08.04.2013 13:59 Uhr

Erfurter Studenten bei Simulation der Vereinten Nationen in New York ausgezeichnet

 

Mit der Auszeichnung als „Distinguished Delegation“ sind Studierende der Universität Erfurt aus New York zurückgekehrt. Dort haben sie am jährlich stattfindenden „National Model United Nations“ teilgenommen. Bei dieser Simulation von Prozessen der Vereinten Nationen machen sich junge Menschen aus der ganzen Welt mit internationaler Politik vertraut. Mehr als 2.500 Studierende aus 45 Ländern waren zu dieser Veranstaltung in den USA zusammengekommen. Während der Simulation übernahmen die Teilnehmer einzeln oder als Gruppe die Rollen von Diplomaten. So befasste sich z.B. die internationale Atomenergie-Organisation mit der aktuellen Lage in Nordkorea, die Generalversammlung mit dem illegalen Waffenhandel und das Komitee für Handel und Entwicklung mit der weltweiten Lebensmittelgewährleistung. Die 18-köpfige Delegation aus Erfurt repräsentierte in diesem Jahr die Islamische Republik Pakistan in 13 verschiedenen Komitees. Thüringens Europaministerin Marion Walsmann, die Schirmherrin des Vereins Akademische Simulation Erfurt ist und bereits im Januar an einer Simualtion in Erfurt teilgenommen hatte (Medieninformation 4/2013), freute sich sehr über das gute Abschneiden der Studenten. "Bei über 2000 Teilnehmern ist es nicht selbstverständlich ausgezeichnet zu werden. Unsere Erfurter Delegation hat sich hervorragend präsentiert. Das gute Abschneiden ist auch ein Beleg für die gute akademische Ausbildung unserer Hochschulen. Unsere Studenten brauchen den internationalen Wettbewerb nicht zu fürchten", so die Ministerin.

 

Personengruppe in Konferenzsaal
Studenten der Erfurter Universität im Saal der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. (Foto: EFMUN e.V.)

 

Durch wöchentliche Treffen, Workshops und die Teilnahme an verschiedenen nationalen Simulationen in Erfurt, Bad Kissingen und Frankfurt bereiteten sich die Studierenden über sechs Monate lang auf die Konferenz in New York vor. Verhandlungssprache ist Englisch. „Das National Model United Nations in New York war der Höhepunkt unserer langen und intensiven Vorbereitung. Es war eindrucksvoll, sich mit rund 2.500 anderen gut vorbereiteten Studenten auszutauschen, neue internationale Kontakte zu knüpfen und mit Gleichgesinnten über aktuelle Probleme diskutieren zu können. All das natürlich vor der atemberaubenden Kulisse der Weltstadt New York“, erklärt der Erfurter Student Florian Emmerich.
Die Krönung der UN-Simulation war für die Erfurter Studierenden die Abschlussveranstaltung direkt in den Räumen der Vereinten Nationen. „Einzigartig! An dem Ort zu sitzen, an dem sonst nur hohe Diplomaten Platz nehmen, man ohne NMUN niemals hinein dürfte und dabei noch von Touristen beobachtet zu werden ist eine einmalige Erfahrung“, berichtet Florian Emmerich. Sarah Schmidt, Studentin an der Universität Erfurt, ergänzt: „Als wir dann erfuhren, dass der stellvertretende Generalsekretär, Jan Eliasson, eine Rede halten würde, waren wir natürlich umso aufgeregter.“
 
Besonders stolz aber sind die Erfurter über die Verleihung des Titels „Distinguished Delegation“, den sie für ihre besonderen Leistungen im diplomatischen Auftreten, für ihr geschicktes Verhandeln und die gute Mitarbeit in den Komitees bekamen. Darüber hinaus wurden sie für ihre Positionspapiere geehrt. Nur fünf bis zehn Prozent der Teilnehmer der UN-Simulation erhalten überhaupt eine Auszeichnung bei dem anspruchsvollen Planspiel. „Als Anerkennung diesen Preis zu erhalten hat natürlich jeden von uns enorm gefreut. Nicht nur zu wissen, dass man die Universität Erfurt gut vertreten hat, sondern auch für seine intensive Vorbereitung ausgezeichnet und die Mühen während der Konferenz belohnt zu werden, ist ein gutes Gefühl“, meint Florian Emmerich. Ihren Aufenthalt in den USA nutzten die Erfurter Studierenden außerdem für einen Besuch in Washington DC. Neben der Besichtigung des Kapitols hatte die Delegation auch die Gelegenheit zu einem Gespräch in der deutschen Botschaft, bei dem es um die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland ging. Aber auch in New York führten die Erfurter Gespräche mit Diplomaten und besuchten die Mission der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen, um so die Rolle der EU in der UN näher kennenzulernen.

 

Studenten
Teilnehmer der Erfurter Delegation mit ihrer Auszeichnung. (Foto: EFMUN e.V.)

 

Seit 2003 existiert an der Universität Erfurt ein eigenes Projekt „Model United Nations“, das von Studierenden organisiert und von Fachdozenten unterstützend betreut wird. „Zusammenfassend kann ich das nur jedem empfehlen. Es stärkt das Selbstbewusstsein, man lernt vor großen Gruppen zu reden, bildet Teamfähigkeit und vor allem macht es enorm viel Spaß“, sagt Sarah Schmidt.
Mehrere Jahrgänge der Universität haben bereits als einzige Gruppe aus Thüringen erfolgreich am „National Model United Nations“ in New York, einer der größten und renommiertesten studentischen Konferenzen der Welt teilgenommen. Auch in diesem Jahr – bei der inzwischen zehnten Teilnahme – war das Ziel der Erfurter, außergewöhnliche Leistungen zu erbringen. In den vergangenen Jahren wurden die Studierenden der Universität Erfurt bereits mehrfach für ihre gute Vorbereitung, die erfolgreichen Verhandlungen mit den anderen Delegationen aus aller Welt und im Videocontest ausgezeichnet.
 
Weitere Informationen / Kontakt:
Lea Klinge
Email: mun{at}uni-erfurt{punkt}de