Festakt und Livestream-Übertragung im van de Velde Wohnhaus Oberweimar-Ehringsdorf
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- In dem Van de Velde entworfenen "Haus hohe Pappeln" am Rande des Ilmparks kamen Einwohner und Persönlichkeiten der Stadt Weimar zur Geburtstagsfeier zusammen. Im Vordergrund steht eine Pappfigur des Geehrten. (Foto: dpa)
Mit einem kleinen Festakt hat Weimar am Mittwoch an den belgisch-flämischen Künstler Henry van de Velde an dessen 150. Geburtstag erinnert. In dem von ihm entworfenen «Haus hohe Pappeln» am Rande des Ilmparks würdigte unter anderen der Präsident der Hochschule für Musik, Christoph Stölzl, den «Alleskünstler», der Weimar nach 1900 zusammen mit anderen Kulturpolitikern und Künstlern zu neuer Blüte verhelfen wollte. 1902 berief ihn der Großherzog Wilhelm Ernst zum Direktor der Kunstgewerbeschule, wo er die Grenzen zwischen Kunst und Kunsthandwerk aufhob.
«Van de Velde war der geistige Wegbereiter des Weimarer Bauhauses», sagte Thüringens Kulturminister Christoph Matschie (SPD) im Vorfeld über den Belgier. «Wie viele Künstler war er auf der Suche nach dem Besonderen. Das Besondere an van de Velde ist: Er hat es im Alltäglichen gefunden.»
In der kleinen Thüringer Residenzstadt verbrachte van de Velde seine produktivsten Jahre. Hier musste er aber auch während des Ersten Weltkrieges die Demütigungen als verhasster Ausländer ertragen. 1917 verließ er Deutschland. In Weimar und Umgebung bis hin ins sächsische Chemnitz hinterließ er zahlreiche architektonische Spuren. Neben dem «Haus hohe Pappeln», in dem er seine Ideen von einem Gesamtkunstwerk für seine Familie verwirklichen konnte, sind das unter anderem das Nietzsche-Archiv und die Gebäude für die Kunstgewerbeschule, in denen heute die Bauhaus-Universität beheimatet ist. Sie gehören zum Bauhaus-Weltkulturerbe.
http://www.vandevelde2013.de/