millionen Unionsbürgern. Hier denke ich an den freien Personenverkehr. Der schrittweise Abbau der EU-Binnengrenzen für Waren, Dienstleistungen und Personen hat den Unternehmen und den Bürgern enorme Vorteile gebracht: Grenzüberschreitende Erfahrungen in Bildung und Ausbildung sind heute unverzichtbar und selbstverständlich. Reisen ins Ausland sind heute preiswerter; das Überschreiten der Grenzen erfolgt unbürokratisch; Pauschalreisen sind durch Garantien abgesichert; Auslandsreisende haben Zugang zum Gesundheitsfürsorgesystem im Reiseland und sie können günstiger telefonieren“, so Walsmann. Weitere Vorteile ergäben sich für Verbraucher aus einheitlichen Regelungen und hohen Standards etwa bei Trink- und Badewasser oder zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die zahlreichen jungen Gäste der Veranstaltung rief die Ministerin auf, ihren Freunden von positiven Erfahrungen mit Europa zu berichten und die Angebote der drei Thüringer Europazentren in Erfurt, Jena und Nordhausen zu nutzen.
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- Von rechts: Albrecht Schröter, Oberbürgermeister Jena, Ministerin Marion Walsmann, Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann, Dr. Olaf Leiße (Foto: TSK)
Neben Ministerin Walsmann informierten Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann, Landesvorsitzende der Europaunion Berlin, und Dr. Olaf Leiße von der Universität Jena zu europapolitischen Themen. Leiße, der am Institut für Politikwissenschaft zur Europapolitik forscht, trug seine Einschätzungen zur Europawahl 2014 vor. Er verband seinen Vortrag mit einem Aufruf an die Gäste ihr Wahlrecht unbedingt wahrzunehmen und nannte dafür vier Hauptgründe. Zum einen gewinne das Europäische Parlament zunehmend an Kompetenzen und Einfluss. Eine demokratische Rückbindung der Entscheidungen sei daher zwingend notwendig. Des Weiteren vertrete das Parlament die Interessen der Gemeinschaft und der Unionsbürger. Die jüngsten Entscheidungen zur Begrenzung von Bänker-Boni oder die Stärkung von Fahrgastrechten seien dafür gute Beispiele. Schließlich drohe bei einer weiter sinkenden Wahlbeteiligung ein Legitimationsverlust für die Entscheidungen des Europäischen Parlaments.
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- Besucher informieren sich an Info-Ständen der Jenaer Europaschulen (Foto: TSK)