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- 3. April 2012: Kirchenbrand in Walldorf (Foto: dpa)
Seit einem Jahr ist die Kirchenburg in Walldorf Ruine. Am 3. April 2012 war die prächtige Kirchenburg, deren Geschichte bis in das Mittelalter reicht, in Flammen aufgegangen und ausgebrannt. Mit einer Meditation, mit Gesang und Fotos von Brand, Aufräumarbeiten und ersten Aufbau-Aktivitäten wollten die Walldorfer Christen am Mittwochabend an den Schreckenstag erinnern - und zugleich vorwärts schauen. Bis Jahresende soll der Kirchturm saniert sein. In drei bis vier Jahren wollen die Gläubigen zum ersten Gottesdienst in der wiedererbauten Kirche gehen.
«Die neuen Glocken bis zum Weihnachtsgeläut werden wir jedoch nicht schaffen», sagte Pfarrer Heinrich von Berlepsch. Sie können erst nach physikalischen Messungen im Turm neu gegossen werden. Einen großen Wunsch haben die Walldorfer Christen: Ihre Kirche soll mit historischem Kunstgut aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet werden - der Zeit, in der das Gotteshaus im wesentlichen erbaut wurde. «Dann würde alles passen», sagte von Berlepsch. Die Kirchengemeinde möchte gefährdetes oder heimatloses Kirchengut wie Taufbecken und Kanzel kaufen und restaurieren. Derzeit werde ein Wettbewerb vorbereitet, in dem Künstler ein Konzept mit altem und neuem Kunstgut erarbeiten sollen. (Quelle: dpa)
Die Unterstützung und Solidarität mit den Walldorfern ein Jahr nach dem Brand ist ungebrochen. Etwa 280 000 Euro sind bisher für den Wiederaufbau gespendet worden. Erst am Gründonnerstag hat ein Autodrehkran die Turmlaterne - ein Aufsatz auf dem Turmdach - abtransportiert. Dachdecker wollen sie mit eigenen Mitteln wieder instand setzen. Die Höhe des Sachschadens und die Brandursache sind nach wie vor unklar.
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Kurz nach dem Brand besichtigte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Kirchenruine in Walldorf/Werra. „Ich teile die Betroffenheit mit den Menschen in der Region und bin zugleich sehr erfreut über die große Anteilnahme und Spendenbereitschaft“, sagte die Ministerpräsidentin damals. „Es ist wichtig, dass bei dem großen Vorhaben Wiederaufbau der Kirche, kirchliche und staatliche Verantwortliche an einem Strang ziehen.“
Lieberknecht hat die Spendenaktion zum Wiederaufbau der Kirche nicht nur als Ministerpräsidentin Thüringens unterstützt. Auch die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa), in deren Förderverein Lieberknecht Vorstandsmitglied ist, hatte ein Spendenkonto eingerichtet.