28.03.2013 14:20 Uhr

Ausstellung in der Staatskanzlei: „Unerkannt durchs Freundesland – Illegale Reisen in das Sowjetreich“

Mann am Zelt
Uwe Wirthwein: Baikalsee, 1988, Fotografie © Uwe Wirthwein

Nach Berlin, Dresden, Neubrandenburg, Jena, Pforzheim, Suhl und Hamburg eröffnet am 02. April um 18:00 Uhr im Europäischen Informationszentrum in der Staatskanzlei Erfurt die Ausstellung „Unerkannt durchs Freundesland – illegale Reisen durch das Sowjetreich“. Bis zum 30. April werden hier  bislang öffentlich kaum bekannte Fotografien, Filme und Zeitzeugenberichte präsentiert.

Zu Fuß, per Anhalter oder mit dem Fahrrad – zum Teil wurden wochenlang Gebirgslandschaften, Kaukasus  und Gebiete bis nach Sibirien erkundet. Möglich machte dies das zweitägige Transitvisum durch die Sowjetunion, mit dem viele junge Abenteurer aus der DDR die Sowjetunion durchreisten.  Auf diese Weise konnten die Reiseeinschränkungen  der „sozialistischen Bruderländer“ Polen, ČSSR, Ungarn, Rumänien und Bulgarien überbrückt und auch diese unbekannten Landschaften und Gebirge erkundet werden.

 

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Jan Oelker: Swanetien, 1988, Fotografie © Jan Oelker

Allerdings brachte eine solche Fahrt auch seine Gefahren mit sich: Da mit dem Visum die Einreise, aber nicht der Aufenthalt in der Sowjetunion genehmigt war, führte die „Lücke im System“ die Reisenden zum illegalen Handeln.

Die genaue Zahl der Reisenden ist nicht erfasst, sicher ist aber, dass Tausende diese Reisen unternahmen und so Landschaft und Menschen kennen- und schätzen lernten.


 

 

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Michael Biedowicz: Moskau, 1986, Fotografie © Michael Biedowicz