Erfahrungsaustausch zum Demografischen Wandel in Frankfurt: Lieberknecht fordert neues Denken und mutiges Agieren
„Der demografische Wandel stellt Thüringen und die jungen Länder insgesamt vor eine historisch einmalige Situation. Der Geburtenknick und die Abwanderungswelle der neunziger Jahre bilden ein „demografisches Echo“. Wir können den demografischen Wandel nicht aufhalten aber wir können ihn gestalten. Das erfordert in vielen Bereichen neues Denken und innovative Lösungsansätze.“ Dies sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am Donnerstag, 28. Februar 2013, bei einer Fachtagung zum demografischen Wandel in Frankfurt am Main. Lieberknecht beleuchtete die Herausforderungen des demografischen Wandels aus Sicht des ländlich geprägten Thüringer Raumes, der vor allem einer schleichenden Entleerung begegnen muss.
-
- Ministerpräsidentin Lieberknecht forderte eine ehrliche Debatte über die Gestaltung des demografischen Wandels in ländlich geprägten Räumen. (Foto: TSK).
Die Thüringer Ministerpräsidentin verwies in ihrem Statement auch auf die Verantwortung der Politik bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Im Bezug auf Thüringen sagte sie: „Eine besondere Priorität muss die Überprüfung der Verwaltungsstrukturen haben. Die Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit sind bereits verbessert worden. Auch die Möglichkeit freiwilliger Gemeindezusammenschlüsse ist geregelt.“ Aus einem völlig anderen Blickwinkel beleuchtet Petra Roth, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Schloss Ettersburg die Auswirkungen des demografischen Wandels. Die Metropolregion Frankfurt stehe vor der Herausforderung, enormen Konzentrationsprozessen zu begegnen. Die globalen Rahmenbedingungen ergänzte schließlich der ehemalige Bundesumweltminister Professor Klaus Töpfer. Damit wurde der Themenkomplex demografischer Wandel aus drei unterschiedlichen Perspektiven analysiert, wodurch die Vielschichtigkeit der Problematik deutlich wurde. Die rund einhundert Tagungsteilnehmer diskutierten nach der thematischen Einführung in unterschiedlichen Workshops über Auswirkungen in der städteplanerischen Arbeit.
-
- Petra Roth,ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Schloss Ettersburg berichtete von ihren Erfahrungen aus der Metropolregion Frankfurt a.M. (Foto: TSK)
Hintergrund:
Die Fachtagung „Demografischer Wandel im Spannungsfeld zwischen Verdichtung und Entleerung“ wurde durch die Stiftung Schloss Ettersburg organisiert. Sie richtete sich bundesweit an Kommunal- und Landespolitiker, Verwaltungsmitarbeiter, Stadt- und Regionalplaner sowie Architekten. In drei unterschiedlichen Foren tauschten sich Fachleute darüber aus, wie sich Verdichtungs- und Entleerungsprozesse zukunftsfähig gestalten lassen, damit betroffene Regionen attraktiv und lebenswert bleiben. Öffentlichen Plätzen, Räumen und Flächen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Anhand von Praxisbeispielen aus prosperierenden und schrumpfenden Kommunen wurden erfolgreiche Konzepte alternativer Akteurs- und Finanzierungskonstellationen vorgestellt.
Informationen zur Stiftung Schloss Ettersburg und der Gestaltung des demografischen Wandels.
-
- In der anschließenden Diskussion schilderte der ehem. Bundesumweltminister Töpfer die Auswirkungen der Demografie in Asien und Südamerika. (Foto: TSK)
-
- Über hundert Fachleute aus dem Bundesgebiet waren zur Tagung angereist und tauschten ihre Erfahrungen aus. (Foto: TSK)