13.02.2013 16:42 Uhr

Wolfgang Nossen verabschiedet

Wolfgang Nossen
Wolfgang Nossen; Foto: TSK
Ministerin Mation Walsmann
Ministerin Marion Walsmann; Foto: TSK

Der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Wolfgang Nossen, wurde heute (13. Februar 2013) offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Thüringens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chefin der Staatskanzlei, Marion Walsmann, würdigte auf der Festveranstaltung seine Verdienste.
 

Wolfgang Nossen
Wolfgang Nossen; Foto: Marcus Scheidel

„Unbeirrt und mutig hat Wolfgang Nossen als Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde immer für das eingestanden, was ihm wichtig war. Stets hat er sich eingesetzt für die jüdischen Zuwanderer in Thüringen, den Kampf gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Intoleranz, für die Jüdische Landesgemeinde sowie für das Jüdische Erbe und die Jüdische Kultur in Thüringen und natürlich ganz besonders in Erfurt. Ich danke Wolfgang Nossen für 17 Jahre eindrucksvoller Arbeit.

Mikwe070911-scheidel-3
Mittelalterliche Mikwe in Erfurt; Foto: TSK

Gemeinsam haben wir immer für das verständnisvolle Miteinander, für kulturellen und religiösen Dialog und natürlich für den Stellenwert der jüdischen Kultur und der jüdischen Gemeinde in Erfurt gestritten. Unermüdlich ist Wolfgang Nossen für das gute Verhältnis der Jüdischen Landesgemeinde zum Land und zum nichtjüdischen Teil der Gesellschaft eingetreten“, sagte Walsmann weiter.
 

Schatzfund-scheidel-1
Der Jüdische Schatz in Erfurt; Foto: TSK

„Dass sich in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren in Erfurt ein Bewusstsein für den Wert der jüdischen Kultur – für die historische aber eben gerade auch für die gegenwärtige – entwickelt hat, ist wesentlich Wolfgang Nossen zu verdanken“, betonte die Ministern. „Ein Bewusstsein, das in der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe gipfelte. Es ist eine historische Chance für die Stadt und für die Landesgemeinde, die jüdische Kultur noch stärker im städtischen Leben zu verorten.

Der heutige Tag bedeutet eine Zäsur. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Prof. Reinhard Schramm und wünsche Wolfgang Nossen für die kommenden Jahre von ganzem Herzen alles Gute.“
 

130213-nossen-scheidel-04
Ministerin Marion Walsmann und Wolfgang Nossen; Foto: Marcus Scheidel
20111126nossen-scheidel-11
26. November 2011: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht verleiht Wolfgang Nossen den Thüringer Verdienstorden. Foto: TSK

Bereits am 26. November 2011 hatte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht Wolfgang Nossen den Thüringer Verdienstorden verliehen. In ihrer Laudatio sagte die Ministerpräsidentin: „Dass die Jüdische Landesgemeinde heute als organisierte Einheitsgemeinde und Heimstatt aller jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Einheit und Frieden besteht, ist wesentlich Wolfgang Nossen zu verdanken. Seiner Schaffenskraft, seinem Glauben an Frieden und Gerechtigkeit, seinem mutigen Vorgehen gegen Rechtsextremismus und Gewalt.

Gerade jetzt, in Zeiten, in denen wir uns in nicht gekannter Weise mit Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus, mit Intoleranz und Menschenverachtung auseinandersetzen müssen, brauchen wir Menschen wie Wolfgang Nossen", so die Ministerpräsidentin weiter. "Menschen, die sich konsequent zu Frieden, Demokratie und der Wahrung der Menschenrechte bekennen. Menschen, die eindeutig sind - in politischen Fragen, in ethischen, in religiösen Dingen. Und besonders im Kampf gegen rechte Gewalt."
 

20111126nossen-scheidel-13
26. November 2011: Wolfgang Nossen und seine Lebensgefährtin nach der Verleihung des Thüringer Verdienstordens; Foto: TSK