68. Jahrestag der Befreiung der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora
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- Gedenken In Mittelbau Dora; Foto: dpa
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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat die KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora als Geschichtslernorte gegen das Vergessen gewürdigt. Sie seien Mahnung, wachsam zu bleiben und «empfindlich wie ein Seismograph» auch auf die geringsten Erschütterungen des demokratischen Selbstverständnisses zu reagieren. Das erklärte Lieberknecht anlässlich einer Gedenkfeier im ehemaligen NS-Konzentrationslager Mittelbau-Dora, mit der am Freitag an die Befreiung des Lagers vor 68 Jahren erinnert wurde.
In dem Lager bei Nordhausen mussten etwa 60 000 Häftlinge unter unsäglichen Bedingungen in unterirdischen Hallen Hitlers «Wunderwaffen», die V2-Raketen, produzieren. Etwa jeder Dritte überlebte die Zwangsarbeit nicht. Zur Gedenkfeier kamen auch hochbetagte Überlebende, die ihrer toten Kameraden gedachten.
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Zudem wurde die Sonderausstellung «Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen» eröffnet. Die Schau zeigt erst im vergangenen Sommer wieder aufgetauchte Häftlingsporträts, handschriftliche Aufzeichnungen und ein Tagebuch. Die Zeichnungen stammen überwiegend von dem Franzosen Camille Delétang (1886-1969).
«Er gab seinen Kameraden wieder ein Gesicht und damit ihre Persönlichkeit und ein Stück Menschenwürde zurück», sagte Lieberknecht über den Porträtzeichner. Die Landesregierung unterstütze die Bewerbung der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora für eine Aufnahme in die Unesco-Weltkulturliste auch deshalb, damit diese einmaligen künstlerischen Zeitzeugnisse wie viele andere Dokumente im Gedächtnis der Menschheit bewahrt blieben.
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- Sonderausstellung «Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen»; Foto: dpa
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- Sonderausstellung «Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen»; Foto: dpa
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- Sonderausstellung «Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen»; Foto: dpa
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68 Jahre nach der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar haben am Donnerstag (11. April 2013) etwa 250 Menschen an einer Gedenkfeier auf dem ehemaligen Lagergelände teilgenommen. Neben Landes- und Kommunalpolitikern sowie zahlreichen Schülern begaben sich auch etwa 30 ehemalige Häftlinge auf einen Rundgang des Gedenkens durch das einstige Lager. Der Rundgang führte vom ehemaligen Appellplatz des Lagers über Mahnmale für einzelne Opfergruppen zum Krematorium. In Buchenwald waren neben politischen Gefangenen auch Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert.
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Am 11. April 1945 hatten Truppen der US-Armee das Lager mit 21 000 Überlebenden nahe Weimar befreit. Sie wurden von bewaffneten Häftlingen empfangen. Von 1937 bis 1945 hatten die Nazis mehr als 250 000 Menschen aus 36 Ländern nach Buchenwald und in seine Außenlager deportiert. 56 000 von ihnen überlebten Hunger und Torturen nicht.