11.03.2013 17:24 Uhr

Opern-Rarität im Theater Erfurt: Die Medici - erste szenische Aufführung nach mehr als 100 Jahren

Boticelli
Sandro Botticelli: Primavera (Frühling). Botticelli zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern in Florenz und zu den wichtigsten Repräsentanten der Renaissancemalerei. Seine Hauptauftraggeber waren der Vatikan und die Medici.

Am Theater Erfurt haben die Proben für Ruggero Leoncavallos Oper Die Medici begonnen. Das Werk basiert auf einem aufsehenerregenden politischen Kriminalfall des 15. Jahrhunderts: Das Mordkomplott an den Medici-Brüdern Giuliano und Lorenzo.
Leoncavallos Werk gilt auch als die italienische Antwort auf Wagners Ring des Nibelungen. Die Uraufführung 1893 in Mailand fand zwar Anklang beim Publikum, die Presse kritisierte das Stück allerdings vor allem wegen der Nähe zu Wagners Musik. Die Berliner Hofoper dagegen nahm Die Medici umgehend ins Programm (1894) bevor das Interesse an dieser Stilmischung abnahm und Werke wie Tosca oder La Bohème den Publikumsgeschmack dominierten.

Einem breiten Publikum ist Ruggero Leoncavallo durch Der Bajazzo (2004 auch bei den Domstufen-Festspielen Erfurt gezeigt)bekannt geworden. Die Operette Die Rosenkönigin stammt ebenfalls von ihm. Nun - nach mehr als 100 Jahren - also Die Medici in Erfurt. Regie wird Roman Hovenbitzer führen, der zuletzt unter anderem am Stadttheater Bielefeld mit Giuseppe Verdis Rigoletto und am Theater Hagen mit der Offenbach-Operette Die Großherzogin von Gerolstein großen Erfolg feierte.

 

 

Regisseur
Regisseur Roman Hovenbitzer am ersten Probentag. (Foto: Theater Erfurt)

 
Inhalt
Am Rande einer Jagd hilft Giuliano de’ Medici der kränklichen Simonetta gegen einen zudringlichen Hauptmann und verliebt sich sogleich in sie. In Florenz planen indessen die Verschwörer um Francesco Pazzi eine Verschwörung gegen die Herrscherfamilie der Medici. Bei einem Fest singt Giulianos älterer Bruder Lorenzo vor einer jubelnden Menschenmenge ein Loblied auf Liebe und Schönheit. Simonetta belauscht zufällig den Plan der Verschwörer, die Brüder Medici während der heiligen Messe zu ermorden. Sie stirbt jedoch in Giulianos Armen, bevor sie ihn warnen konnte. Während der sonntäglichen Messe hetzen die Verschwörer das Volk gegen die Medici auf. Als die Attentäter Giuliano tödlich verwunden, kann Lorenzo in die Sakristei fliehen. Mit einer leidenschaftlichen Ansprache gewinnt er die Sympathie des Volkes zurück und sichert die Herrschaft der Medici.
 

Informationen zum Theater Erfurt und der Premiere.